Live Nation stösst in Portland auf Widerstand? Mit Bands wie Muscadine Bloodline wird der Live-Markt in Hongkong neu aufgemischt | Unterhaltungs-Talk

Wenn wir über Live-Entertainment-Giganten wie Live Nation sprechen, ist der Name auch Hongkonger Musikfans ein Begriff. Fast jede grosse Sommershow hängt irgendwie mit ihnen zusammen. Jüngst plant der Konzern an der US-Ostküste wieder durchzustarten – allerdings nicht ganz reibungslos. Konkret geht es um den Bau einer neuen Konzerthalle in Portland, Maine. Kaum war die Nachricht draussen, regte sich Widerstand von einem benachbarten Immobilienentwickler, der eine Pufferzone um das geplante Gelände ziehen will – ein klarer Versuch, das Vorhaben zu torpedieren. Bürgermeister Mark Dion hingegen bezieht klar Stellung und wettet darauf, dass der Stadtrat dem Projekt letztlich zustimmen wird. Dieses Tauziehen zwischen Investoren und Musikschaffenden verspricht, noch eine Weile weiterzugehen.
Portlander Platzhirsche fordern Live Nation heraus
Portland gilt an der Ostküste als Hochburg der Independent-Musik, mit unzähligen kleinen Clubs, aber einem chronischen Mangel an grossen Veranstaltungsorten. Dass Live Nation jetzt hier Fuss fassen will, weckt natürlich die Aufmerksamkeit der lokalen Szene. Ein Entwickler hat direkt neben dem Grundstück eine Pufferzone eingeplant – ein klarer Versuch, das Projekt mit Lärmschutzauflagen auszubremsen. Aber unseren Informationen zufolge hat die Rechtsabteilung von Live Nation bereits Unterlagen vorbereitet, um mit der "Ausnahmeregelung für kulturelle Entwicklungen" zu kontern. Ganz ehrlich, der Konzern hat schon ganz andere Kaliber gesehen. In Europa und Asien hat er sich schon mit weitaus schwierigeren Gemeinde- und Stadträten herumgeschlagen. So ein Portland wird ihn kaum aufhalten.
Fünf neue Namen, die man sich merken sollte – die Stars von morgen
Abseits der Veranstaltungsorte ist in den letzten Jahren noch etwas anderes bei Live Nation richtig spannend: die Qualität der neu unter Vertrag genommenen Bands. Sie ist gestiegen und der Musikgeschmack ist erstaunlich vielfältig. Wenn ihr die gängigen Mainstream-Popsongs leid seid, haltet Ausschau nach diesen Bands, die in letzter Zeit in ihren Tourplänen ganz oben stehen. Sie könnten in den nächsten Jahren schnell die Headliner auf den Festivals sein:
- Muscadine Bloodline: Ein Duo aus Alabama, das Southern Country und Rock auf perfekte Weise verbindet. Der Lead-Sänger hat diese herrlich entspannte, raue Stimme – perfekt für ein Bier im Grünen. Ihr Song "Low Hangin' Fruit" ist bereits so etwas wie eine inoffizielle Hymne unter US-Studenten.
- Nicotine Dolls: Eine Indie-Pop-Band aus New York, die es meisterhaft versteht, innere Zerrissenheit in eingängige Melodien zu verpacken. Ihre aktuelle Coverversion von The Killers' "Mr. Brightside" geht gerade in den sozialen Medien durch die Decke – und hat sogar ein Like des Originals eingebracht. Mit ihnen ist zu rechnen.
- Night Tapes: Für Fans von Dream Pop und psychedelischen Klängen ist diese britische Viererbande genau das Richtige. Ihre Musik ist cineastisch, perfekt für nächtliche Kopfhörer-Sessions. Hört euch "dreams" an, und ihr versteht, warum Live Nation sie schnell für die Herbst-Europatournee verpflichtet hat.
- Surfbort: New Yorker Punk-Exzentriker, deren Live-Auftritte der absolute Wahnsinn sind. Frontfrau Dani Miller versprüht auf der Bühne eine Energie, die "Weltuntergangsparty" schreit. Ihre Musik ist direkt, roh – aber in der heutigen, oft so gesäuberten Musiklandschaft eine willkommene Erfrischung.
- Trousdale: Ein Trio von Singer-Songwriterinnen aus Los Angeles, deren Harmoniegesang sich anhört, als würden Engel vom Himmel fallen. Wenn ihr die Ära der The Chicks vermisst, aber zeitgenössische Geschichten hören wollt, dann ist Trousdale ein absolutes Muss für eure diesjährige Live-Liste.
Kriegen wir sie in Hongkong zu sehen?
Nach all dem fragt ihr euch vielleicht: Was hat das mit Hongkong zu tun? Ganz einfach: Der Asien-Hauptsitz von Live Nation ist in Hongkong. Schon in der Vergangenheit wurden viele Asien-Tourneen amerikanischer und europäischer Acts vom Hongkonger Team aus geplant. Wenn sie jetzt diese fünf Bands so stark pushen, werden sie mit Sicherheit auch Asien-Routen für sie planen. Gerade bei Indie-Bands wie Night Tapes und Trousdale wächst die Fanbase in Südostasien stetig. Hongkong als einer der wichtigsten Knotenpunkte der Region kann da kaum übergangen werden. Ich gehe jede Wette ein, dass wir sie innerhalb des nächsten Jahres entweder beim Clockenflap oder bei kleineren, von Live Nation selbst organisierten Club-Shows sehen werden.
Also, anstatt auf die nächste Stadtratssitzung zu warten, hört euch lieber schon mal die Songs dieser neuen Namen an. Bis sie dann tatsächlich ihren Weg nach Hongkong finden, könnt ihr schon zu den Ersten gehören, die Tickets kaufen – und dann lässig erwähnen: "Die habe ich schon gehört, lange bevor sie gross rauskamen!"