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Victor Orbán und der Marsch des Rechtspopulismus auf Europa: Was bedeutet die Unterstützung für Dänemark?

Politik ✍️ Lars Mikkelsen 🕒 2026-03-25 14:19 🔥 Aufrufe: 1

Es liegt etwas in der Luft dieser Tage. Vielleicht liegt es am bevorstehenden Wahlkampf, der bald über Europa hereinbrechen wird, aber wenn man derzeit nach Budapest blickt, ist die symbolische Schwere kaum zu übersehen. Viktor Orbán steht nicht länger nur als Ungarns Ministerpräsident da; er ist zu einem Sammelpunkt für eine gesamte Bewegung geworden, die sich von Washington D.C. bis nach Brüssel erstreckt. Und es sind nicht nur die üblichen europäischen Nationalisten, die ihren Weg in die ungarische Hauptstadt gefunden haben, um ihre Unterstützung zu zeigen. Nein, wenn man genauer hinsieht, geht es hier um eine weitaus tiefere Allianz, die das Fundament unseres westlichen Bündnisses infrage stellt.

Victor Orbán taler til støtter

Budapest, das Epizentrum der Macht

Wir haben das schon einmal gesehen, aber nie so deutlich wie jetzt. In den letzten Tagen waren die Straßen Budapests gefüllt mit Solidaritätsbekundungen, die die Stadt fast wie ein alternatives Machtzentrum in der EU erscheinen lassen. Es sind nicht nur die üblichen Verdächtigen aus Polen oder italienische Minister, die dort auftauchen. Nein, es ist vor allem die Verbindung zu den USA, die den Funken zum Brennen bringt. Man könnte es, wenn man ein wenig frech sein will, die „America Last“-Bewegung nennen – ein Slogan, der die traditionelle US-Außenpolitik auf den Kopf stellt. Denn genau das steht hier auf dem Spiel. Während die Mehrheit in Washington die Europäer historisch als natürliche Verbündete betrachtete, hat sich im rechten politischen Spektrum der USA eine starke Fraktion herausgebildet, die seit Jahrzehnten eine Schwäche für starke Männer hat – von Putin bis eben Viktor Orbán.

Die Geschichte einer langen Liaison

Wenn man sich mit dieser Dynamik beschäftigt, merkt man, dass es hier um viel mehr geht als um ein paar Wahlplakate. Es geht um eine ideologische Liaison, die sich über Jahrzehnte entwickelt hat. Die US-amerikanische Rechte hatte schon lange ein gespanntes Verhältnis zur liberalen Weltordnung, die die USA selbst nach dem Zweiten Weltkrieg mit aufgebaut hatten. Stattdessen richtete sie ihren Blick auf Führungspersönlichkeiten, die ihre Sprache sprechen: Kulturkampf, Souveränität über alles und eine tiefe Skepsis gegenüber dem, was sie den „Globalismus“ nennen.

  • Die ideologische Verwandtschaft: Es geht hier nicht nur um politische Taktik. Es existiert eine echte Faszination für Orbáns „illiberale Demokratie“ – ein Modell, das in mehreren europäischen Ländern Fuß fasst.
  • Trumps offene Unterstützung: Er hat es sich zur Gewohnheit gemacht, sich in die europäische Politik einzumischen. Er hat direkt dazu aufgerufen, Orbán zu wählen, was eine ziemlich krasse Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Verbündeten darstellt.
  • Der Kampf um die Werte: Für uns hier in Dänemark geht es vor allem um die Frage, in welche Richtung sich die EU entwickeln soll. Sollen wir mehr vom ungarischen Modell bekommen, oder halten wir an den Prinzipien des Rechtsstaats fest?

Hier kommt der Begriff „Behind the Illiberal Turn: Values in Central Europe“ wirklich zum Tragen. Es ist nicht nur eine Frage von Steuern oder Wirtschaft. Es ist eine Frage davon, was wir als unsere Kernwerte definieren. Orbán hat eine Erzählung aufgebaut, wonach er Europa vor äußeren Einflüssen schützt – sowohl physisch als auch kulturell. Diese Erzählung verkauft sich bei einer wachsenden Wählergruppe wie geschnitten Brot – und nicht nur in Ungarn.

Was bedeutet das für uns in Dänemark?

Man könnte meinen, das alles spiele sich weit weg ab. Aber in Wahrheit ist es genauso nah wie die nächste Europawahl. Die Kräfte, die Orbán unterstützen, haben Verbündete in unserem eigenen Parlament. Dieselben Argumente über Souveränität, dass die „Elite“ in Brüssel die Macht an sich gerissen habe, tauchen wieder auf. Und mit der expliziten Unterstützung durch mächtige Kräfte in den USA erhält das eine ganz andere Dimension.

Wir stehen also in einer Situation, in der ein entscheidender Kampf um die Zukunft Europas ausgetragen wird. Die eine Seite träumt von einem starken, föderalen Europa, das auf liberalen Werten basiert. Die andere Seite, mit Viktor Orbán als Galionsfigur, träumt von einem „Europa der Vaterländer“, in dem der Nationalstaat das letzte Wort hat und man nicht davor zurückschreckt, sich auf der anderen Seite des Atlantiks Inspiration zu holen. Es wird ein intensiver Wahlkampf werden, und er wird zweifellos die politische Agenda in Dänemark weit mehr prägen, als wir gerade vermuten.