Espido Freire: „Ich habe zu viel Interesse daran, in Erinnerung zu bleiben“ – Die Autorin im Mittelpunkt der Buchmesse Cuenca 2026
Es gibt Schriftsteller, die hinterlassen eine Spur, die schwer zu bemessen ist. Und dann ist da Espido Freire, diese Naturgewalt aus Bilbao, die seit Jahrzehnten beweist, dass Literatur nicht nur Handwerk ist, sondern eine Art, in der Welt zu sein. In diesen Tagen hallt ihr Name laut durch die Provinz Cuenca, wo die Buchmesse ihr einen zentralen Raum gewidmet hat. Und das zu Recht: Wenn Espido spricht, sollte man hinhören.
Von Cuenca in die Ätherwellen: Die anhaltende Relevanz einer einzigartigen Stimme
Die Anwesenheit von Espido Freire auf der Buchmesse Cuenca 2026 war einer der großen Anziehungspunkte dieser Ausgabe. Nicht nur wegen ihres unbestreitbaren Lebenslaufs, der den Premio Planeta mit gerade einmal 24 Jahren für Melocotones helados umfasst, sondern wegen ihrer Fähigkeit, eine Verbindung zum Leser herzustellen. Auf dem Messegelände sah man sie entspannt, wie sie mit alteingesessenen Buchhändlern plauderte und Exemplare mit ihrer unverwechselbaren, entschlossenen und charaktervollen Handschrift signierte. Es ist dieselbe Energie, die sie erst vor wenigen Tagen ausstrahlte, als sie im Studio Platz nahm, um unter anderem über Literatur zu sprechen, klar, aber auch über die Integration von Migranten und über die ganz menschlichen Themen der Zeit. Denn das ist es, was Espido Freire ausmacht: Sie hat sich nie im Elfenbeinturm versteckt.
„Ich habe zu viel Interesse daran, in Erinnerung zu bleiben“
Einer der Sätze, die in den letzten Tagen am häufigsten kursierten und ihren Charakter perfekt zusammenfassen, fiel in einem kürzlichen Interview anlässlich der Messe in Cuenca. Sie sagte es ohne zu zögern: „Ich habe zu viel Interesse daran, in Erinnerung zu bleiben“. Und wohlgemerkt, das ist kein Ausdruck von Arroganz, sondern ganz im Gegenteil. Es ist eine Absichtserklärung. In einer Welt, in der viel veröffentlicht und schnell gelesen wird, vertritt Freire einen gesunden Ehrgeiz: den, ein Werk zu schaffen, das Bestand hat, Worte zu finden, die zählen. Diese Reflexion über das literarische Gedächtnis findet in einem Ort wie Cuenca, einer Stadt, die von Geschichte und Kultur durchdrungen ist, in der jede Ecke einen zum Innehalten einzuladen scheint, besonderen Anklang. In ihren Gesprächen machte sie deutlich, dass sie nicht schreibt, um Regale zu füllen, sondern um etwas Bleibendes zu hinterlassen.
Eine enge Beziehung zum Leser
Wenn es etwas gibt, das Espido Freire auszeichnet, dann ist es diese fast schon vertraute Verbindung zu denen, die zu ihren Büchern greifen. Bei ihren öffentlichen Auftritten, sei es auf einer regionalen Buchmesse oder bei einer Radio-Talkshow, spürt man, dass sie „eine von uns“ ist. Und sie beweist es jedes Mal, wenn sie den Mund aufmacht, denn sie spricht nicht nur über Literatur, sondern sie lebt sie. Von ihren ersten Romanen bis hin zu ihren jüngsten Essays hat sie die Ränder, die weibliche Psyche und die dunklen Ecken der Gesellschaft mit einem Blick erkundet, der keine Mätzchen macht.
Auf der Buchmesse in Cuenca zeigte sie neben den Begegnungen mit ihren Lesern auch deutlich, was ihr derzeit wichtig ist. Wer die Gelegenheit hatte, ihr zuzuhören, hob ihre entschiedene Verteidigung der Kultur als gesellschaftliche Stütze hervor. Es ist kein Zufall, dass ihr Terminkalender sie in den letzten Monaten quer durch Spanien geführt hat, von großen Metropolen bis hin zu kleineren Messen, denn für sie steht der Fokus dort, wo ein aufgeschlagenes Buch liegt.
- Ihr Auftritt in Cuenca: Als unbestrittene Hauptfigur lieferte sie unvergessliche Sätze über die Notwendigkeit, ein Vermächtnis aufzubauen.
- Stimme im Radio: Ihre Beteiligung an den Nachmittags-Sendungen zeigte ihre Vielseitigkeit, gesellschaftliche Themen mit derselben Leichtigkeit zu behandeln, mit der sie eine literarische Figur seziert.
- Ein Vermächtnis im Entstehen: Abseits der Preise betont Espido Freire, dass ihr größter Ehrgeiz darin besteht, dass ihre Worte weiterleben.
Der Blick einer Vollblutschriftstellerin
Mit über zwei Jahrzehnten Karriere im Rücken hat es Espido Freire verstanden, sich neu zu erfinden, ohne ihre Essenz zu verlieren. Diejenigen, die glaubten, sie würde nach dem Planeta-Preis in einem Stil verharren, mussten ihre Meinung mit jeder neuen Veröffentlichung korrigieren. Denn sie, die als eine der glänzendsten jungen Hoffnungen begann, hat sich zu einer der reifsten und kritischsten Stimmen der spanischen Literaturlandschaft entwickelt. Und so hat sie sich, ohne großes Aufheben, einen Platz in der Erinnerung ihrer Leser erobert.
Während einige Autoren die Unmittelbarkeit des Medienrummels suchen, spielt Espido Freire in einer anderen Liga: derjenigen, die verstehen, dass Literatur ein Muskel ist, der mit Wahrheit trainiert wird. Und wenn man ihren Terminkalender betrachtet, mit einer Buchmesse nach der anderen und Kooperationen mit renommierten Medien, scheint dieser Muskel in Bestform zu sein. Wenn Sie die Gelegenheit haben, sie bei einer der nächsten Veranstaltungen zu erleben, zögern Sie nicht. Es lohnt sich, jemandem zuzuhören, der, mit so großem Interesse daran, in Erinnerung zu bleiben, uns täglich die Werkzeuge schenkt, um ein wenig besser zu verstehen, wer wir sind.