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Amos Yee aus den USA abgeschoben, am Flughafen Changi festgenommen und nach Wehrpflichtgesetz angeklagt

Singapur ✍️ Kelvin Ong 🕒 2026-03-20 16:05 🔥 Aufrufe: 2
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Vor fast einem Jahrzehnt verließ er als Teenager Singapur, um Asyl zu suchen, wurde in den USA zu einer polarisierenden Figur und geriet dann in eine Schieflage, die ihn in ein amerikanisches Gefängnis brachte. Nun ist der 27-jährige Amos Yee Pang Sang wieder in seiner Heimat – aber nicht freiwillig.

Am 20. März 2026 wurde Yee im selben Moment festgenommen, als sein Flug am Flughafen Changi landete. Beamte der Zentralen Erfassungsstelle für Wehrpflichtige (CMPB) warteten bereits, und innerhalb weniger Stunden wurde er vor dem Bezirksgericht angeklagt – mit drei Anklagepunkten nach dem Wehrpflichtgesetz. Ihm wird vorgeworfen, nicht zur Musterung erschienen zu sein und Singapur ohne gültige Ausreisegenehmigung verlassen zu haben – und das nicht nur einmal, sondern in zwei getrennten Zeiträumen, die von 2015 bis gestern reichen.

Wer diese Geschichte verfolgt hat, weiß, dass es ein langer und verworrener Weg war. Yee erlangte erstmals 2015 traurige Berühmtheit, nur wenige Tage nach dem Tod des ersten Premierministers Lee Kuan Yew, mit einem Video, das viele als äußerst geschmacklos empfanden. Er wurde in Singapur zweimal inhaftiert, bevor ihm 2017 in den USA Asyl gewährt wurde. Damals sahen seine Unterstützer in ihm ein Märtyrer der Meinungsfreiheit. Doch dann nahmen die Dinge eine Wendung, die niemand erwartet hatte.

Im Jahr 2020 wurde er in Chicago von den US-Behörden wegen Vergehen im Zusammenhang mit Kinderpornografie verhaftet. Bundesstaatsanwälte warfen ihm vor, ein 14-jähriges Mädchen online angebahnt zu haben, wobei er Nacktfotos und Nachrichten austauschte. Im Dezember 2021 wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Im Oktober 2023 wurde er auf Bewährung entlassen, doch die Freiheit währte kaum einen Monat – er wurde wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen erneut festgenommen und landete wieder in Haft.

Im November 2025 wurde er erneut aus dem Gefängnis entlassen, aber nicht freigelassen. Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) nahm ihn sofort in Gewahrsam, um ein Abschiebungsverfahren einzuleiten. Da er immer noch singapurischer Staatsbürger ist – sein Pass war längst abgelaufen – stellten die singapurischen Behörden ihm ein Identitätsdokument aus, um seine Rückkehr zu ermöglichen. Nach Informationen vor Ort bestätigte die ICE seine Abschiebung am 19. März. Am nächsten Tag stand er vor einem Gericht in Singapur.

Was an dieser ganzen Angelegenheit bemerkenswert ist, ist die Art und Weise, wie sich die Zeitlinie zusammensetzt. Zwischen seiner Ausreise aus Singapur Ende 2016 und seiner gestrigen Rückkehr verbrachte er Jahre in den USA – zunächst als Asylbewerber, dann als verurteilter Sexualstraftäter. Auf diesem Weg veränderte sich seine Online-Präsenz dramatisch. Bis 2019 hatte YouTube seinen Kanal entfernt, weil die Plattform Verstöße gegen die Richtlinien zum Schutz von Kindern feststellte. Zeitweise erhielten seine Beiträge sogar Zustimmung von Gruppen wie NAMBLA, der North American Man/Boy Love Association. Es war ein tiefer Fall von den Tagen, an denen er als junger politischer Provokateur galt.

Was vor Gericht geschah

Yee erschien am Freitagmorgen per Videozugriff aus dem Polizeikomplex Cantonment, bekleidet mit einem schwarzen Pullover, mit langen Haaren und einem leichten Lächeln im Gesicht. Die drei Anklagepunkte wiegen schwer nach dem Wehrpflichtgesetz und können mit Geldstrafen von bis zu 10.000 Dollar, drei Jahren Gefängnis oder beidem geahndet werden.

Hier eine kurze Aufschlüsselung der bisherigen Kernpunkte des Falles:

  • Die Anklage wegen der Musterung: Angeblich nicht zur Musterung erschienen vom 26. April 2016 bis zum 19. März 2026
  • Erste Anklage wegen Ausreisegenehmigung: Angeblich Singapur ohne gültige Ausreisegenehmigung verlassen vom 13. Dezember 2015 bis zum 19. April 2016
  • Zweite Anklage wegen Ausreisegenehmigung: Angeblich Singapur ohne gültige Ausreisegenehmigung verlassen vom 15. Dezember 2016 bis zum 19. März 2026
  • Bisheriges gerichtliches Ergebnis: In Untersuchungshaft im Changi-Gefängnis, keine Kaution zugelassen, nächste Anhörung für den 26. März angesetzt

Die stellvertretenden Staatsanwälte beantragten, ihn für die Ermittlungen im Changi-Gefängnis in Untersuchungshaft zu nehmen, dem das Gericht zustimmte. Auf die Frage, ob er einen Anwalt wünsche, antwortete Yee kurz: „Nein.“

In der Heimat ist nun der Justizapparat in Gang gesetzt. Das Verteidigungsministerium (MINDEF) hat klargestellt, dass es eine klare Haltung gegenüber denen einnimmt, die ihre Wehrpflicht verletzen. Yee war 16 Jahre alt, als er hier zum ersten Mal mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Nun, mit 27, steht er vor einem weiteren Kapitel einer Geschichte, die alles andere als geradlinig verlaufen ist.

Im Moment sitzt er hinter Gittern und wartet auf seinen nächsten Gerichtstermin. Eines ist sicher – das ist nicht die Rückkehr, die irgendjemand erwartet hatte, als er Singapur vor all den Jahren verließ.