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Live Nations Vorstoß in Portland stößt auf Widerstand? Mit Bands wie Muscadine Bloodline wird auch der Musikgeschmack in Wien neu definiert | Entertainment-News

Unterhaltung ✍️ 陳樂文 🕒 2026-03-12 16:01 🔥 Aufrufe: 1

Visualisierung der geplanten Live Nation Konzerthalle

Wenn es um Live-Entertainment-Giganten wie Live Nation geht, wissen auch heimische Konzertgänger sofort Bescheid. Schließlich steckt der Veranstalter hierzulande hinter so manchem Sommerhighlight. Jetzt plant der Branchenprimus einen neuen Vorstoß an der US-Ostküste, der allerdings nicht unumstritten ist. Eine neue Konzerthalle im malerischen Portland (Maine) stößt auf den erbitterten Widerstand benachbarter Immobilienentwickler. Diese haben eine Pufferzone rund um das geplante Areal gezogen – ein klarer Versuch, das Projekt durch Lärmschutzauflagen zu torpedieren. Doch Bürgermeister Mark Dion kontert und ist sich sicher, dass der Stadtrat am Ende grünes Licht geben wird. Das Match „Grundstücksentwickler vs. Musikszene“ dürfte also in die nächste Runde gehen.

Portlands Urgestein gegen den Weltkonzern: Live Nation lässt nicht locker

Portland gilt als Hochburg der Indie-Szene an der Ostküste. Kleine Clubs und Veranstaltungsorte gibt es wie Sand am Meer, doch echte Arenen für große Shows sind Mangelware. Dass Live Nation jetzt hier Fuß fassen will, weckt natürlich den Unmut einiger Lokalmatadore. Ein benachbarter Entwickler hat eine Schutzzone um das Grundstück geplant – ganz offensichtlich, um den Betrieb mit Verweis auf strengere Lärmgrenzen zu erschweren. Wie aus informierten Kreisen zu hören ist, hat die Rechtsabteilung von Live Nation allerdings schon die Unterlagen für eine Gegenoffensive vorbereitet. Man will auf eine „Kulturförderungs-Ausnahmeklausel“ pochen. Der Konzern kennt solche Revierkämpfe zur Genüge – ob komplizierte Bezirksvertretungen in Europa oder Asien, Portland wird ihn kaum ins Bockshorn jagen.

Fünf Newcomer, die man sich jetzt schon auf die Merkliste setzen sollte

Abseits der Arenen-Debatten ist Live Nation in den letzten Jahren vor allem mit einem beeindruckenden Gespür für neue, vielseitige Bands aufgefallen. Wenn Ihnen das gängige Mainstream-Programm langsam zu fad wird, sollten Sie unbedingt ein Ohr in folgende Acts riskieren, die aktuell auf den Tourplänen des Konzerns ganz nach oben gespült werden – das könnten die Headliner der Festivals von morgen sein:

  • Muscadine Bloodline: Dieses Duo aus Alabama mixt Southern Folk mit Rock zu einem unwiderstehlichen Sound. Die rauen Vocals haben diesen speziellen Vibe, der perfekt zu einem kühlen Bier im Biergarten passt. Ihr Track „Low Hangin‘ Fruit“ ist bereits so etwas wie eine inoffizielle Hymne in amerikanischen Colleges.
  • Nicotine Dolls: Diese Indie-Pop-Band aus New York versteht es meisterhaft, innere Zerrissenheit in eingängige Melodien zu verpacken. Ihr Cover von The Killers‘ „Mr. Brightside“ wurde in den sozialen Medien gefeiert und erhielt sogar ein Like vom Original – ein klares Zeichen, dass hier mehr geht.
  • Night Tapes: Wenn Sie auf Dream Pop und verträumte elektronische Klänge stehen, ist diese britische Viererbande genau Ihr Fall. Ihre Musik ist cineastisch, perfekt für nächtliche Kopfhörer-Sessions. Wer ihren Song „dreams“ hört, versteht sofort, warum Live Nation sie unbedingt für die anstehende Europatour im Herbst dabei haben wollte.
  • Surfbort: New Yorker Punk-Exzentriker mit irren Live-Auftritten. Frontfrau Dani Miller versprüht auf der Bühne eine Energie, als müsse sie die letzte Party vor dem Weltuntergang schmeißen. Ihre Musik ist direkt, roh und gerade in einer zunehmend glattgebügelten Musiklandschaft eine willkommene Abwechslung.
  • Trousdale: Dieses Trio aus Los Angeles besteht aus drei Singer-Songwriterinnen, deren Harmonien einfach himmlisch sind. Wer die Ära der Dixie Chicks vermisst, aber auch Lust auf moderne Geschichten hat, für den ist Trousdale der absolute Live-Tipp des Jahres.

Und was bedeutet das für Konzertfans in Österreich?

Sie fragen sich jetzt vielleicht: Was habe ich als österreichischer Musikfan davon? Ganz einfach: Live Nation hat sein Asien-Hauptquartier in Hongkong, und von dort aus werden viele Asien-Tourneen europäischer und amerikanischer Künstler gemanagt. Wenn der Konzern jetzt also voll auf diese fünf Bands setzt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie auch nach Europa und speziell in den DACH-Raum kommen. Vor allem Acts wie Night Tapes oder Trousdale bauen ihre Fanbase in Europa gerade rasant aus. Es wäre mehr als verwunderlich, wenn sie auf ihren Touren Österreich links liegen lassen würden. Wetten, dass wir sie binnen des nächsten Jahres entweder beim Frequency, am Poolbar-Festival oder in einem der trendigen Wiener Clubs wie dem Flex oder der Arena Wien sehen werden?

Also, vergessen Sie den Kleinkrieg im Portlander Stadtrat. Tauchen Sie lieber jetzt schon in die Musik dieser Newcomer ein. Wenn sie dann endlich bei uns auf der Bühne stehen, sind Sie nicht nur vorbereitet, sondern können auch cool sagen: „Die hab ich mir schon gegeben, bevor sie groß rauskamen!“