Schwarzer Freitag: DFM stürzt ab – Iran-Krise erschüttert Anleger. Was bedeutet das für Sie?
Wer heute, am Donnerstag, die Handelsbildschirme am Dubai Financial Market (DFM) verfolgte, sah ein Bild, das wir seit einiger Zeit nicht mehr gewohnt sind. Düstere rote Zahlen prägten die Sitzung, begleitet von massiven Verkäufen, die vor allem die Schwergewichte in den Sektoren Immobilien und Banken trafen. Dies ist keine bloße Korrektur, sondern eine direkte und erschütternde Reaktion auf die Ereignisse in der Nachbarschaft – nach den iranischen Angriffen und der raschen Eskalation, die die gesamte Region in Atem hält.
Die Sitzung begann mit schweren Verlusten, die sich schnell von Dubai auf Abu Dhabi ausweiteten, bevor die Börse vorübergehend geschlossen wurde. Doch die Frage, die heute jeden Anleger bewegt: Ist dies bereits der Boden, oder ist die Verkaufswelle erst der Anfang? Als jemand, der den lokalen Markt seit Jahren beobachtet, kann ich sagen: Was wir heute sehen, ist die heftigste Panikwelle, die die Portfolios seit Mitte letzten Jahres erfasst hat. Die Liquidität ist drastisch eingebrochen, das Angebot übersteigt die Nachfrage bei Weitem, und alle versuchen, durch das sprichwörtlich enge Fenster ins Freie zu gelangen.
Warum hat der Markt heute solche Angst?
Der unmittelbare Grund bedarf keiner Interpretation. Die Raketen und Drohnen, die im Morgengrauen durch die Lüfte flogen, waren keine bloße Randnotiz. Sie sind ein geopolitischer Schock, der mitten ins Vertrauen ausländischer und einheimischer Anleger zielt. Der Dubai Financial Market (DFM), der stark von ausländischen Kapitalströmen und einer optimistischen Grundstimmung lebt, ist der erste, der unter solchen Erschütterungen leidet. Jeder erinnert sich an die alte Börsenweisheit: "Beim ersten Raketenalarm, verkaufe die erste Aktie." Genau das passiert hier im wahrsten Sinne des Wortes, selbst wenn der Markt der VAE geografisch weit von der Feuerlinie entfernt scheint – emotional ist er ihr jedoch ganz nah.
- Immobiliensektor: Unternehmen wie Emaar und Dyar standen im Kreuzfeuer, da Anleger befürchten, dass jede regionale Spannung Projekte zum Stillstand bringen und den Tourismus sowie die Kaufaktivität beeinträchtigen könnte.
- Banken: Die Aktien der Dubai Islamic Bank und der Emirates NBD fielen deutlich, inmitten von Sorgen über mögliche Kreditausfälle oder eine Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität.
- Liquidität: Kaufaufträge sind fast vollständig verschwunden, was bedeutet, dass selbst diejenigen, die zu niedrigeren Preisen verkaufen wollen, möglicherweise keinen Käufer finden.
War die vorübergehende Schließung notwendig?
Die alteingesessenen Händler am Dubai Financial Market (DFM) wissen, dass eine vorübergehende Schließung keine leichte Entscheidung ist. Doch in solchen Momenten gleicht sie einem "Sicherungsautomaten", der den Strom unterbricht, um die Geräte vor dem Durchbrennen zu schützen. Die Schließung gab Gelegenheit, die Gemüter zu beruhigen und eine Abwärtsspirale mit kompletten Einbrüchen zu verhindern. Sie erhöht jedoch natürlich die Anspannung, denn wenn der Markt morgen oder übermorgen wieder öffnet, muss er all diesen aufgestauten Schock verarbeiten. Ich persönlich erwarte eine außergewöhnliche Sitzung voller Volatilität. Möglicherweise sehen wir schnelle Erholungsversuche von Marktmachern, aber diese könnten sich als nicht nachhaltig erweisen.
Was bedeutet das für den Kleinanleger?
In solchen Paniksitzungen rate ich stets, nicht emotional zu handeln. Der heutige Einbruch ist heftig, aber er ist nicht das Ende der Welt. Wenn Sie ein langfristig orientierter Anleger sind, können solche Momente goldene Gelegenheiten schaffen – allerdings nur unter der Bedingung, dass der geopolitische Sturm schnell vorüberzieht. Die wirkliche Gefahr wäre eine Ausweitung der Spannungen zu einem offenen Krieg, was sich niemand Vernünftiger in der Region wünscht. Bislang bin ich der Ansicht, dass die Märkte der VAE dank der Stärke und Diversität unserer Wirtschaft in der Lage sind, Schocks besser zu absorbieren als andere Märkte. Sie benötigen jedoch Zeit und Ruhe an der regionalen Front. Die kommende Woche wird entscheidend sein, um den wahren Kurs des DFM zu bestimmen.