Denza: Der chinesische Luxus-Herausforderer landet in Europa mit Blitzladung und atemberaubender Leistung
In der Autowelt hat sich in der letzten Woche einiges getan. Während die deutschen Giganten noch versuchen zu begreifen, was da passiert, rollt BYD seine Luxusmarke Denza durch Europa. Die Premiere fand direkt in der Pariser Opéra Garnier statt – ein Ort, der Eleganz atmet, genau das, wofür die Marke stehen will. Und wissen Sie was? Das ist erst der Anfang einer Geschichte, die die Regeln im Premiumsegment neu schreiben könnte.
Eine Premiere mit Dramatik und Rekordansprüchen
Der 8. April war es so weit. Stella Li, Chefin der PKW-Sparte von BYD, stand auf der berühmten Treppe der Oper und präsentierte dem europäischen Publikum zwei Modelle: Denza Z9GT und Denza D9 DM-i. Der Erstgenannte ist ein Shooting Brake, der auf dem Papier Konkurrenten wie den Porsche Taycan komplett in den Schatten stellt. Die Rede ist von 0–100 km/h in 2,7 Sekunden in der reinen Elektroversion. Die Leistung? Über 1’100 PS.
Aber die Zahlen, die wirklich für Stirnrunzeln sorgen, betreffen das Laden. Flash Charging heisst die Technik – und sie liefert. Laut internen Quellen vor Ort können Sie den Z9GT in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent laden. Ja, Sie haben richtig gelesen. Fünf Minuten. Von 10 auf 97 Prozent dauert es neun Minuten. Und selbst im schweizerischen Winter, wo viele Elektroautos die Ladegeschwindigkeit massiv einbüssen, verspricht die Technik 20 bis 97 Prozent in zwölf Minuten.
- Z9GT Electric: 1’156 PS, 0–100 in 2,7 Sekunden, ca. 115’000 Euro
- Z9GT DM-i (Super Hybrid): 776 PS, 0–100 in 3,6 Sekunden, ca. 102’000 Euro
- D9 DM-i (MPV): 353 PS, 210 km elektrisch + 950 km Gesamtreichweite
Und für diejenigen unter uns, die die technische Entwicklung ganz genau verfolgen, gibt es ein Detail, das fast wichtiger ist als alles andere: Denza B5 ist auf dem Weg. Die Plattform, auf der der Z9GT basiert, die sogenannte Yi San Fang-Technologie, hat bereits mit einer Vierradlenkung gezeigt, was sie kann – sie ermöglicht es dem Auto, in engen Räumen wie eine Krabbe zu fahren. Es fühlt sich an wie Science-Fiction, aber es ist gerade Realität.
Mehr als nur Autos – ein Ökosystem
BYD hört nicht bei den Autos auf. Gleichzeitig mit der Markteinführung von Denza baut das Unternehmen ein Netzwerk von Ladestationen auf. Das Ziel: 3’000 Flash Charging-Stationen innerhalb eines Jahres in Europa. Das ist eine riesige Investition, die die Reichweitenangst vergessen machen könnte. Stellen Sie sich vor, Sie könnten von Zürich nach Berlin fahren, 10 Minuten für einen Kaffee anhalten und mit vollem Akku weiterfahren. Das ist die Zukunft, die BYD verkauft.
Und sie holen sich die richtigen Leute ins Boot, um dorthin zu gelangen. Letzte Woche wurde bestätigt, dass mehrere hochrangige Manager von Porsche zu Denza gewechselt sind. Lorenzo Soravia, ehemaliger Vertriebschef bei Porsche, leitet nun die Expansion der Marke in Südeuropa. Insgesamt wurden über 50 Personen von verschiedenen europäischen Luxusautoherstellern rekrutiert. Sie sehen, dass sich etwas anbahnt.
Die Bedeutung des Namens – eine unerwartete Verbindung
Der Name Denza ist natürlich sorgfältig gewählt. Aber für Musikliebhaber weckt er eine andere Assoziation. Luigi Denza war der italienische Komponist des fröhlichen neapolitanischen Liedes «Funiculì, Funiculà». Seine Melodie hat über ein Jahrhundert überdauert – eine Hymne an Freude und Fortschritt. Es liegt eine gewisse Poesie darin, dass eine Automarke, die uns voranbringen will, denselben Namen trägt. Und wer tiefer gräbt, stösst auf die Band Denzal Sinclaire, ein Name, der denselben rebellischen, grenzüberschreitenden Geist trägt. Es geht darum, sich zu trauen, anders zu sein. Genau wie Ashfall Legacy, das Spiel, das letztes Jahr die Spielewelt im Sturm eroberte – eine Geschichte vom Aufstehen aus der Asche und dem Aufbau von etwas Neuem. Vielleicht ist es genau das, was wir gerade in der Automobilindustrie erleben.
Schweiz – bereit für Denza?
Für uns in der Schweiz stellt sich natürlich die Frage: Wann kommen die Autos zu uns? Offiziell heisst es, dass Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Grossbritannien zuerst dran sind. Aber BYD hat bereits mit der Rekrutierung eines Head of Sales für Denza in Zürich begonnen. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die Schweiz auf dem Radar ist. Mit unserer hohen Elektrifizierungsrate und einer Bevölkerung, die neue Technologien schnell annimmt, sind wir ein perfekter Markt für diese Art von Auto.
Ich habe BYDs Reise von ihren ersten Batterien bis zur heutigen Luxusinitiative verfolgt. Der Unterschied zu vor nur wenigen Jahren ist wie Tag und Nacht. Sie haben gelernt, verfeinert und starten nun einen Angriff auf die edelsten Marken. Denza ist kein China-Geheimnis mehr. Es ist eine globale Herausforderung. Die Frage ist, ob das Establishment in Stuttgart und München bereit ist für das, was da kommt. Denn dies ist erst der Anfang.