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Al Qadisiya gegen Al Ahli: Die Julián-Quiñones-Show und ein Herzschlagfinale in der Saudi Pro League

Sport ✍️ Carlos Méndez 🕒 2026-03-13 21:20 🔥 Aufrufe: 1
Al Qadisiya vs Al Ahli duelo en la Saudi Pro League

Der Freitagabend in Saudi-Arabien war alles andere als gewöhnlich. Im Stadion des Al Qadisiya (ja, für die Romantiker der Traditionsverein Qadsia Sporting Club) bebte der Boden bei einem der packendsten Spiele des Spieltags: dem Besuch des mächtigen Al Ahli, mit einem Mexikaner als grossem Star. Falls du immer noch denkst, Fussball sei dort nur eine Pflichtübung, dann muss ich dich enttäuschen. Das ist pure Leidenschaft, und das Duell zwischen Al-Qadisiya und Al Ahli hat es eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Vom Anpfiff weg war klar, dass beide Teams mit voller Leidenschaft zur Sache gingen. Die Schützlinge des Al Qadisiyya (wie der Verein in der Region auch genannt wird) wussten, dass sie auf einen direkten Titelanwärter trafen und würden nichts herschenken. Die erste Halbzeit war ein regelrechter Schlagabtausch mit klaren Torchancen auf beiden Seiten. Die einheimischen Fans, wie immer leidenschaftlich, trieben ihr Team bei jedem Zweikampf an. Aber auf der anderen Seite stand ein Al Ahli, das keine Gnade kennt und eine Geheimwaffe in den Reihen hat, die wir in Mexiko nur zu gut kennen.

Julián Quiñones: Der Mexikaner, der die Araber träumen lässt

Über dieses Spiel zu sprechen, ohne Julián Quiñones zu erwähnen, wäre wie Tacos ohne Salsa. Der Stürmer, ehemals bei Atlas und América, war wieder der Dreh- und Angelpunkt im Angriff seiner Mannschaft. Jedes Mal, wenn er den Ball bekam, wurde es still im Stadion, denn alle wussten, dass alles passieren konnte. In einer Aktion von internationalem Format kontrollierte Quiñones einen langen Pass, schüttelte mit einer spektakulären Körpertäuschung zwei Verteidiger ab und zog mit rechts ab – der Torhüter des Qadisiya musste sich mit einer Weltklasse-Parade auszeichnen. Die Heimmannschaft atmete auf, aber die Gefahr war allgegenwärtig.

Für das mexikanische Publikum ist es spannend zu sehen, wie ein in Kolumbien geborener, aber eingebürgerter Mexikaner in einer so kompetitiven Liga wie der Saudi Pro League unverzichtbar geworden ist. Sein Torriecher und sein Einsatz auf dem Platz haben ihn zum Publikumsliebling bei Al Ahli gemacht, und in Spielen wie diesem zeigt sich, warum das so ist.

Die heisse Diskussion vor dem Spiel: Der letzte Platz in der Startelf von Al Ahli

Eines der meistdiskutierten Themen in den Katakomben des Stadions war die Entscheidung des Trainers von Al Ahli bezüglich des letzten Ausländerplatzes in der Startaufstellung. Der arabische Klub hat schliesslich ein Luxusaufgebot, und für dieses Duell buhlten drei Kandidaten um diesen einen Platz. Die Diskussion war vorprogrammiert:

  • Der kreative Mittelfeldspieler: Ein Brasilianer mit einem goldenen linken Fuss, ideal, um dichte Abwehrreihen zu knacken.
  • Der Mittelstürmer: Ein europäisches Kraftpaket, das im Strafraum für Gefahr sorgen sollte.
  • Der schnelle Flügelstürmer: Ein unbequemer Afrikaner für die Aussenbahnen.

Letztlich entschied sich der Trainer für den Flügelstürmer, um mit Tempo die erwartete Defensivtaktik des kommenden Gegners Al Riyadh vs Al Qadisiyah zu knacken – aber das ist eine andere Geschichte, die wir später erzählen werden. Sicher ist, die Entscheidung zahlte sich aus, denn der Auserwählte war ein permanenter Unruheherd für die heimische Abwehr.

Eine zweite Halbzeit zum Aus-der-Haut-Fahren und Schiedsrichter-Diskussionen

Die zweite Halbzeit begann mit einem aggressiveren Al Qadisiya. Der Heimtrainer wechselte und brachte einen frischen Stürmer, der mit einem Kopfball an die Latte beinahe getroffen hätte. Die Antwort von Al Ahli folgte prompt: Quiñones bekam den Ball im Mittelfeld, zog Richtung Tor, liess zwei Gegner aussteigen und wurde gefoult, als er gerade schiessen wollte. Die Spieler forderten Elfmeter, aber der Schiedsrichter entschied auf Weiterspielen. Die Wiederholungen auf den Videowänden zeigten eine Berührung, aber so ist das nun mal: Weder in Saudi-Arabien noch in Mexiko pfeift man gerne gegen die Grossen.

Das Spiel zerfiel in viele Einzelduelle. Es kam zu Auswechslungen, gelben Karten und Rangeleien im Mittelfeld. Der Al-Qadisiya versuchte es mit Flanken, aber die gut gestaffelte Abwehr der Gäste klärte alles. Kurz vor Schluss startete Al Ahli einen tödlichen Konter, der Quiñones allein vor dem Torhüter sah, aber sein Schuss strich knapp am Pfosten vorbei. Das Stadion atmete auf, und mit diesem Seufzer ging es in die Kabinen.

Was kommt: Die nächsten Aufgaben beider Teams

Mit diesem Ergebnis (ein Unentschieden, das sich für beide wie eine Niederlage anfühlte) wird die Tabelle enger. Al Ahli bleibt im Titelrennen, während Al Qadisiya einen wertvollen Punkt sammelt, der sie im Mittelfeld hält. Am nächsten Spieltag wartet ein weiteres brisantes Duell: das Al Riyadh vs Al Qadisiyah verspricht Spannung, besonders wenn die Gelben dieses Niveau halten können. Auf der Seite von Al Ahli hoffen die Fans, dass Julián Quiñones weiterhin seinen Torriecher schärft, denn von ihm hängen viele ihrer Erfolgserlebnisse ab.

In der Bar in unserem Viertel, wo wir das Spiel verfolgten, skandierten die anwesenden Mexikaner Quiñones' Namen, als er das Stadion verliess. Der saudische Fussball ist nicht mehr dieser exotische Ort, an dem Stars ihren Karriereausklang verbringen; es ist eine erbarmungslose Liga mit Top-Spielern und historischen Vereinen wie diesem Al-Qadisiya, das sich vor keinem verstecken muss. Der Spieltag hat uns eines klar gezeigt: In Saudi-Arabien wird Fussball mit der gleichen Leidenschaft gelebt wie in jedem Klassiker bei uns. Und wir sind froh, davon berichten zu können.