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Referendum 2026: Wann wird über die Justizreform abgestimmt? Termine, Uhrzeiten und Ablauf

Politik ✍️ Marco Ferri 🕒 2026-03-18 09:21 🔥 Aufrufe: 1
Italienische Wahlkarte

So weit ist es. Nach monatelangen Stammtischdiskussionen, hitzigen Debatten im Parlament und Protesten vor Gerichten steht der entscheidende Termin unmittelbar bevor. Falls auch Sie sich fragen, wann über das Referendum abgestimmt wird, dann markieren Sie sich diese Daten fett im Kalender: Gewählt wird am Sonntag, den 22., und Montag, den 23. März 2026.

Ich weiß, es wirkt ungewohnt, an einem Montag zu wählen, aber das hatten wir zuletzt schon bei der Europawahl. Die Wahlzeit wurde verlängert, um wirklich jedem die Möglichkeit zur Stimmabgabe zu geben – schließlich geht es hier um eine nicht zu unterschätzende Verfassungsreform. Am Sonntag kann man von 7 bis 23 Uhr seine Stimme abgeben, am Montag von 7 bis 15 Uhr. Wenn Sie also montagfrüh rausmüssen, können Sie praktischerweise vor der Arbeit noch im Wahllokal vorbeischauen. Praktisch, oder?

Apropos: Lassen wir die langweiligen Details beiseite. Heute versuche ich, es Ihnen so zu erklären, als würden wir bei einem Kaffee zusammensitzen – ausgehend von einer Erinnerung, die mir beim Lesen der letzten Schlagzeilen gekommen ist.

Wenn Wählen Geschichte schreibt: Vom Südsudan nach Italien

Jedes Mal, wenn ich das Wort Referendum höre, denke ich an das Jahr 2011 zurück. Ich klebte damals vor dem Fernseher und verfolgte das Referendum zur Unabhängigkeit des Südsudan. Eine ernste Sache, einer jener Momente, in denen der Stimmzettel in der Wahlkabine wirklich die Landkarte der Welt verändert. Fast vier Millionen Südsudanesen gingen nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs vom 9. bis 15. Januar zu den Urnen. Das Ergebnis? Ein Plebiszit: 98,83 % stimmten für die Unabhängigkeit. Die Geburtsstunde einer Nation.

Unser Referendum wird zwar keinen neuen Staat erschaffen, aber es versucht im Kleinen, einen Teil der Verfassung zu revolutionieren, der uns alle betrifft: die Justiz. Deshalb darf die Entscheidung, wann man für das Referendum stimmt, nicht leichtfertig getroffen werden.

Was sich bei einem Sieg des Ja (oder des Nein) ändert

Ich werde hier nicht den Besserwisser spielen, aber nur damit wir verstehen, worüber wir auf dem hellgrünen Stimmzettel entscheiden: Die Reform führt die Trennung der Karrierewege von Richtern und Staatsanwälten ein. Vereinfacht gesagt: Richter und Ankläger durchlaufen künftig getrennte Laufbahnen mit zwei eigenständigen Obersten Richterräten. Die Mitglieder werden nicht mehr nur von den Strömungen innerhalb der Justiz gewählt, sondern teilweise auch ausgelost, um die berüchtigten Seilschaften zu verhindern.

Zudem wird ein neuer Oberster Gerichtshof für Disziplinarverfahren geschaffen. Kurzum: eine ordentliche Modernisierung. Befürworter des Ja sprechen von unabhängigeren Richtern, die stärker den Grundsätzen des Rechtsstaats verpflichtet sind – wie kürzlich auch Arturo Parisi betonte. Die Nein-Sager hingegen warnen vor "Sheriff-Staatsanwälten" und explodierenden Kosten (es ist von zusätzlichen 50 Millionen Euro pro Jahr die Rede).

Der praktische Wahlhelfer: Dokumente und Tipps

Kommen wir zum Wesentlichen. Zum Wählen benötigen Sie Ihre Wahlkarte. Das alte Teil, das meist zusammen mit den Kassenbons im Portemonnaie steckt. Sind die Stempelfelder alle voll oder haben Sie sie verloren? Keine Panik: Das Wahlbüro Ihrer Gemeinde hat mit Sonderöffnungszeiten geöffnet. An den Tagen vor der Wahl (Freitag, 20. und Samstag, 21. März) von 9 bis 18 Uhr und während der gesamten Wahlzeit. Bringen Sie ein Ausweisdokument mit, und die Zweitausstellung ist in zwei Minuten erledigt.

Achten Sie auf diese Details, um nicht wie der sprichwörtliche "Otto Normalverbraucher" dazustehen:

  • Ausweis: Personalausweis, Führerschein oder Reisepass sind gültig. Hauptsache, es ist ein Lichtbild vorhanden und das Dokument ist nicht abgelaufen.
  • Stift: Lassen Sie den Kugelschreiber zu Hause. Im Wahllokal erhalten Sie einen speziellen Wahlstift, dessen Farbe nicht verwischt.
  • Unterstützung bei der Stimmabgabe: Bei Mobilitäts- oder Sehproblemen können Sie eine Person Ihrer Wahl mit in die Kabine nehmen. Eine Begleitperson darf jedoch nur einer Person mit Behinderung helfen.

Italiener im Ausland? So funktioniert's

Für unsere Landsleute außerhalb Italiens läuft es anders. Bei der AIRE (Auslandsitaliener-Register) Gemeldete erhalten das Wahlpaket mit Stimmzettel und frankiertem Rückumschlag direkt nach Hause. Sie müssen es bis spätestens 16 Uhr (Ortszeit) am 19. März an das zuständige Konsulat zurücksenden.

Wer sich hingegen vorübergehend (mindestens drei Monate) aus beruflichen, studien- oder krankheitsbedingten Gründen im Ausland aufhält, musste seinen Antrag bis zum 18. Februar stellen. Wer das getan hat, sollte den Briefkasten im Auge behalten: Das Wahlpaket kommt direkt dorthin.

Keine Ausreden: Es gibt kein Quorum

Ich weiß, viele denken: "Wenn ich nicht hingehe, passiert das Gesetz schon nicht." Falsch gedacht: Bei Verfassungsreferenden gibt es kein Quorum. Es gewinnt, was die Mehrheit der abgegebenen Stimmen (Ja oder Nein) erhält – völlig unabhängig von der Wahlbeteiligung. Sprich: Bleiben Sie zu Hause, entscheiden die anderen. Und da es um eine Verfassungsänderung geht, ist es vielleicht den Gang zum Wahllokal wert – und sei es nur, um das Kreuz an der Stelle zu machen, die Sie für richtig halten.

Also, nehmen Sie sich zwischen Sonntagsspaziergang und Kartenspiel eine halbe Stunde Zeit. Die Zukunft der italienischen Justiz liegt auch in Ihren Händen. Und am nächsten Tag im Büro oder in der Bar sind Sie garantiert der Einzige, der mit fundiertem Wissen sagen kann: "Ich war dabei!"