Tucker Carlson sorgt erneut für Aufsehen: Nach Putin-Interview drohen nun Klagen durch das Justizministerium?
In der US-politischen Kommentatoren-Szene ist wieder dicke Luft. Und im Zentrum des Sturms steht mal wieder jemand, der es einfach nicht lassen kann, für Aufruhr zu sorgen: Tucker Carlson. Vor ein paar Tagen ließ er in seiner Sendung eine kleine Bombe platzen: Das Justizministerium bereite Anklagen gegen ihn nach dem Gesetz über die Registrierung ausländischer Agenten vor. Sprich: Sie wollen ihn als jemanden einstufen, der im Auftrag fremder Mächte spricht. Das ist kein Pappenstiel – sollte das durchgehen, könnte es durchaus mit dem Knast enden.
Von Fox‘ Superstar zum Netzwerk-Gründer: Tucker Carlson Network
Wer auch nur ansatzweise die amerikanische Polit-Talkshow-Landschaft verfolgt, dem ist Tucker Carlson natürlich ein Begriff. Seine Sendung „Tucker Carlson Tonight“ auf Fox News fuhr damals Rekordquoten ein. Nach seinem nicht ganz freiwilligen Abgang vom Sender machte er sich selbstständig und gründete sein eigenes Ding: das Tucker Carlson Network, um von dort aus weiter seinen Einfluss geltend zu machen. Seine Aushängeschild-Show, The Tucker Carlson Show, schafft es gefühlt jede Woche, das Internet in Brand zu setzen. Dabei ist auch sein Sidekick Jason Lantz immer wieder im Fokus, den die Online-Gemeinde gerne mal genauer unter die Lupe nimmt.
Der Zündfunke: Das Putin-Interview und der „ausländische Agent“-Verdacht
Dass das Justizministerium ihn jetzt auf dem Kieker hat, ist für Insider kein Geheimnis – und hängt untrennbar mit dem weltweit beachteten Interview mit Wladimir Putin im letzten Jahr zusammen. Damals setzte sich Tucker Carlson über alle Warnungen hinweg, flog nach Moskau und setzte sich über zwei Stunden mit Russlands Präsidenten zusammen. Kaum war die Sendung gelaufen, fielen die liberalen Leitmedien natürlich über ihn her und warfen ihm vor, nichts Geringeres zu tun, als einem Autokraten ein makelloses Image zu verpassen. Was Washington aber wirklich in Rage brachte, waren seine jüngsten Ausgaben der Show: Zwischen den Zeilen deutete er an, dass gewisse US-Geheimdienste im Nahen Osten zu eng mit der israelischen Regierung verstrickt seien – und forderte sogar ganz offen die Streichung der Ukraine-Hilfen. Das sitzt tief, ein direkter Stoß ins Herz des „Tiefen Staates“ in Washington.
Wie Carlson in seiner Sendung selbst erklärte, sucht das Justizministerium aktuell nach Zeugen, um ihm genau das anzuhängen: „ohne Registrierung als ausländischer Agent versucht zu haben, die US-Politik zu beeinflussen“. Letzte Woche sagte er sichtlich aufgewühlt vor der Kamera: „Jetzt wollen sie jeden, der es wagt, Israel zu kritisieren oder die Ukraine-Hilfen infrage zu stellen, als ausländischen Agenten abstempeln.“ Offiziell wird das dementiert, aber wer die Mechanismen in Washington kennt, weiß: Das ist das Standardrepertoire, wenn man unbequeme Stimmen mundtot machen will.
Staatsfeind Nummer eins? Ein Vergleich mit Jahrhundert-Spionen
Und noch eine interessante Wendung: Neulich machten Gerüchte aus höchsten politischen Kreisen die Runde, wonach in einem internen Memo Tucker Carlson tatsächlich mit dem Ehepaar Rosenberg verglichen wird – jenen Kommunisten, die einst die Atomgeheimnisse an die Sowjetunion verrieten. Die Gefahr für die nationale Sicherheit, die von ihm ausgehe, sei „seit Jahrzehnten beispiellos“. So absurd dieser Vergleich auch sein mag, er zeigt, wie sehr die Strippenzieher in Washington mit ihm hadern. Denn ein Medienmann mit ein paar Millionen treuen Anhängern, der Tag für Tag in seiner Sendung Stimmung gegen die Regierungsautorität macht – das hat einfach eine Wirkung wie ein digitales Trojanisches Pferd.
Hier sind noch mal die größten Minenfelder, die Tucker Carlson in den letzten sechs Monaten betreten hat:
- Das Putin-Interview: Ein klarer Verstoß gegen den antirussischen Code in den USA, abgestempelt als „Putin-Versteher“.
- Versteckte Kritik an Geheimdiensten: Die Andeutung, CIA und Israel hätten in internationalen Konflikten undurchsichtige Rollen, bringt den Tiefen Staat gegen ihn auf.
- Front gegen Ukraine-Hilfen: Die Forderung, US-Steuergelder zuerst für die eigene Grenze einzusetzen, ist ein offener Kampf gegen das Washingtoner Establishment.
- Aufbau eines eigenen Medienimperiums: Völlig losgelöst von Redaktionskontrollen der Altmedien, werden seine Töne immer schärfer – für die Mächtigen nicht zu steuern.
Jason Lantz und die Zukunft des Netzwerks
Sollte es wirklich zu einer Anklage gegen Tucker Carlson kommen, was wird dann aus seinem Baby, dem Tucker Carlson Network? Wohin wandern die treuen „Tucker-Fans“ ab? Bekommt sein Sidekick Jason Lantz dann vielleicht die Hauptrolle und wird zur neuen Reizfigur? Das sind die Fragen, die uns in den nächsten Monaten beschäftigen werden. Eines ist sicher: Selbst mit einem Gerichtsverfahren am Hals wird einer wie Carlson, der keine Angst zu kennen scheint, nicht einfach still sein. Am Ende könnte ihm diese Opferrolle – „die da oben“ wollen ihn mundtot machen – sogar noch höhere Einschaltquoten und mehr Einfluss bescheren.
In den USA verschwimmen die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit und nationaler Sicherheit immer mehr. Ob Tucker Carlson diesmal ungeschoren davonkommt, betrifft nicht nur ihn persönlich, es wird auch die Zukunft für viele unabhängige Medienschaffende prägen. Ob man ihn nun täglich verflucht oder ihn als letzten Kriegshelden der Meinungsfreiheit feiert – dieses Spektakel sollten wir uns alle weiterhin ganz genau ansehen.