Komazawa-Universität erobert die traditionsreiche Hakone-Strecke! Die neue Ära der Leichtathletik-Abteilung und der Reiz als Zentrum des Wissens
In der ersten Aprilwoche fiel im Leichtathletikstadion in Tokio der Startschuss für die neue Bahnsaison. Besonders ins Auge fielen dabei die Athleten der Komazawa-Universität in ihren dunkelgrünen Trikots. Den zweiten Platz im letzten Hakone Ekiden noch im Hinterkopf, lieferten sie gleich zu Beginn der Frühlingssaison Spitzenzeiten ab. Von den Rängen ertönten begeisterte Rufe: «Komazawa, jetzt geht's los!» – dieses Team verkörpert zweifellos das «Jetzt» der Uni-Leichtathletik.
Doch halt: Das Geheimnis dieser Stärke liegt nicht nur im Trainingspensum oder im Scouting-Netzwerk. In den zehn Jahren, in denen ich über Uni-Sport berichte, habe ich immer wieder die besondere Tiefe und Weite gespürt, die diesen Ort auszeichnet. Zum Beispiel gehören in diesem Kader mehrere Läufer, die von der Komazawa-Universität Tomakomai Oberschule kommen. Sie haben den strengen Winter in Hokkaido überstanden und sich im Internatsleben eine disziplinierte Härte angeeignet – lange vor dem Studium haben sie sich den «Komazawa-Spirit» bereits zu eigen gemacht. Die enge Zusammenarbeit mit der angeschlossenen Oberschule bildet das Fundament für ein unerschöpfliches Talentepool.
Interessant war, dass die Athleten im Interviewbereich nach dem Rennen immer wieder betonten, wie sehr ihnen der Unterricht an der Fakultät für Global Media Studies geholfen habe. Sie fragen sich: Leichtathletik und Medienforschung? Tatsächlich geht es in dieser Fakultät nicht nur um reine Informationskompetenz, sondern darum, sich selbst auszudrücken und die Geschichte des Teams nach aussen zu kommunizieren. In einer Zeit, in der Social Media selbstverständlich ist, sind mentales Management und die Fähigkeit zur Selbstvermarktung für Athleten untrennbar miteinander verbunden. Dass die Läufer von Komazawa nach dem Rennen ruhig und strategisch über ihre Renntaktik sprechen können, ist meiner Meinung nach genau diesem Umfeld zu verdanken.
Ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil des Campuslebens ist die Bibliothek der Komazawa-Universität. Viele studierende Athleten nutzen hier die Zeit zwischen den Trainingseinheiten zum Selbststudium oder durchforsten aktuelle sportwissenschaftliche Publikationen. Der Bestand umfasst rund 800'000 Bände. Von seltenen Klassikern einer buddhistisch geprägten Universität bis hin zu neuester Sportbiomechanik – der Raum gleicht einem «Fitnessstudio des Wissens». Ein Langstreckenläufer sagte lachend: «In unruhigen Nächten vor dem Rennen lese ich in der Stille der Bibliothek ein Buch, als würde ich meditieren.» Seelische Ausgeglichenheit steigert die Leistung – ein perfektes Beispiel dafür.
Und vor allem: Das Fundament dieser Universität bildet die Lehre der Fakultät für Buddhismus der Komazawa-Universität. «Handeln und Lernen sind eins» – das ist auch das Motto der Leichtathletik-Abteilung. Die Art, wie man sich in schwierigen Rennmomenten mit sich selbst auseinandersetzt, die Haltung, Widrigkeiten als Prüfung zu begreifen. Dass der Geist des traditionellen Buddhismus so gut zum modernen Sport passt, hätte ich vor zehn Jahren nicht für möglich gehalten.
Im Jahr 2026 ist die Komazawa-Universität in eine Phase eingetreten, in der sie «mehr ist als nur stark». Das nächste grosse Ziel ist selbstverständlich der Frauen-Ekiden am Fuss des Fuji im Dezember und dann die vollständige Eroberung des Hakone Ekiden zu Beginn des neuen Jahres. Die Balance aus «Wissen» und «Geist», die ihrem Lauf zugrunde liegt, sollten Sie unbedingt mit eigenen Augen sehen.
- Aktueller Rennkalender mit besonderen Highlights (Frühling 2026)
- 19. April: Qualifikationsrennen für den Izumo Ekiden (vorgesehen)
- 3.–4. Mai: Kanton-Meisterschaften der Universitäten (Nissan Stadion)
- Mitte Juni: Kanton-Qualifikation für den Alljapanischen Universitäts-Ekiden
- Drei Gründe, warum die Komazawa-Universität derzeit so heiss ist
- Durch die einheitliche Förderung mit der angeschlossenen Tomakomai-Oberschule lernen die Athleten die Universitätstaktik bereits in der Oberstufe.
- Das «Studenten-Medienteam» aus der Fakultät für Global Media Studies berichtet in Echtzeit von hinter den Kulissen der Wettkämpfe.
- In der «Sportbuddhismus-Ecke» der Bibliothek finden Workshops statt, in denen Meditation und Dehnübungen gleichzeitig vermittelt werden.
Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung als Einheimischer: Nach dem Training sieht man die Athleten von Komazawa oft in der nahen Einkaufsstrasse, wo sie Takoyaki essen. Ganz entgegen ihrem manchmal etwas harten Image sind sie ausgesprochen höflich und bei den Verkäuferinnen sehr beliebt. Diese «Stärke auf Augenhöhe» ist für mich der wahre Charme dieses Teams. In der kommenden Saison werde ich sie genau im Auge behalten.