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Valneva stürzt ab und erholt sich: Was steckt wirklich hinter dem Kurs und dem Impfstoff VLA2001?

Börse ✍️ Marc Lefèvre 🕒 2026-03-23 12:52 🔥 Aufrufe: 2
Valneva en Bourse

Wenn man das französische Biotech-Unternehmen seit einem Jahrzehnt verfolgt, weiß man, dass Achterbahnfahrten hier zum Alltag gehören. Aber was Valneva diese Woche passiert ist, lässt selbst hartgesottene Profis aufhorchen. Die Aktie ist abrupt unter die Marke von 4,35 Euro gefallen und flirte kurzzeitig mit 3,89 Euro, bevor sie erste Erholungszeichen zeigte. Solche Erschütterungen sorgen bei Privatanlegern immer für helle Aufregung. Also, was steckt wirklich hinter diesem neuerlichen Kurswechsel?

Solide Geschäftszahlen, aber eine launische Marktstimmung

Man muss die Dinge im richtigen Kontext sehen. Die vor einigen Tagen veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen ein solides Bild. Die Einnahmen stimmen, die Liquidität passt, und die Entwicklung der Impfstoffkandidaten macht Fortschritte. Warum also der Absturz? Weil an der Börse, besonders bei einem Unternehmen dieser Größe, der Teufel im Detail der Erwartungen steckt. Der Markt hatte wohl eine aggressivere Prognose erwartet oder spektakulärere Neuigkeiten zum Fortschritt des vielbeachteten Borreliose-Impfstoffs.

Aber hier geht es um Wissenschaft, nicht um Magie. Thomas Lingelbach, der Vorstandsvorsitzende, betont bei jedem Auftritt: Präventive Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln, geht nicht von heute auf morgen. VLA15 (so heißt ihr Kandidat gegen Borreliose) ist wahrscheinlich das am genauesten beobachtete Projekt der Branche, denn wenn es bis zum Ziel kommt, wäre es der erste "Goldesel" der modernen Geschichte gegen diese Krankheit. Aber solange die finale Zulassung noch aussteht, bleibt der Aktienkurs unter Druck.

VLA2001, der COVID-Impfstoff, der alles verändert hat... und die Erwartungen

Man darf nicht vergessen, woher wir kommen. Mit VLA2001 hat Valneva bewiesen, dass sie in der Champions League mitspielen kann. Dieser inaktivierte Impfstoff, der unter anderem im Rahmen strenger Protokolle eingesetzt wurde, war eine echte Entlastung. Für alle, die sich mit regulatorischen Aspekten auskennen, bleibt das Generic Protocol for ECDC Studies of COVID-19 Vaccine Effectiveness Against Confirmed SARS-CoV-2 Using Healthcare Worker Cohorts: Version 3.0 übrigens ein wichtiger Maßstab, um die Wirksamkeit unter realen Bedingungen zu bewerten.

Aber heute hat der Markt ein extrem kurzes Gedächtnis. Die COVID-Zeit ist vorbei, und Anleger wollen nichts mehr von den historischen Impfstoffen hören. Sie wollen etwas Neues, Disruptives. Und Valneva befindet sich gerade in einem schwierigen Zwischentief, zwischen dem Ende der COVID-Euphorie und der noch laufenden Entwicklung ihres Borreliose-Pipelines. Dieses Tal ist oft die Phase, in der Aktienkurse am meisten leiden, weil Händler keine Leere mögen. Sie lieben explosive Quartalszahlen, keine stillen Wartezeiten.

Gründe, die für (oder gegen) die Zukunft sprechen

Was also tun, wenn man Valneva im Depot hat oder mit einem Einstieg liebäugelt? Hier sind einige Punkte, die es zu bedenken gilt:

  • Liquidität und Planungssicherheit: Das Unternehmen hat Finanzierungen und Partnerschaften gesichert. Es wird nicht über Nacht verschwinden. Die Geschäftszahlen bestätigen das: Es ist genug Substanz da, um den Kurs bis zu den nächsten wichtigen Meilensteinen zu halten.
  • Der Borreliose-Fahrplan: VLA15 ist der wichtigste Kurstreiber. Die nächsten Datenauswertungen, falls sie positiv ausfallen, könnten die Aktie regelrecht explodieren lassen. Das ist eine binäre Situation, aber mit einem enormen Potenzial.
  • Die Erfahrung von Thomas Lingelbach: Er ist kein Anfänger. Er hat schon weitaus heftigere Stürme überstanden als diesen kleinen Börsenkälteeinbruch. Seine Strategie, die auf die Entwicklung präventiver Impfstoffe ausgerichtet ist, bleibt konsistent.

An der Börse werden Emotionen bei solchen Werten oft potenziert. Der Fall unter 4,35 Euro hat Stopp-Loss-Marken ausgelöst, automatische Verkäufe, und das hat die Bewegung mechanisch verstärkt. Das ist klassisch. Interessanter wird sein zu sehen, ob es dem Titel in den nächsten Tagen gelingt, sich über dieser psychologischen Schwelle zu stabilisieren. Wenn ja, könnte die technische Gegenreaktion genauso heftig ausfallen wie der Absturz.

Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Heute auf Valneva zu setzen, heißt, auf das Biotech von morgen zu setzen, mit all den Risiken und Chancen, die das mit sich bringt. Aber wer in den unsicheren Phasen von VLA2001 durchgehalten hat, weiß: Wenn die Wissenschaft liefert, folgt der Markt ihr am Ende immer.