Sotka und Asko-Mutterkonzern Indoor Group beantragt Nachlassverfahren – Können Kunden ihre Anzahlungen verlieren?
Wenn Sie kürzlich ein neues Sofa oder einen Esstisch bei Sotka oder Asko gekauft haben und die Ware noch nicht erhalten haben, ist jetzt Vorsicht geboten. Die Indoor Group, besser bekannt durch ihre Ketten Sotka und Asko, hat ein Nachlassverfahren beantragt. Die Nachricht kam völlig überraschend und viele fragen sich jetzt ratlos: Was passiert eigentlich mit meinem Geld, wenn die Firma pleitegeht?
Um was geht es genau?
Die Indoor Group ist ein grosser Möbelkonzern, der in Finnland und Estland hunderte von Menschen beschäftigt. Dazu gehören sowohl Sotka und Asko als auch die in Estland tätige Indoor Group AS, die unter anderem ein Geschäft im Einkaufszentrum Rocca al Mare in Tallinn betreibt. In Estland ist die Kette auch unter der Marke Lanterna bekannt. Das Unternehmen hat nun ein Nachlassverfahren beantragt, da es seine Schulden nicht mehr begleichen kann. Ein solches Verfahren soll dem Unternehmen die Möglichkeit geben, seine Finanzen neu zu ordnen, doch für Kunden ist es oft eine schlechte Nachricht: Lieferungen verzögern sich und im Voraus bezahltes Geld ist nicht automatisch sicher.
Und was ist mit den Anzahlungen?
Hier liegt der Knackpunkt. Wenn Sie eine Reise buchen, ist Ihr Geld abgesichert – Anzahlungen für Ferienreisen sind durch eine spezielle Versicherung geschützt. Im Möbelhandel ist die Position des Kunden jedoch schwächer. Sollte die Indoor Group in Konkurs gehen, werden Kunden, die Anzahlungen auf ihre Bestellungen geleistet haben, zu gewöhnlichen Gläubigern. Das bedeutet leider oft, dass man sein Geld in der Warteschlange mit vielen anderen zurückfordern muss und möglicherweise nie einen Rappen sieht.
- Sotka – bekannt für die günstigere Preisklasse und ein breites Sortiment.
- Asko – eine designorientierte, hochwertigere und teurere Marke.
- Lanterna – eine in Estland und anderen baltischen Märkten tätige Marke.
- Asko Rocca al Mare – die Indoor Group-Filiale im beliebten Einkaufszentrum in Tallinn.
Das Unternehmen hat zwar den Antrag auf ein Nachlassverfahren gestellt, aber der Verkauf läuft weiter. In vielen Filialen gelten noch aktuelle Angebote und Kunden werden zum Kauf animiert. Trotzdem sollte man zweimal überlegen, wenn der Händler eine vollständige Vorauszahlung vorschlägt. Das Risiko ist jetzt real.
Was sollten Kunden jetzt tun?
Wenn Sie eine Bestellung aufgegeben und bereits eine Teil- oder Vollzahlung geleistet haben, die Ware aber noch nicht erhalten haben, handeln Sie wie folgt:
- Nehmen Sie Kontakt mit der Filiale auf und fragen Sie nach dem Status Ihrer Bestellung. Das Nachlassverfahren storniert Bestellungen nicht automatisch, aber es wird zu Verzögerungen kommen.
- Falls möglich, bitten Sie um eine schnelle Lieferung oder schlagen Sie vor, erst bei Lieferung zu bezahlen.
- Verfolgen Sie die Nachrichten zur Lage der Indoor Group genau. Droht ein Konkurs, sollten Sie reklamieren und gegebenenfalls Ihre Forderung bei der Konkursmasse anmelden.
Hoffentlich kommen wir mit einem blauen Auge davon. Das Ganze ist eine ernüchternde Erinnerung daran, dass selbst etablierte, heimische Marken nicht immer sicher sind und dahinter finanzielle Schwierigkeiten stecken können. Drücken wir die Daumen, dass sowohl Mitarbeiter als auch Kunden ihr Geld und ihre Ware erhalten.