Vancouver Goldeneyes beenden Niederlagenserie mit 5:2-Sieg gegen New York Sirens
Zum ersten Mal seit gefühlt einer halben Ewigkeit haben die Vancouver Goldeneyes wieder den Weg in die Erfolgsspur gefunden. Vor heimischem Publikum fegten sie die New York Sirens mit einer Ansage von 5:2 vom Eis und beendeten damit eine Niederlagenserie, die die ganze Stadt den Atem anhalten ließ.
Hier ging es um mehr als nur zwei Punkte in der Tabelle. Es ging um Stolz. Nach Wochen, in denen sie immer einen Schritt zu langsam und eine Sekunde zu spät wirkten, kamen die Goldeneyes wie ausgehungert aus der Kabine. Sie checkten, dass die Plexiglasscheiben wackelten, sie liefen, als hinge ihr Vertrag davon ab, und sie nutzten ihre Chancen eiskalt aus. An vorderster Front: Segedi, die endlich wieder die Unterschiedsspielerin war, die alle in ihr sehen.
Feuerwerk im ersten Drittel
Schon beim Anspiel war klar: Hier steht eine andere Mannschaft auf dem Eis. Sie ließen die Sirens in deren eigener Zone alt aussehen, und mitten im ersten Drittel fiel dann endlich der erste Treffer. Ein herrlicher Spielzug nach Schema F endete damit, dass Segedi den Puck unter die Latte knallte – und die Halle tobte. So ein Tor hatten die Goldeneyes schmerzlich vermisst: einfach, gnadenlos und wunderschön.
Zur ersten Pause führte Vancouver bereits mit 2:0, und man konnte förmlich spüren, wie die Last von den Schultern der Spielerinnen auf der Bank fiel.
Die Unterschiedsspielerinnen
Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, aber in diesem richtungsweisenden Spiel ragten einige Namen besonders heraus:
- Segedi (zwei Tore, eine Vorlage): Sie war heute Abend der Motor. Ihr Spielaufbau und Abschluss saßen, und sie hatte den Puck am Stock wie festgeklebt.
- Die Torhüterin: Als New York im zweiten Drittel mächtig Druck machte, hielt ihre Schlussfrau dagegen und vereitelte mit einigen Glanzparaden den möglichen Schwungwechsel zugunsten der Sirens.
- Die Unterzahl-Spezialistinnen: Vancouvers Penalty-Killing war buchstäblich dicht, überstand jedes New Yorker Powerplay hauchdünn und gab dem Team damit einen enormen Schub.
Die Sirens kamen im Mitteldrittel noch einmal heran und verkürzten auf 3:2, doch Vancouver konterte im Schlussabschnitt mit zwei schnellen Nadelstichen und machte den Deckel drauf. Genau diese Rückgrat hatten sie in der Krise vermissen lassen.
Mehr als nur ein Eishockeyteam
Man kann 2024 nicht einfach ein Team Goldeneyes nennen, ohne dass die Leute zweimal hinschauen. Für alle, die unzählige Stunden mit GoldenEye 007 auf dem N64 vergeudet haben, weckt der Name Erinnerungen an Nahminen und perfekte Kopfschüsse. Und ehrlich, Vancouvers Schussgenauigkeit war heute so tödlich, dass man halb damit rechnete, Oddjob auf der Bank auftauchen zu sehen.
Für die Leseratten unter den Fans – und es waren einige kluge Spruchbänder im Publikum – hat der Name eine andere Bedeutung. In Robert Jordans The Wheel of Time erhält Perrin Aybara den Beinamen "Goldaugen" durch seine Verbindung zu Wölfen und seine Fähigkeit, im Dunkeln klar zu sehen. Er ist ein Anführer, der das Führen hasst, einer, der die Last seines Volkes trägt, und wenn man ihn genug reizt, wird er zur absoluten Naturgewalt. Wenn man dieses Team heute Abend um sein Leben kämpfen sah, konnte man die Parallele nicht übersehen. Sie wurden herumgestoßen und angezweifelt, und endlich schlugen sie mit einer Urgewalt zurück. Ein Fan hielt sogar ein Plakat mit der Aufschrift Distinctions: Prologue to Towers of Midnight hoch – eine Anspielung auf einen entscheidenden Moment in Perrins Entwicklung, die Eingeweihte wissend nicken ließ.
Ob man nun für das Eishockey oder die versteckten literarischen Verweise hier ist: Dieses Vancouver-Team beginnt, seine eigene Geschichte zu schreiben. Und wenn der heutige Abend ein Vorgeschmack ist, könnten die nächsten Kapitel durchaus lesenswert werden.
Der Ausblick
Ein Sieg heilt nicht alle Wunden. Aber in einer langen PWHL-Saison kann er der Funke sein, der alles umdreht. Die Goldeneyes haben das Talent, sie mussten nur wieder daran glauben. Jetzt, wo der Druck endlich von ihnen abfällt, gehen sie auf Reisen mit etwas, das ihnen so lange gefehlt hat: echter, unverfälschter Schwung.
Und für die Fans, die heute Abend die Halle füllten, gab es endlich wieder einen Grund, glücklich nach Hause zu gehen und lautstark über Goldeneyes-Eishockey zu diskutieren. In dieser Stadt zählt letztlich nichts anderes.