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Ehemalige Seoul-Stadträtin und "Lachtherapeutin" unter Betrugsverdacht: Flüchtig nach Millionenbetrug?

Panorama ✍️ 박민준 🕒 2026-03-18 23:34 🔥 Aufrufe: 1
Außenansicht der Polizeidienststelle Seodaemun in Seoul

Jemand, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, der Welt ein Lächeln zu schenken, hinterlässt nun bei den Bürgern Tränen und ist untergetaucht. Wie ironisch. Eine ehemalige Lachtherapeutin und Entertainerin, die in der 9. Wahlperiode Mitglied des Seoul-Stadtrats war, wird von der Polizei wegen massiven Betrugsverdachts angeklagt. Doch dieser Fall geht weit über das bloße Ausleihen und Nichtzurückzahlen von Geld hinaus.

Dutzende Opfer, Schaden im zweistelligen Millionenbereich

Wie die Polizei am 18. März mitteilte, ermittelt die Polizeidienststelle Seodaemun in Seoul gegen die ehemalige Stadträtin A. Der Vorwurf: Betrug. Sie soll seit dem letzten Jahr im Bezirk Seodaemun Anwohner und Bezirksbeamte angesprochen, Geld geliehen und es nicht zurückgezahlt haben. Besonders schockierend ist das Ausmaß. Bisher sind Dutzende Opfer bekannt, die Schadenssumme soll mindestens eine Milliarde Won (ca. 670.000 Euro) übersteigen, was in der Gemeinde für Entsetzen sorgt.

Die zwei Gesichter der 'Lachtherapeutin'

A. ist nicht einfach nur eine ehemalige Stadträtin. Sie begann ihre Karriere in der späten 1980er-Jahren als Komikerin beim öffentlich-rechtlichen Sender KBS. Später arbeitete sie als Kindergärtnerin, erwarb Qualifikationen als Lachtherapeutin und Freizeitpädagogin und war in verschiedenen Bereichen aktiv. Ihr Werdegang lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Späte 1980er-Jahre: Debüt als KBS-Comedian, Arbeit im Fernsehen.
  • Frühe 2000er-Jahre: Wechsel in den Bildungsbereich, Arbeit als Kindergärtnerin.
  • Um 2010: Erwerb der Zertifikate als Lachtherapeutin und Freizeitpädagogin, Beginn von Vortragstätigkeiten.
  • 2014: Wahl in die 9. Seoul-Stadtrat, Einstieg in die Politik.
  • März 2026: Steht im Fokus der Polizei wegen Betrugsverdachts in Millionenhöhe.

In der Erinnerung der Anwohner war sie ein äußerst fröhlicher Mensch. Bei ihrer Kandidatur für den Stadtrat 2014 lautete ihr Slogan: "Eine Welt, in der fleißige Menschen lächelnd leben können." In einem Interview damals sagte sie: "So wie ein Comedian das Publikum zum Lachen bringen muss, bedeutet Politik, sich für die Bürger zu opfern und ihnen zu dienen", und zeigte sich ambitioniert. Diese Biografie und ihre Eloquenz reichten aus, um das Vertrauen der Wähler in ihrem Wahlkreis zu gewinnen.

Das Gefühl des Verrats in der Gemeinschaft

Jetzt ist genau diese Frau auf Tauchstation gegangen – selbst für ihre ehemaligen Wähler ist sie nicht mehr erreichbar. Besonders brisant: Unter den Opfern sollen sich viele Bekannte befinden, zu denen sie während ihrer Zeit als Stadträtin oder durch ihre Kurse als Lachtherapeutin Kontakt hatte.

Ein Anwohner aus Seodaemun platzt der Kragen: "Wegen ihres Rufs habe ich nie Verdacht geschöpft. Wie kann jemand, der andere zum Lachen bringt, so etwas tun?" Der Fall hinterlässt nicht nur finanzielle Schäden, sondern wird wohl als tiefe Vertrauenskrise in der Gemeinde in die Geschichte eingehen.

Die Polizei Seodaemun ermittelt derzeit zum genauen Tatvorwurf und möglichen weiteren Opfern. Sie plant, die Beschuldigte in Kürze zu den Vorwürfen vorzuladen, doch ihr Aufenthaltsort ist bislang unbekannt.

Die Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen, und die Leidenschaft für die lokale Entwicklung sind lobenswert. Das Vertrauen jedoch auszunutzen, um die eigene Nachbarschaft zu betrügen, ist in keiner Weise zu rechtfertigen. Es bleibt abzuwarten, wie die Ermittlungen diesen bitteren Nachgeschmack aufklären werden, den die ehemalige Stadträtin, die einst das "Lachen" verkaufte, hinterlassen hat.