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Zenia Stampe im Gummistiefel: Wie die Schweinedebatte Bornholm und die Landwirtschaft spaltet

Politik ✍️ Mikkel Hansen 🕒 2026-03-13 11:24 🔥 Aufrufe: 1

Zenia Stampe im Gummistiefel, umgeben von Schweinen und mit Schlamm bis zu den Knien. Das war das Bild, als die politische Führerin der Radikalen am Mittwochnachmittag Ernährungsminister Jacob Jensen (V) traf – nicht auf Christiansborg, sondern mitten in einem Schweinestaal. Denn wenn der Wahlkampf so richtig Fahrt aufnimmt, kann man nicht einfach am Schreibtisch sitzen und über Agrarpolitik reden. Man muss raus und sie hautnah erleben.

Zenia Stampe und Jacob Jensen im Schweinestall

Es war ein eher unkonventioneller Rahmen für eine politische Debatte. Aber das Thema hätte kaum traditioneller dänisch sein können: die Zukunft der Schweineproduktion. Zenia Stampe, die nie einen Hehl aus ihrer grünen Agenda gemacht hat, musste erklären, wie man Ambitionen für weniger, aber bessere Produktion mit einer Industrie vereinbaren kann, die die Grundlage für Tausende von Arbeitsplätzen bildet. Und hier wurde es richtig interessant.

Denn während die Debatte in den Ställen über Tierwohl und Klima ging, prallt dasselbe Thema auf Bornholm auf eine völlig andere Realität. Hier fürchtet man, dass politische Entscheidungen in Kopenhagen der Insel lebenswichtige Arbeitsplätze kosten könnten. Sollte ein tatsächlicher Stopp für die Erweiterung oder die Einrichtung neuer Schweinebestände eingeführt werden, droht der Danish-Crown-Schlachterei in Rønne, dass ihr die Schweine zum Schlachten ausgehen. Und im schlimmsten Fall könnte das die Schließung bedeuten.

Der Vorsitzende von Bornholms Landwirtschaft & Ernährung hat bereits Alarm geschlagen: Ein solcher Eingriff würde die Insel härter treffen als die meisten anderen Orte. Denn Bornholm ist nicht nur eine Ferieninsel – es ist auch eine Insel, auf der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion die Räder am Laufen halten. Und die Schlachterei in Rønne ist einer der ganz großen Eckpfeiler.

Zwei Frauen, zwei Realitäten

Während Zenia Stampe im Stall stand und für eine Zukunft mit weniger, aber nachhaltigeren Schweinen argumentierte, saß vielleicht eine ganz andere Frau zu Hause auf Bornholm und dachte über ihre Zukunft nach. Es ist der klassische Konflikt zwischen der grünen Transformation und den lokalen Arbeitsplätzen. Und genau jetzt prallen diese zwei Welten im Wahlkampf aufeinander.

  • Zenia Stampe betont, dass wir weniger, aber teureres Fleisch produzieren sollen – gerne Bio – damit der Landwirt davon leben kann und das Klima es verkraftet.
  • Ernährungsminister Jacob Jensen (V) sieht Lösungen stattdessen in Technologie und Effizienzsteigerung: weniger Emissionen pro Schwein, damit die Produktion aufrechterhalten werden kann.
  • Auf Bornholm kämpft man darum, Arbeitsplätze zu erhalten, und fürchtet, dass die Kompromisse der Hauptstadt der Insel am Ende die Lebensader kosten.

Ich verfolge die dänische Politik seit über zwanzig Jahren und kann mich an eine Zeit erinnern, in der Venstre und die Radikalen quasi zwei Seiten derselben Medaille waren. Heute stehen sie auf gegenüberliegenden Seiten des Schweinepfads. Diese Wahl wird nicht nur eine Entscheidung über die Macht – es wird eine Entscheidung darüber, in welche Richtung sich die dänische Landwirtschaft bewegen soll. Und egal, was man von Zenia Stampes Politik hält, man muss anerkennen, dass sie die Debatte aus den warmen Büros heraus und in die konkreteste Realität der dänischen Landwirtschaft verlagert hat.

Also, wenn Sie das nächste Mal vor dem Regal stehen und eine Packung Bacon im Supermarkt auswählen, denken Sie daran: In jeder einzelnen Scheibe steckt ein politischer Kampf. Und mitten in diesem Kampf steht Zenia Stampe – mit den Gummistiefeln fest in der Erde verankert.