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Neue ESRI-Studie enthüllt: Deine Matura-Noten hängen mehr von deiner Schule ab als von deiner Nachbarschaft

Bildung ✍️ Ciara Kelly 🕒 2026-03-13 02:45 🔥 Aufrufe: 2
Schülerinnen und Schüler bei der Maturaprüfung

Wir befinden uns mitten im März, und in Tausenden von Haushalten in der ganzen Schweiz steigt bereits leise das Angstgefühl. Die Matura rückt näher. Doch diese Woche ist eine neue Studie auf meinem Schreibtisch gelandet, deren Wellen uns zwingen, das alte Sprichwort „Es kommt nicht darauf an, was man weiss, sondern woher man kommt“ kritisch zu hinterfragen. Wie sich herausstellt, geht es viel mehr darum, welche Schule man besucht.

Ich habe mir intensiv Gedanken über die neuesten Ergebnisse gemacht, die diese Woche die Runde machen, und der Kern davon ist: Deine Postleitzahl ist weit weniger entscheidend als die vier Wände, in denen du sechs Stunden am Tag verbringst. Jahrelang wussten wir, dass Kinder aus benachteiligten Verhältnissen einen schwereren Weg vor sich haben. Aber diese Studie betrachtet die Daten aus einem anderen Blickwinkel und zeigt, dass die Schule selbst – ihre Kultur, ihre Ressourcen, ihre Führung – entweder ein Turbo oder ein Anker sein kann, unabhängig vom Stadtteil, in dem sie liegt.

Das DEIS-Dilemma: Gute Absichten, ungleiche Ergebnisse

Die Forschung stellt das DEIS-Programm (Förderung der Chancengleichheit in Schulen) ins Rampenlicht. Es ist seit Jahren der Eckpfeiler unserer Bemühungen, für faire Bedingungen zu sorgen. Aber in Bildungskreisen munkelt man im Wesentlichen: Es reicht nicht. Wir giessen Wasser in einen Eimer mit einem Loch. Die Studie verglich Schüler an DEIS-Schulen und fand heraus, dass selbst innerhalb dieses Systems die Kluft zwischen den leistungsstärksten und den leistungsschwächsten Schulen enorm ist. Eine Schule in einem schwierigen Viertel, die hervorragende Arbeit leistet, beweist, dass es möglich ist. Aber eine andere Schule, nur wenige Strassen weiter, kämpft vielleicht darum, die Hälfte ihrer Kinder durch die Mathe-Prüfung auf Grundniveau zu bringen. Der entscheidende Faktor ist nicht das Zuhause der Kinder – es ist das, was im Lehrerzimmer und im Büro der Schulleitung passiert.

Hier ist, was uns die Daten wirklich darüber sagen, was den Unterschied ausmacht:

  • Schulkultur schlägt Wohnort: Die einzelne Schule, die ein Kind besucht, hat einen grösseren Einfluss auf seine Matura-Leistungen als das allgemeine Benachteiligungsniveau in der Gegend. Zwei Kinder mit ähnlichem Hintergrund können je nach Schultor, das sie durchschreiten, zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
  • DEIS-Finanzierung ist nicht die ganze Lösung: Obwohl DEIS zusätzliche Gelder und Unterstützung bietet, gleicht es die Herausforderungen, mit denen einige Schulen konfrontiert sind, offensichtlich nicht vollständig aus. Es gibt eine grosse Variabilität bei den Ergebnissen innerhalb der DEIS-Schulen selbst, was auf Faktoren hindeutet, die über das reine Budget hinausgehen.
  • Die Zauberzutat sind die Erwartungen: Die Schulen, die allen Widrigkeiten zum Trotz erfolgreich sind, haben eines gemeinsam – eine Kultur hoher Erwartungen, starken Unterricht und einen unerschütterlichen Fokus auf jeden einzelnen Schüler. Das ist der Unterschied zwischen einer Schule, die dem System die Schuld gibt, und einer, die das Kind stärkt.

Was das für deine Matura bedeutet

Für den durchschnittlichen Schüler, der auf die Maturaprüfungen zusteuert, fühlt sich das sowohl offensichtlich als auch zutiefst unfair an. Du kannst dir das Einkommen deiner Familie nicht aussuchen, und oft kannst du dir deine Schulzone nicht aussuchen. Doch gerade diese eine Prüfung mit hohem Einsatz kann deine Laufbahn festlegen. Was die Experten andeuten, ist, dass du, wenn du ein cleveres Kind in einer schwächeren Schule bist, gegen das System kämpfst. Du brauchst eine Matura, die dein Potenzial widerspiegelt, nicht nur die Ressourcen, die deine Schule zusammenkratzen konnte. Es ist eine Diskussion, die weit über unsere Landesgrenzen hinaus relevant ist. Den gleichen Kampf sieht man weltweit, ob es nun ein Schüler ist, der in Maharashtra für die MSBSHSE SSC Prüfung büffelt, oder ein Teenager in Chhattisgarh, der sich seiner Chhatisgarh Board of Secondary Education (Prüfung für den Sekundarschulabschluss) stellt. Der Name ändert sich – Secondary School Leaving Certificate, Allgemeine Hochschulreife – aber das Kerndrama ist dasselbe: Die Zukunft eines jungen Menschen, die gegen eine Postleitzahl-Lotterie abgewogen wird.

Hierbei geht es nicht darum, mit dem Finger auf Lehrer zu zeigen, wohlgemerkt. Es geht darum, das grosse Ganze zu betrachten. Wenn du in einer Schule bist, in der die Mehrheit der Kinder mit chaotischen Verhältnissen zu Hause zu kämpfen hat, zehrt das an der Energie aller. Die Botschaft der Forschung ist, dass das derzeitige Unterstützungsniveau – das DEIS-Programm, wie es jetzt ist – wie das Aufkleben eines Pflasters auf ein gebrochenes Bein ist. Es braucht ein radikales Umdenken. Es muss um mehr gehen als nur um zusätzliche Bücher und einen Hausaufgabenclub; es muss um systemische Veränderungen gehen, wie wir Schulen in anspruchsvollen Gebieten mit Ressourcen ausstatten und führen.

Also, während wir uns auf eine weitere Maturasaison vorbereiten, sollte diese Studie Pflichtlektüre für alle im Erziehungsdepartement sein. Sie ist eine deutliche Erinnerung daran, dass das Rennen nicht immer fair ist. Und wenn wir es ernst meinen mit einer Chancenrepublik, müssen wir sicherstellen, dass jede Schule – ob im Herzen von Zürich oder in einem ländlichen Dorf im Wallis – die Mittel und die Führung hat, um diese Matura von einer Hürde in eine Brücke zu verwandeln.