Eredivisie-Fieber! Kazuyoshi Miura und der Aufbruch in eine neue Ära des Frauenfussballs
Die Niederlande standen am Wochenende ganz im Zeichen des Fussballs. Der Jubel, der aus den Stadien drang, und das orangefarbene Meer. Die Eredivisie, die Liga dieses Landes, die wir so sehr lieben, geht in ihren absoluten Höhepunkt. So sehr der Titelkampf zwischen PSV und Ajax die Gemüter erhitzt, so sehr beschäftigt derzeit ein 58-jähriger japanischer Stürmer die einheimischen Journalisten.
Kazu, Feierabend? Noch lange nicht!
Genau, die Rede ist von Kazuyoshi Miura. Auf dem Trainingsgelände von AZ, umgeben von jungen Talenten, zieht 'Kazu' stur sein Pensum durch, jagt Ball um Ball ins Tor. Seine Einsätze in dieser Saison waren bisher zwar rar, doch seine blosse Präsenz bannt die Blicke der jungen Bankdrücker. Jede seiner Bewegungen verkörpert, was es heisst, Profi zu sein – und das strafft das ganze Team. Bei den Fans vor Ort wird der Wunsch lauter: "Einmal noch, nur einmal, wollen wir Kazu live ein Tor erzielen sehen!" Wenn er am nächsten Spieltag im Heimspiel gegen einen Mittelfeldgegner auflaufen sollte, wird die Stadionatmosphäre sofort kippen. Ich wette, sein erstes Saisontor ist zum Greifen nah.
Warum die "Frauen-Eredivisie" zum Massstab geworden ist
Und dann dürfen wir das hier nicht vergessen, das eigentliche grosse Thema: die Begeisterung um die Frauen-Eredivisie. Vor ein paar Jahren reichte es noch, von der "niederländischen Frauenliga" zu sprechen. Heute hat sich diese Kategorie zu einem Markt entwickelt, den Scouts aus aller Welt heiss beäugen.
Der Grund liegt auf der Hand. Die Klubs investieren nun ernsthaft in ihre Frauenabteilungen, die Nachwuchsstrukturen wurden ausgebaut. Die Folge: Talente, die erst letztes Jahr an der U-20-WM glänzten, strömen in Scharen in diese Liga. Besonders spannend ist in dieser Saison das Abschneiden der Japanerinnen.
- Ajax Women, die Technikerinnen: Mit einem beispiellosen Passspiel stürmen sie an der Tabellenspitze. Eine junge, aus Japan gekommene Mittelfeldspielerin erklärte fliessend auf Niederländisch, sie "wollte in den Niederlanden Fussball lernen" – und sorgte damit für Aufsehen.
- Traditioneller Kraftfussball beim FC Twente: Auch hier blüht ein japanisches Speedster-Talent auf. Seine Dribblings, bei denen er gegnerische Verteidigerinnen schwindelig spielt, sind einfach "der reinste Wirbelwind".
- Die aufstrebenden PSV Women: Ihr Kontern aus einer organisierten Defensive ist sehenswert. Ihr Aufstieg zeigt eindrucksvoll die Breite und Tiefe der gesamten Liga.
Früher war der Weg "über die Niederlande in eine europäische Topliga" den Männern vorbehalten. Doch heute ist die Frauen-Eredivisie zur Bühne geworden, auf der die neuen Hoffnungsträgerinnen von Nadeshiko Japan hautnah "Weltklasse" erfahren.
3 Gründe, warum du das Wochenende nicht verpassen darfst
Wirf doch mal einen kurzen Blick auf die anstehenden Partien.
Erstens, bei den Herren der Eredivisie. Zwar gibt es kein direktes Duell, das die Meisterschaft entscheiden könnte, dafür aber umso mehr richtungsweisende Spiele im Abstiegskampf, in denen sich die Teams gegenseitig aufreiben. In genau solchen Partien ist die Erfahrung eines Veteranen wie Kazu Gold wert – und seine Chance wird kommen.
Und dann die Frauen. Ajax gegen PSV in der Frauen-Eredivisie ist längst zu einem "Clasico"-Kracher avanciert, den man gesehen haben muss. Spielerinnen, die hier Akzente setzen, werden im Sommer garantiert im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft auftauchen.
Der niederländische Fussball ist kein "alter Fussball-Adel", der nur von seiner Vergangenheit zehrt. Ein 58-jähriges Erleuchtet die Zukunft, während Teenager und Zwanzigjährige neue Geschichte schreiben. Welch ein Glück, diese Intensität zur gleichen Zeit aus der gleichen Perspektive miterleben zu dürfen. Also, Bier bereitstellen und am Wochenende wieder vor dem Fernseher Platz nehmen!