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Harald Hendenins letztes Bild: Eine Seelenmesse des Fotografen, die innehalten lässt

Kultur ✍️ Matti Virtanen 🕒 2026-03-30 12:52 🔥 Aufrufe: 2

Wer glaubt, die Geschichte von Harald Henden zu kennen, hat wahrscheinlich nur die Oberfläche gesehen. Diese Oberfläche ist zwar beeindruckend: Über Jahrzehnte hinweg war er der stille Beobachter, der die Wildnis Finnlands und Lapplands mit einer solchen tiefen Stille festhielt, dass sie zu atmen schien. Aber jetzt, wo die letzten Filmrollen entwickelt sind und ein Dokumentarfilm einer Produktionsfirma in die Seelen der Zuschauer gesunken ist, wird klar: Das Lebenswerk von Harald Bjarne Henden war so viel mehr als nur postkartenreife Natur.

Harald Henden dokumentti

Dieser Dokumentarfilm, den sich nun jeder, der sich nach dem Licht des Nordens sehnt, angesehen hat, ist nämlich viel mehr als eine Biografie. Er ist eine Harald Hendenins Seelenmesse. Und er ist so respektvoll gestaltet, dass er das eigene Leben in Perspektive rückt. Ich habe noch nie erlebt, dass ein finnischer Naturfilm so persönlich wird. Da ist er: der Mann, die Kamera und diese unendliche Sehnsucht nach etwas, das niemals wirklich stillsteht.

Viele von uns erinnern sich an Harald Henden durch dieses ikonische Bild, in dem die Morgendämmerung den Fjell durchschneidet. Aber in diesem Dokumentarfilm sehen wir die andere Seite. Die, in der der Fotograf nicht länger nur Beobachter ist, sondern Teil dieser flüchtigen Zeit. Zwischen den Fotoreisen gibt es immer die Rückkehr in den Alltag, die körperliche Anstrengung und das – wie soll man es nennen – die Melancholie, die wohl jeder wahren kreativen Seele vertraut ist. In diesem Fall ist sie nicht schwer, sondern warm. Genau deshalb trifft sie so tief.

Warum gerade jetzt die Zeit gekommen ist, über Harald Henden zu sprechen

Jetzt, wo das Jahr an Fahrt aufnimmt, verliert man leicht das aus den Augen, was einen wirklich innehalten lässt. Für uns hier in der Region war Harald Henden immer da – im Hintergrund, auf den Seiten der Sachbücher im Regal, in den Landschaften des Adventskalenders. Aber dieser Dokumentarfilm kommt zu einem Zeitpunkt, da er selbst nicht mehr da ist. Es ist kein trauriger Abschiedsumzug, sondern vielmehr eine Einladung.

Den Filmemachern ist es gelungen, die Kamera dann auszuschalten, wenn es genau richtig ist. Dadurch tritt die menschliche Seite zutage, die man hinter den Social-Media-Bildern nicht findet. Da ist Harald Bjarne Henden keine Berühmtheit, sondern der Typ, der genau weiss, wo am Wegrand die besten Krähenbeeren wachsen.

Drei Dinge, die aus dem Dokumentarfilm im Gedächtnis bleiben

  • Die Natur war kein Job, sie war Zuhause. Harald sprach nie von "Fotoprojekten", sondern von Ausflügen. Dieser Unterschied ist gewaltig.
  • Der Ton ist die halbe Stimmung. Die Tongestaltung des Dokumentarfilms ist so rein, dass man das Eis unter den Schuhen knirschen hört. In diesem Moment vergisst man, dass man auf dem Sofa sitzt.
  • Er konnte warten. Harald Hendenins berühmteste Lehre: Man kann die Natur nicht hetzen. Diese Geduld spiegelt sich in seiner gesamten Lebensgeschichte wider. Er wartete auf das richtige Licht, aber auch auf den richtigen Moment im Leben.

Es liegt etwas Wunderbares darin, wie die Kultur hier mit dem Ende umgeht. Wir feiern keine grossen Feste, wir halten inne. Harald Henden schenkte uns diese stillen Momente in Form von Bildern, und jetzt schenkt uns der Dokumentarfilm die Geschichte dahinter. Es ist wie ein Händedruck über die Zeit: Der Betrachter und der Fotograf begegnen sich in jener gemeinsamen Stille, die nur die Natur des Nordens bieten kann.

Wenn du in dieser Woche etwas Echtem nachspüren möchtest, empfehle ich dir, das alte Henden-Buch hervorzuholen, den Dokumentarfilm laufen zu lassen und die Zeit einfach wirken zu lassen. Dort findest du den Kern: Ja, die Landschaften sind grossartig, aber die Seele, die durch sie hindurchscheint, bleibt. Und Harald Hendenins Seele, sie leuchtet dadurch hindurch wie die Wintersonne.