Der Niedergang eines ehemaligen Seoul-Stadtrats und «Lachtherapeuten» – Verdacht auf Verschwinden nach Betrug in Milliardenhöhe
Jemand, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, der Welt ein Lächeln zu schenken, hinterlässt nun bei den Bürgern Tränen und ist verschwunden. Ist das nicht eine bittere Ironie? Eine Person, die als Entertainerin und Lachtherapeutin tätig war und später in der 9. Wahlperiode dem Stadtrat von Seoul angehörte, wird nun von der Polizei wegen Betrugs in Millionenhöhe angezeigt. Doch dieser Fall geht weit über das blosse Ausleihen und Nichtzurückzahlen von Geld hinaus.
Dutzende von Opfern, der Schaden geht in die Milliarden Won
Wie die Polizei am 18. März mitteilte, ermittelt die Polizei im Bezirk Seodaemun in Seoul gegen die ehemalige Stadträtin A wegen Betrugsverdachts. Frau A wird beschuldigt, seit letztem Jahr im Raum Seodaemun auf Anwohner und Gemeindebeamte zugegangen zu sein, sich Geld geliehen und es nicht zurückgezahlt zu haben. Das Ausmass ist erschütternd. Bislang sind Dutzende von Opfern bekannt, und die Schadenssumme soll mindestens eine Milliarde Won (etwa 700'000 Franken) übersteigen, was in der Nachbarschaft für Entsetzen sorgt.
Die zwei Gesichter der «Lachtherapeutin»
Frau A ist nicht einfach eine ehemalige Stadträtin. Sie begann ihre Karriere als Komikerin in einer öffentlichen Castingshow von KBS. Danach arbeitete sie als Kindergärtnerin und erwarb schliesslich Zertifikate als Lachtherapeutin und Freizeitpädagogin, wodurch sie in verschiedenen Bereichen aktiv war. Ihr Werdegang lässt sich wie folgt zusammenfassen:
- Späte 1980er-Jahre: Debüt als KBS-Komikerin, Tätigkeit im Fernsehen.
- Frühe 2000er-Jahre: Wechsel in den Bildungsbereich als Kindergärtnerin.
- Um 2010: Erwerb der Zertifikate als Lachtherapeutin und Freizeitpädagogin, Beginn von Vortragstätigkeiten.
- 2014: Wahl in den 9. Seoul-Stadtrat, Eintritt in die Politik.
- März 2026: Steht wegen Betrugsverdachts in Milliardenhöhe im Fokus der polizeilichen Ermittlungen.
In der Erinnerung der Anwohner war sie ein ausgesprochen fröhlicher Mensch. Tatsächlich lautete ihr Slogan, als sie 2014 für den Stadtrat kandidierte: "Eine Welt, in der die hart arbeitenden Menschen lächeln und leben." In einem Interview damals sagte sie: "So wie eine Komikerin ihr Publikum zum Lachen bringen muss, bedeutet Politik, sich für die Bürger zu opfern und ihnen zu dienen", und zeigte sich sehr ambitioniert. Ihre beeindruckende Vita und ihre Redegewandtheit reichten aus, um das Vertrauen der Wähler in ihrem Bezirk zu gewinnen.
Das Gefühl des Verrats in der Gemeinschaft
Heute ist dieselbe Frau jedoch spurlos verschwunden und selbst für ihre ehemaligen Wähler nicht mehr erreichbar. Besonders schmerzhaft: Unter den Opfern sollen sich viele Bekannte befinden, zu denen sie während ihrer Zeit als Stadträtin oder als Lachtherapeutin bei Kursen Kontakt hatte.
Ein Anwohner aus Seodaemun zeigte sich empört: "Wegen des Bildes, das sie über die Jahre aufgebaut hatte, bin ich nie misstrauisch geworden. Wie kann jemand, der andere zum Lachen bringt, so etwas tun?" Dieser Fall wird nicht nur als finanzieller Betrug in die Geschichte eingehen, sondern als ein Ereignis, das das Vertrauenssystem in der lokalen Gemeinschaft tief erschüttert hat.
Die Polizei von Seodaemun ermittelt derzeit zum genauen Tatvorwurf und möglichen weiteren Opfern. Sie plant, Frau A in Kürze zu den Vorwürfen vorzuladen und zu vernehmen, allerdings ist ihr Aufenthaltsort bislang unbekannt.
Das Talent, Menschen zum Lachen zu bringen, und die Leidenschaft für die Entwicklung der Gemeinschaft sind lobenswert. Aber das Ausnutzen dieses Vertrauens, um den eigenen Nachbarn zu schaden, ist in keiner Weise zu rechtfertigen. Es bleibt abzuwarten, wie die polizeilichen Ermittlungen diesen bitteren Nachgeschmack aufklären werden, den die ehemalige Stadträtin, die einst das «Lachen» verkaufte, hinterlassen hat.