Grüne starten mit Elektroautos für alle in den Wahlkampf – hier ist ihre neue Offensive
Im Wahlkampf geht es jetzt richtig zur Sache. Nach einem Winter mit Rekordstrompreisen und einer hartnäckigen Inflation versuchen die Parteien nun, Themen zu finden, die die Wählerinnen und Wähler wirklich bewegen. Die Grünen haben ihr Herzensthema gefunden – und es geht darum, die ganze Schweiz zum Fahren mit Strom zu bewegen.
„Jeder soll sich ein Elektroauto leisten können“
Aus der Parteizentrale in Bern kommen die Signale nun immer häufiger: Schluss mit dem Luxus-Image. Die Grünen wollen eine massive Elektroauto-Offensive, die es auch Normalverdienenden ermöglicht, die Benzinflasche an den Nagel zu hängen. Ich habe mit mehreren lokalen Vertretern gesprochen, die überzeugt sind – das ist der Weg in die Zukunft. Nicht indem man Autofahrer bestraft, sondern indem man die grüne Wahl zur einfachen Wahl macht.
Konkret geht es um eine Kombination aus günstigeren Krediten für Elektroautos, einem flächendeckenden Ausbau des Ladenetzes in der ganzen Schweiz und ordentlichen Boni für diejenigen, die den Schritt wagen. Man will auch die Steuern überprüfen, damit es sich nicht lohnt, unnötig mit alten Dieselfahrzeugen unterwegs zu sein. Für alle, die über einen Autowechsel nachdenken, aber wegen des Preises zögern, könnte das ein echter Gamechanger sein. Laut Informationen aus der Parteizentrale wurden die Vorschläge sorgfältig ausgearbeitet, um den Budgetberechnungen des Bundesparlaments standzuhalten.
Harte Worte gegen die Linie der SVP
Gleichzeitig nutzen die Grünen die Gelegenheit, um der SVP einige ordentliche Seitenhiebe zu verpassen. In einem Debattenbeitrag, der in den Parteikreisen kursiert, wird darauf hingewiesen, dass das ständige Gerede der SVP von tieferen Benzinsteuern in Wirklichkeit „ein gefundenes Fressen für autoritäre Regime“ sei. Die Botschaft ist glasklar: Jedes Mal, wenn wir in der Schweiz fossilen Treibstoff tanken, fliessen Gelder an Länder, die Kriege in Europa und Unterdrückung im Nahen Osten finanzieren. Das sagt man nicht, um klein beizugeben, sondern um die aussenpolitischen Konsequenzen unserer Innenpolitik aufzuzeigen. Innerhalb der Partei ist man der Meinung, dass der Benzin-Populismus aus sicherheitspolitischer Sicht geradezu gefährlich ist.
Hier sind einige der Punkte, die die Grünen derzeit am stärksten vorantreiben:
- Subventionierte Elektroautokredite – der Staat springt ein und garantiert günstige Zinsen für Haushalte mit normalen Einkommen.
- Ladestationen in der ganzen Schweiz – nicht nur in den Städten, sondern entlang jeder grösseren Strasse und in jeder Gemeinde.
- Prämie für gebrauchte Elektroautos – damit auch diejenigen am Wandel teilhaben können, die kein Neufahrzeug kaufen.
- Kritik an der Energiepolitik der SVP – man ist der Ansicht, dass billiges Benzin nur den Erdölstaaten nützt und die Klimawende verzögert.
Es geht also nicht bloss ums Herumschrauben an den Steuersätzen, sondern um einen breiten gesellschaftlichen Wandel. Und genau so wollen die Grünen gesehen werden: als die Partei, die tatsächlich einen Plan für die Zukunft hat, nicht nur fürs Portemonnaie im nächsten Monat.
Die Wählenden entscheiden – wird das Elektroauto zum neuen VW-Käfer?
Die Frage ist natürlich, ob diese Botschaft ankommt. In meinen Gesprächen mit Wählerinnen und Wählern im Mittelland merke ich eine gewisse Müdigkeit gegenüber leeren Wahlversprechen. Aber wenn man konkret hört, dass ein Elektroauto vielleicht keine 600'000 Franken kosten muss, sondern für eine Familie mit Kindern erschwinglich werden könnte, dann keimt doch Hoffnung auf. Die Grünen hoffen, dass genau diese Offensive Wählende zurückbringt, die bisher das Gefühl hatten, die Klimafrage sei zu teuer oder zu abstrakt.
Ob sie Erfolg haben werden? Das bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: In diesem Jahr geht es nicht nur um die Frage Atomkraft oder Windkraft. Es geht darum, was wir tanken, und wer den Preis an der Zapfsäule bestimmt. Und da haben sich die Grünen mitten ins Getümmel begeben – mit handfesten Vorschlägen und einer scharfen Spitze gegen den Populismus der SVP.