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Ola Borten Moe bekommt sein eigenes lustiges Lied – während Austrheim dem Bericht trotzt und weiter auf Kernkraft setzt

Politik ✍️ Per Asbjørn 🕒 2026-04-10 05:22 🔥 Aufrufe: 2
Illustrationsfoto von Ola Borten Moe

Es ist typisch norwegisch: Ein lustiges Lied über einen Parlamentarier zu schreiben. Kein bösartiger Song, sondern eine ironische Humoreske, die man bei Dorftreffen oder hinter einem Bier auf der Wiese singt. Jetzt hat Ola Borten Moe sein eigenes bekommen – ausgerechnet in dem Moment, in dem die Kernkraftdebatte an der Westküste voll entflammt.

Denn während sich das Gerücht über Ein lustiges Lied über Ola Borten Moe in den politischen Gängen verbreitet, steht die Gemeinde Austrheim draussen am offenen Meer und weigert sich, dem Drehbuch zu folgen. Ein frischer Bericht, den nur wenige mit Freude gelesen haben, kommt zu einem offensichtlichen Schluss: Es wird schwierig, teuer und zeitaufwendig. Und was tut Austrheim? Die ziehen die Nase hoch und antworten: Wir machen trotzdem weiter.

Als Borten Moe der Kernkraft die kalte Schulter zeigte

Ein kleiner Rückblick. Ola Borten Moe, der frühere Erdöl- und Energieminister der Zentrumspartei (Sp), hatte eine Phase, in der er sich fast am Tisch festhalten musste, um nicht über die Kernkraftbefürworter zu lachen. In mehreren Interviews war der Ton eisig: zu teuer, zu langsam, zu kompliziert. Er setzte lieber auf Erneuerbare und norwegische Wasserkraft – eine sichere, altmodische Linie, die bei vielen gut ankam.

Doch dann geschah etwas. Die Energiekrise, Strompreise, die die Leute auf den Rednerbänken des Parlaments aufbrachten, und die Erkenntnis, dass die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht. Plötzlich war Kernkraft doch nicht so dumm. Dennoch bleibt bei vielen das Gefühl hängen, dass der Mann, der die Prozesse vor zehn Jahren hätte anstossen können, lieber wegschaute.

«Das ist eine ordentliche Portion Kühlwasser» – doch Austrheim hört nichts

Kommentatoren einer der grössten Zeitungen des Landes haben die Situation genau so beschrieben: eine ordentliche Portion Kühlwasser. Der Bericht, der letzte Woche erschien, hat die Pläne nicht gerade verrissen, aber ihnen eine ordentliche kalte Dusche verpasst. Kostenexplosionen, Probleme mit der Abfallentsorgung und ein Zeithorizont, der weit über die nächste Legislaturperiode hinausreicht.

Trotzdem: Als ein lokaler Sender nach Austrheim kam, waren die Antworten erstaunlich klar. Der Bürgermeister zuckte mit den Achseln und verwies auf den lokalen Enthusiasmus. «Wir werden an unseren Kernkraftplänen festhalten», lautete die Botschaft. Die Wirtschaft in der Region jubelt. Es geht nicht mehr darum, was ein Bericht sagt, sondern darum, etwas Neues zu bauen – unabhängig davon, was man in Oslo meinen mag.

  • Lokale Unternehmen rechnen mit Dutzenden von Arbeitsplätzen in Forschung und Service.
  • Die Grundsteuer könnte sich langfristig stabilisieren – was Hausbesitzer aufatmen lässt.
  • Und dann ist da noch das lustige Lied über Ola Borten Moe, das im Volksmund genau diesen Widerspruch thematisiert: Der Mann, der zuerst Nein sagte, dann vielleicht Ja – während das Dorf schon zu graben begonnen hatte.

«Hätte vor langer Zeit loslegen sollen»

Auf den Wirtschaftsseiten der Medien klingt es anders. Dort schreiben die meisten, dass die Kernkraft vor langer Zeit hätte loslegen sollen. Die Botschaft: Jeder Tag, den wir warten, macht das nächste Jahrzehnt noch teurer. Und wenn selbst Deutschland seinen Atomausstieg bereut und Frankreich seine Anstrengungen verdoppelt, wirkt norwegisches Zögern kleinlich.

Ola Borten Moe hat später versucht, zu moderieren. Er sagte, er sei nie «prinzipiell dagegen» gewesen, sondern nur praktisch skeptisch. Aber das lustige Lied, das jetzt in kleinen Gruppen an der Westküste gesungen wird, macht sich genau darüber lustig: «Ola sagte Nein, Ola sagte Ja, Ola sagte Vielleicht – während Austrheim trotzdem baute.»

Und genau da stehen wir wohl heute. Berichte kommen und gehen. Politiker drehen sich und nennen es «neue Abwägungen». Während draussen in den Gemeinden, wo die Leute tatsächlich Strom und Arbeitsplätze brauchen, die Sache selbst in die Hand nehmen. Austrheim spricht bereits mit Technologieanbietern. Die Pläne liegen nicht mehr auf dem Reissbrett – sie werden gerade Realität.

Vielleicht wird das lustige Lied über Ola Borten Moe nur eine Fussnote in der Geschichte bleiben. Aber genau jetzt, wo Kernkraft wieder auf der Tagesordnung steht, sind es die kleinen lokalen Helden, die vorangehen. Und das ist ein Lied wert – oder zumindest eine gute, lange Reportage.