Wetter in der Schweiz: Polarfront mit Schnee und Kaltlufteinbruch – der aktuelle Wetterradar
Wer am Samstag in Basel oder Zürich unterwegs war, hat es schon gespürt. Da kam sie reingezogen, die Luft. Nicht einfach nur „etwas kühler“, sondern diese ganz spezielle, schneidende Frische, die einem sofort in die Knochen fährt. Jetzt wird es ernst. Die Polarfront, die zuvor schon im Norden Deutschlands für Chaos gesorgt hat, schwenkt jetzt mit voller Wucht zu uns in die Schweiz. Wer dachte, der Frühling sei schon durchgebucht, der muss seine Pläne jetzt ganz schnell über den Haufen werfen.
Ich habe mir gestern Abend noch die aktuellen Wetterkarten angeschaut, wie ich das seit zwanzig Jahren mache, und ehrlich? Selbst die alten Hasen unter den Meteorologen ziehen bei diesem Wetterwechsel den Hut. Es ist nicht einfach nur ein kleiner Kälteeinbruch. Das ist ein turbulenter Umschwung, wie wir ihn zu dieser Jahreszeit nur selten erleben. Die Modelle haben sich in den letzten 48 Stunden immer weiter nach unten korrigiert. Was bedeutet das für uns? Es wird nicht nur nass, es wird weiß.
Schnee bis runter ins Mittelland? Ich sag’s euch, wie’s kommt
Schaut man aufs aktuelle Wetterradar, sieht man die Front ganz klar von Nordwesten her auf uns zurollen. Die klassische Bise zeigt sich von ihrer ungemütlichsten Seite. Entscheidend ist die Schneefallgrenze. Die Prognosen sind da eindeutig: Die polare Kaltluft drückt die Schneefallgrenze heute im Tagesverlauf auf bis auf 600 Meter runter. In der Nacht zum Dienstag und am Dienstagmorgen könnte es sogar noch tiefer gehen. Heißt im Klartext: In Städten wie Bern, Luzern oder St. Gallen liegt nicht nur Regen in der Luft. Da kann durchaus mal eine ordentliche Ladung Schnee runterkommen, die liegen bleibt. Ich wette, dass morgen früh viele aus dem Fenster gucken und erstmal die Augen reiben müssen.
Für alle, die jetzt den Kopf schütteln: Ja, das ist ungewöhnlich. Aber wir sind das ja aus der Schweiz gewohnt, dass der April macht, was er will. Trotzdem, dieser abrupte Wechsel von gefühlt fast schon Sommer auf Winter zurück ist schon eine Ansage. Die Unwetterwarnung der Behörden ist nicht ohne Grund im Umlauf. Das ist keine „vielleicht-wirds-bisschen-kalt“-Warnung, das ist eine „passt-auf-auf-den-Strassen-auf“-Warnung.
Die Kernpunkte für die nächsten Stunden
- Straßenverkehr: Überfrierende Nässe und Schneematsch vor allem in den Morgenstunden. Sommerreifen? Ein echtes Risiko, nicht nur auf dem Gotthard.
- Temperaturen: Höchstwerte um 4 Grad. Mit eisigem Wind liegt die gefühlte Temperatur locker unter null. Wintermützen wieder raus.
- Schneefallgrenze: Sinkt auf 600 Meter und darunter. Auch im Mittelland und in den Städten kann es weiß werden.
- Dauer: Die Polarluft bleibt bis mindestens Mittwoch. Erst zum Ende der Woche wird’s langsam wieder frühlingshaft.
Ich habe gerade noch mal einen Blick ins Wetterradar geworfen. Über dem Jura und dem Schwarzwald sammeln sich die Niederschläge gerade richtig auf. Das zieht jetzt direkt ins Mittelland. Wer also heute Nachmittag noch vor die Tür muss: Rechnet mit Durchmischung. Anfangs Regen, dann immer mehr Schnee, je weiter die Kaltluft durchschlägt. Gerade in den Übergangszonen zwischen 500 und 800 Metern wird es heute Abend richtig rutschig. Da hilft nur: Ruhe bewahren, Tempo rausnehmen und die Heizung im Auto mal auf die Füße stellen – der Winter meldet sich kurz zurück.
Morgen früh wird es spannend. Ich tippe, dass die Karten morgen um sieben komplett weiß sind. Nicht nur in den Alpentälern, sondern auch in den Agglomerationen. Also, liebe Landsleute, zieht euch warm an, passt aufeinander auf und genießt vielleicht sogar den Anblick – denn so viel Schnee im April hat ja auch was. Aber vergesst nicht die Schaufel im Auto, wenn ihr doch fahren müsst. Es wird wild da draußen.