Belinda Bencic in Miami: Niederlage gegen Gauff, doch der Blick richtet sich bereits wieder nach vorne
Miami, wohl der glamouröseste Stopp auf der WTA-Tour. Hier treffen nicht nur Tennis und Lifestyle aufeinander, sondern oft auch Vergangenheit und Zukunft. Für Belinda Bencic war das diesjährige Turnier in Florida wie ein kleiner Spiegel ihrer Karriere: nah dran an der absoluten Weltspitze, mit einer beeindruckenden Aufholjagd, aber am Ende doch eine schmerzhafte Niederlage. Gegen Coco Gauff musste sich die Ostschweizerin im Achtelfinale mit 6:7, 6:4 und 2:6 geschlagen geben.
Ein Match mit zwei Gesichtern
Wer die Partie gesehen hat, weiß: Das Ergebnis erzählt nicht die ganze Geschichte. Im ersten Satz zeigte Bencic, warum sie 2021 in Tokio Olympiasiegerin wurde. Sie nahm Gauff früh den Aufschlag ab und schien das Heft in der Hand zu halten. Doch wie so oft in diesem Jahr war es der entscheidende Punkt, der ihr im Tiebreak durch die Finger glitt. Gauff, bekannt für ihre mentale Stärke, nutzte die Gelegenheit eiskalt.
Dann kam der zweite Satz. Und mit ihm die alte Belinda. Sie jagte jedem Ball, der in ihrer Ecke landete, förmlich hinterher und zeigte eine Defensivarbeit, die man sonst nur von den ganz Großen kennt. Es war eine klassische Vorstellung auf Finale Gruppenphase-Niveau – die Phase eines Turniers, in der es um alles oder nichts geht, und in der sie sich traditionell steigert. Mit 6:4 glich sie aus, und im Stadion war förmlich zu spüren, dass hier eine dicke Überraschung in der Luft lag.
Im Entscheidungssatz riss dann leider der Faden. Zwei frühe Breakbälle bedeuteten den K.o. Gegen eine Athletin wie Gauff, die in Miami praktisch wie zu Hause aufschlägt, darf man sich einfach keine 0:40-Führung im eigenen Aufschlagspiel leisten. Da hilft auch kein Schweizer Kampfgeist mehr.
Defense gewinnt Meisterschaften – aber nicht immer gegen Gauff
Gauff selbst sagte nach dem Match etwas, das mir im Kopf geblieben ist: „Defense wins championships“. Und sie hat recht. Bencic hat genau das im zweiten Satz bewiesen. Sie brachte Gauff mit ihrer unnachahmlichen Laufarbeit zur Verzweiflung. Es war ein bisschen wie im legendären Finale gegen Ashleigh Barty, das sie 2019 im Finale der Gruppenphase der WTA Championships gewann. Damals war sie die Jägerin, die jeden Ball zurückholte.
Heute war sie trotz der Niederlage genau das: eine unglaublich unangenehme Gegnerin. Die Zahlen sprechen für sich: In den Ballwechseln über neun Schläge hatte Bencic im zweiten Satz klare Vorteile. Sie zwang Gauff zu Fehlern, die die Amerikanerin sonst nicht macht. Wenn sie dieses Level konstant über zwei Stunden halten kann, dann werden wir sie auch bald wieder in den späteren Runden sehen – sei es gegen eine Ekaterina Alexandrova oder eine Ashlyn Krueger. Diese Spielerinnen sind zwar gefährlich, aber nicht auf dem immensen Druck-Level einer Top-5-Spielerin.
Schweizer Präzision bis ins Detail
Was mich persönlich aber fast noch mehr freut als die kämpferische Leistung, ist die Tatsache, dass Belinda Bencic nicht nur sportlich, sondern auch kulturell eine echte Botschafterin der Schweiz ist. Während des Turniers in Miami trug sie wieder ihre ikonische Uhr, aber es ist ein anderes Detail, das für echte Kenner zählt. Kennen Sie den Caran d'Ache Ecridor Kugelschreiber Match Point Belinda Bencic?
- Eine Hommage an ihre größten Erfolge, verewigt in sechseckigem, vergoldetem Silber.
- Das Gravur-Muster erinnert an ein Tennisnetz, das Design ist so präzise wie ihre Rückhand-Slice.
- Es ist nicht einfach nur ein Schreibgerät – es ist ein Statement. Genau wie Bencics Spiel: elegant, kraftvoll und mit einer unverwechselbaren Handschrift.
Dieses Detail zeigt, wie tief Belinda mit der Schweizer Identität verwoben ist. Sie steht nicht nur für sportliche Höchstleistungen, sondern auch für das Erbe von Marken wie Caran d’Ache. In einer Stadt wie Miami, wo der Glanz oft oberflächlich ist, bringt sie diese Bodenständigkeit und Präzision mit auf den Platz.
Der Blick nach vorne
Jetzt heißt es: Krone richten, Koffer packen und den Fokus auf die nächsten Wochen legen. Miami war nur eine Zwischenstation. Für mich steht fest: Diese Bencic ist auf dem richtigen Weg. Die Phasen, in denen sie ihr bestes Tennis zeigt, werden länger, die Einbrüche kürzer. Die Niederlage gegen Gauff ist keine Schande – es war ein Spitzenduell auf Augenhöhe.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Der Sommer naht, die Rasen-Saison steht vor der Tür. Und wenn Belinda so weitermacht, dann werden wir dieses Jahr noch viele Male in den Genuss solcher Dreisatz-Krimis kommen – nur dass dann am Ende vielleicht ihr Name auf der Siegerliste steht. Schließlich wissen wir alle: Wenn die Finale anstehen, wenn es um die ganz großen Titel geht, dann ist Belinda Bencic in ihrem Element.