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Niklas Dyrhaug: «Seit unserem Rücktritt sind wir uns noch nähergekommen»

Sport ✍️ Morten Pedersen 🕒 2026-03-13 10:28 🔥 Aufrufe: 1
Niklas Dyrhaug und Magnus Moan

Es ist eine Weile her, seit wir ihn mit einer Startnummer auf der Brust in der Loipe gesehen haben. Niklas Dyrhaug beendete seine Karriere als Spitzensportler vor ein paar Jahren, und viele verbinden ihn immer noch mit seinen starken Leistungen auf Ski. Doch das Leben nach der Langlauf-Nationalmannschaft hielt etwas ganz anderes bereit als Wachskabinen und Intervallstarts. Es war eine Zeit voller Dramatik, ein harter Schlag für die eigene Gesundheit und nicht zuletzt eine engere Freundschaft als je zuvor mit einem anderen ehemaligen Ski-Star.

Der Kampf ums Überleben

Wer Dyrhaug in den letzten Jahren verfolgt hat, weiss, dass das Dasein nicht nur ein Spaziergang war. In einer Zeit war er schrecklich krank. Es war ernst, es war beängstigend, und er kämpfte wie ein Löwe. Er kämpfte um sein Leben, im wahrsten Sinne des Wortes. Plötzlich war es nicht mehr wichtig, wer am schnellsten über die Fünfzigkilometer-Distanz war; das Wichtigste war, den Tag zu überstehen. Der brutale Übergang vom Spitzensportler, der die volle Kontrolle über seinen eigenen Körper hat, zum Patienten in einem System, in dem der Körper versagte, war eine enorme Belastung.

Im Nachhinein hat er sich offen über diese schwierige Zeit geäussert und darüber, wie nah es tatsächlich war. Das stellt die Dinge in Perspektive. Plötzlich dreht sich das Leben nicht mehr um Medaillen und Platzierungen, sondern um Atem und einen schlagenden Herzen. In solchen Momenten findet man wirklich heraus, wer die wahren Freunde sind und was Sache ist.

Dünnes Eis

Im Gefolge seiner Krankheit und der Herausforderungen hat Dyrhaug auch deutlich gemacht, wie er die mediale Berichterstattung über sein eigenes Leben erlebte. Er hat die Grenzen der Produktionsfirmen hinterfragt und wie Dinge dargestellt wurden. Er hatte das Gefühl, keine Kontrolle zu haben, und dass dies eine ohnehin schon schwierige Situation noch verschlimmerte. Es ist eine wichtige Erinnerung daran, dass die Kehrseite des Promi-Lebens schmutzig sein kann und dass diejenigen, die mitten im Sturm stehen, oft den höchsten Preis zahlen.

Man vergisst leicht, dass die Menschen, die wir auf dem Bildschirm sehen oder über die wir in der Zeitung lesen, echte Menschen mit echten Gefühlen sind. Niklas Dyrhaug war mutig, dass er sich geäussert und dies in Worte gefasst hat, und das hat zweifellos bei vielen Anklang gefunden, die Ähnliches erlebt haben.

Die Freundschaft mit Magnus Moan

Mitten in all dem Ernst ist aber auch etwas Schönes gewachsen. Die Freundschaft mit dem Nordischen Kombinierer Magnus Moan. Die beiden traten etwa zur gleichen Zeit zurück, und erst dann erblühte die wahre Freundschaft. Als aktive Athleten waren sie oft auf unterschiedlichen Strecken unterwegs, mit ihrem eigenen Regime und ihrem eigenen Alltag.

Doch als die Ski an den Nagel gehängt wurden und der Druck verschwand, entdeckten sie einander neu. Wie Dyrhaug selbst sagt: «Seit unserem Rücktritt sind wir uns noch nähergekommen.» Das ist eine Aussage, die viel über den Übergang vom Spitzensport ins bürgerliche Leben aussagt. Plötzlich kann man die Schultern sinken lassen, man selbst sein und Freude an der Gesellschaft des anderen finden, ohne dass es ständig um Leistung geht.

Sie sind füreinander zu Stützpfeilern in einer neuen und ungewohnten Lebensphase geworden. Für beide war es gut, jemanden zu haben, mit dem man Höhen und Tiefen teilen kann, jemanden, der genau versteht, was man durchgemacht hat. Es ist ein gegenseitiger Respekt und ein Verständnis, das nur davon kommt, mitten im Kampf gestanden zu haben, und das sich nun zu etwas viel Tieferem entwickelt hat.

Was bedeutet diese Freundschaft nun in der Praxis? Hier sind einige Dinge, die sie jetzt teilen:

  • Ruhe und Reflexion: Lange Ausflüge, bei denen sie über das Leben sprechen können, früher und heute.
  • Gemeinsame Projekte: Sie haben Dinge zusammen unternommen, sowohl beruflich als auch privat, die sie beschäftigt und engagiert halten.
  • Eine Schulter zum Anlehnen: Wenn der Alltag mal schwierig ist, wissen sie, dass sie einander immer anrufen können.
  • Die Freude wiederfinden: Sie erinnern einander daran, dass das Leben mehr ist als Wettkampf und dass es erlaubt ist, einfach nur zu geniessen.

Man findet nicht immer einen Freund fürs Leben in der Loipe, aber für Niklas Dyrhaug und Magnus Moan war die Zeit nach der Karriere eben der Beginn von etwas Neuem und Gutem. Es ist eine Erinnerung daran, dass selbst nach den härtesten Kämpfen starke Bande und ein neuer Sinn entstehen können. Und das ist vielleicht der allerwichtigste Sieg von allen.