Nidaros Hockey sichert Klassenerhalt: «Das ist mehr als nur Sport»
Das waren ein paar lange Minuten da am Schluss. Als der Schiedsrichter abpfiff und die Schlusssirene ertönte, explodierte der Leangen Ishall. Nidaros Hockey hat es wieder geschafft. Sie haben den Klassenerhalt in der National League A gesichert. Ich verfolge das Ostschweizer Eishockey jetzt seit zwanzig Jahren, und ich sage euch: Dieses Team hat ein Herz, das grösser ist als der gesamte Nidarosdom.
Die Saison war ein einziger Krimi. Es gab Höhen und Tiefen, Spannung bis zur letzten Sekunde und ein paar Spiele, bei denen wirklich die Köpfe rauchten. Um zu verstehen, wie wichtig das für das ganze Umfeld ist, müssen wir nur ein paar Wochen zurückspulen. Es war nicht selbstverständlich, dass alles in Jubel enden würde. Wir hatten alle noch den bitteren Geschmack der Auf-/Abstiegsspiele im Hinterkopf. Aber die Jungs, die haben sich einfach nie aufgegeben.
Die Schlüsselspiele, die alles änderten
Wenn man zeigen will, wo die Saison gerettet wurde, muss man sich die engen Duelle gegen die direkten Konkurrenten ansehen. Es begann mit dem Auswärtsspiel gegen den Lørenskog Ishockeyklubb. Ein Team, das ebenfalls im Tabellenkeller kämpfte und für das jeder Punkt Gold wert war. Ich erinnere mich, wie ich wie gebannt vor dem Bildschirm sass. Es war körperbetont, es war eng, und man roch das Drama schon von weitem. Nidaros gewann, und vielleicht war das der Moment, in dem sie wieder an sich zu glauben begannen. Das gleiche Team, Lørenskog Ishockeyklubb - Nidaros Hockey, im Rückspiel zu Hause wurde mindestens genauso intensiv. Das sind Spiele, die Charakter formen.
Dann hatten wir die Schlachten gegen die Spitzenteams. Nehmt zum Beispiel Nidaros Hockey - Storhamar. Auf dem Papier eine unmögliche Aufgabe gegen eines der erfolgreichsten Teams der Liga. Aber im Eishockey, und speziell in Trondheim, werden die Spiele auf dem Eis entschieden, nicht auf dem Papier. Sie holten Punkte gegen Storhamar, und das schickte Schockwellen durch die ganze Liga. Plötzlich sah jeder, dass Nidaros bereit war, auf dem Eis füreinander durchs Feuer zu gehen. Das ist ansteckend.
Das Narvik-Spiel, der eigentliche Wendepunkt
Aber das Spiel, das wirklich in der Netzhaut hängen geblieben ist, das ist die Begegnung Nidaros Hockey - Narvik. Narvik kam mit einer Spielweise in die Stadt, die uns schon früher Probleme bereitet hat. Es war ein Spiel, das in beide Richtungen hätte kippen können, ein echter Sechs-Punkte-Kampf im Abstiegskampf. Ich erinnere mich, wie ich dachte: «Das ist ein Spiel, das man mit Willen gewinnt, nicht mit Technik.» Und siehe da, am Willen hats nicht gemangelt. Es gab Schussblöcke, Checks und einen Torhüter, der plötzlich eine Wand war. Als die entscheidenden Tore fielen, bebten die Wände der Halle. Dieser Sieg war wohl der mentale Schub, der sie schlussendlich über die Ziellinie trug.
Jetzt steht also fest: Nidaros wird auch nächstes Jahr in der höchsten Liga Eishockey spielen. Das bedeutet der ganzen Stadt alles. Es bedeutet, dass die jungen Burschen in Trondheim weiterhin ein lokales Vorbild haben, zu dem sie aufschauen können. Die Stimmung im Umfeld ist, dass die Eishockeyfans einheimische Talente unterstützen sollten. Und das trifft den Nagel auf den Kopf. Denn bei Nidaros wimmelt es nur so von lokalen Talenten, die ihre Chance bekommen. Sie spielen, weil sie den Club lieben, weil sie ihre Stadt lieben.
Was wird der Schlüssel für die nächste Saison sein? Damit sie daran anknüpfen können, müssen sie das Rückgrat der Mannschaft halten können. Der Erfolg ruht auf wenigen, aber soliden Säulen:
- Der Zusammenhalt: Das ist ein Haufen, der wirklich füreinander kämpft. Man sieht es auf der Bank, man sieht es in den Zweikämpfen.
- Die eigenen Talente: Der Club setzt auf Einheimische, und das bringt Ergebnisse. Das schafft eine Identität und einen Stolz, der mit Geld kaum zu kaufen ist.
- Der Heimvorteil: Der Leangen Ishall kann für Gegner zur Hölle werden, wenn die Stimmung so richtig kocht. Dieser Lärm, diese Energie – das ist echt.
Also, ich freue mich jetzt schon auf die Zukunft. Es wird spannend zu sehen, wie sie den Erwartungen im nächsten Jahr begegnen. Denn eines ist sicher: Mit dieser Rettungsaktion in dieser Saison haben sie einen Massstab gesetzt. Sie haben gezeigt, dass sie hierher gehören. Gratuliere, Nidaros! Ihr habt uns einen Frühling zum Erinnern geschenkt.