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Zebastian Modins verrückter Bronze-Krimi: "Ich kann jetzt durchatmen"

Sport ✍️ Erik Andersson 🕒 2026-03-11 17:22 🔥 Aufrufe: 1

Es war auf der Zielgeraden, wo sich alles zuspitzte. In einem der nervenaufreibendsten Spurtfinals, das ich im Para-Langlauf je gesehen habe, quetschte Zebastian Modin die letzten Reserven aus einem bereits völlig erschöpften Körper. Sein Guide, mit einer Stimme wie ein einziges langes Brüllen, lotste ihn durch das Schneetreiben und ins Ziel. Die Uhr blieb bei einer Zeit stehen, die sich als ausreichend für einen Podestplatz herausstellen sollte – aber nur mit winzigen Sekundenbruchteilen Vorsprung.

Zebastian Modin feiert sein Bronze

Ein Sekundenkrimi der Extraklasse

Wir, die das Rennen live verfolgten, hielten den Atem an. Zebastian Modin lag während des gesamten Rennens perfekt positioniert, doch in der abschliessenden Abfahrt verlor er unerwartet ein paar Meter auf die Spitze. Kurzzeitig sah es düster aus. Aber gerade als man dachte, die Kräfte seien am Ende, schaltete der erfahrene 30-Jährige noch einmal einen Gang hoch. Sein letzter Abdruck in den Ski war schlichtweg magisch. Das Zielfoto musste entscheiden, und erst da konnte die Freude explodieren. Zebastian Modin hatte es wieder geschafft – eine begehrte Paralympics-Bronzemedaille für Schweden geholt.

Die Erleichterung nach dem Zieleinlauf

Nach dem Rennen, als sich der Puls erst einmal beruhigen konnte, zeigte sich eine ganz andere Seite des Meisters. Die Anspannung und die maximale Konzentration waren verschwunden. Stattdessen kamen die Erleichterung, die Freude und ein enormer Stolz auf das, was er gerade geleistet hatte. Als er in der Mixed Zone gefragt wurde, was ihm durch den Kopf ging, als er die Ziellinie überquerte, grinste er breit. "Ich kann jetzt durchatmen", sagte er zu den anwesenden Reportern. Genau dieses Gefühl, nach Monaten des harten Trainings und einem Alltag, der nur auf Ergebnisse ausgerichtet ist, alle Emotionen zuzulassen, kann wohl jeder Sportler nachvollziehen.

Für seine Partnerin, die das Medaillenrennen von der Tribüne aus verfolgte, war es mindestens genauso nervenaufreibend. Die Person, die einem am nächsten steht, in so einem verrückten Sekundenkrimi kämpfen zu sehen, muss eine Prüfung für sich sein. Aber als die Bronzemedaille endlich sicher war, war es genau wie bei Zebastian: ein kollektives Ausatmen und eine grosse, gemeinsame Freudenexplosion.

Drei Punkte, die Zebastian Modins Rennen entschieden haben

  • Der Start: Er hatte einen Bombenstart und konnte sich direkt in der Spitzengruppe etablieren, was das A und O war, um nicht in fremden Spuren fahren zu müssen.
  • Die Rolle des Guides: Die Kommunikation zwischen Zebastian Modin und seinem Guide war fehlerfrei. In den schwierigsten Passagen war es diese Führung, die ihn im Rennen hielt.
  • Der Schlussspurt: Obwohl die Beine vor Schmerz schrien, weigerte er sich aufzugeben. Der Kampf auf der Zielgeraden war ein reiner Willensakt, und dieser entschied letztlich, wer auf das Podest durfte.

Ein Vermächtnis, das weiter wächst

Mit dieser Bronzemedaille schreibt Zebastian Modin ein weiteres Kapitel in seiner beeindruckenden Erfolgsbilanz. Er hat im Laufe der Jahre eine einzigartige Fähigkeit bewiesen, zu liefern, wenn es darauf ankommt, auf den ganz grossen Bühnen. Es ist kein Zufall, dass er nun erneut als paralympischer Medaillengewinner bezeichnet wird. Dies ist ein Sportler, der nicht aufhört zu beeindrucken und der mit seinem Kampfgeist und seiner Bescheidenheit weit über die Loipen hinaus inspiriert. Für uns Schweizer Sportfans ist es eine reine Freude, seine Reise zu verfolgen, und ich, genau wie viele andere, freue mich bereits auf den nächsten Anlass, um ihn anfeuern zu können.