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Russland im Krieg, bei Olympia und auf dem Platz: Von Drohnenangriffen bis zu Katharinas Erbe

Welt ✍️ Lars Thomsen 🕒 2026-04-06 15:22 🔥 Aufrufe: 1
Rettungskräfte bergen ein Baby aus den Trümmern nach russischem Drohnenangriff

Es ist Nacht, die Dunkelheit ist dicht, und dann dröhnen die Drohnen da oben. Schon wieder. Eine weitere Stadt in der Ukraine wurde von Russlands Luftangriffen geweckt, und wieder graben Rettungskräfte mit bloßen Händen in Beton und zerbrochenem Glas. Um 3:17 Uhr gelang es einem Team des lokalen Katastrophenschutzes, einen kleinen Säugling lebend aus den Trümmern zu ziehen. Ein Moment purer Erleichterung mitten in all dem Grauen. Denn während sich der Krieg zwischen Russland und der Ukraine einer weiteren traurigen Schwelle nähert, sind es oft die kleinen, zitternden Sekunden, die die wahre Geschichte erzählen.

Gleichzeitig wird von massiven Stromausfällen in mehreren Regionen berichtet. Krankenhäuser laufen mit Generatoren, Wasserpumpen stehen still, und in der Dunkelheit sitzen Familien und lauschen auf den nächsten Knall. Russland behauptet offiziell, dass eine seiner Minen angegriffen wurde – aber egal, wer zuerst geschossen hat, die Folgen sind dieselben: tote Zivilisten, zerbombte Wohnblöcke und eine Bevölkerung, die immer wieder bei Null anfangen muss. Ich habe den Konflikt genau verfolgt, und lassen Sie mich eines klar sagen: Dieser Winter wird der härteste bisher.

Was passiert mit Russlands Fußballnationalmannschaft und Olympia?

Während die Bomben fallen, kämpft Russlands Fußballnationalmannschaft auf einem ganz anderen Spielfeld – nämlich dem diplomatischen. Das Team wurde aus fast allen internationalen Turnieren ausgeschlossen, und die Chance, die russischen Stars in naher Zukunft bei einer EM- oder WM-Endrunde zu sehen, ist gleich null. Das ist ein gewaltiger Kontrast zu der Zeit, als Schtschennikow & Co. die Stadien mit Rot, Weiß und Blau füllten.

Und was ist mit Russland bei Olympia? Hier ist die Lage genauso undurchsichtig. Die Sportverbände lassen die Tür einen Spalt offen, aber nur für neutrale Athleten ohne Flagge oder Hymne. Stellen Sie sich vor, Sie laufen den 100-Meter-Finale – und dürfen dann nicht einmal auf Ihr eigenes Land zeigen. Für die meisten russischen Sportler fühlt sich das wie eine Teilnahme zweiter Klasse an, aber für einige ist es der einzige Weg an die Spitze. Die Frage ist, ob Sport überhaupt von Politik getrennt werden kann, wenn Russlands Militärmaschinerie in Osteuropa ungebremst donnert.

  • Tote und Verletzte nach dem jüngsten Drohnenangriff auf einen Wohnblock in der Region Charkiw.
  • Stromausfälle treffen über 200.000 Haushalte – Wasser und Wärme sind die Nächsten in der Reihe.
  • Russlands Fußballnationalmannschaft spielt jetzt nur noch Freundschaftsspiele gegen Länder wie den Iran und Syrien.
  • Russland bei Olympia in Paris 2024: nur 15 neutrale Teilnehmer – ein historischer Tiefpunkt.

Katharina II. von Russland – eine Kaiserin im Krieg

Wenn man über Russlands historische Machtträume spricht, taucht Katharina II. von Russland immer wieder auf. Die deutsche Fürstin, die zur autokratischen Kaiserin aufstieg, erweiterte das Reich nach Süden und Westen – mit Klugheit und eiserner Hand. Sie modernisierte St. Petersburg, korrespondierte mit Voltaire und gab einer der glanzvollsten Epochen der russischen Geschichte ihren Namen. Aber sie führte auch blutige Kriege gegen das Osmanische Reich und löste Polen auf.

Der Vergleich mit dem heutigen Russland ist nicht zu übersehen. Wieder sitzt ein Kremlherrscher an der Macht, der Größe und Einfluss wiederherstellen will – nur mit Drohnen anstelle von Kavallerie. Der Unterschied ist, dass Katharina ihren Untertanen nie erklären musste, warum junge Soldaten in Zinksärgen nach Hause kamen. Heute fließen die Bilder von der Front direkt in unsere Wohnzimmer, und niemand kann die Augen vor den Folgen des Krieges zwischen Russland und der Ukraine verschließen.

Der Rettungsmann, der den kleinen Säugling ausgegraben hat, heißt Oleksandr. Er hat das schon zehn Mal zuvor getan. Hinterher sagte er: „Ich bin nicht heil. Ich bin nur ein Mann, der nicht schlafen kann, bevor ich nach den Lebenden gesucht habe.“ So fühlt sich Russlands neuer Krieg am Boden an. Nicht wie geopolitisches Schach, sondern wie eine endlose Nacht voller kleiner, zitternder Lichtblicke – ein Babygeschrei, ein Generatorstillstand, ein einziger Elfmeter, der nie getreten wird. Und ein historisches Echo aus Katharinas Zeit, das zeigt, dass Macht immer ihren Preis hat.