Bosnien-Herzegowina vor dem WM-Traum: Nach Wales-Sieg wartet nun Italien
Wenn man an die ganz großen Fußballnächte denkt, dann war das unter der Woche in Cardiff genau so eine. Die Bosnisch-herzegowinische Fußballnationalmannschaft hat nicht nur gewonnen, sie hat gezeigt, dass sie in entscheidenden Momenten einfach nicht zu knacken ist. Mit 2:1 gegen Wales haben die Jungs den ersten Playoff-Kampf auf dem Weg zur WM 2026 überstanden. Und jetzt? Jetzt kommt der ganz dicke Brocken: Italien.
Ich sags euch, als der Schlusspfiff ertönte, da war mir klar, warum wir diesen Sport lieben. Es war nicht der schönste Sieg, aber einer für die Ewigkeit. Der Druck war immens, die Torchancen waren rar, und dann schlägt man eben in der Nachspielzeit zu. Das war eine mentale Meisterleistung, wie ich sie selten gesehen habe. Die ganze Region stand Kopf, das konnte man in den sozialen Medien der Premijer Liga Clubs sehen, alle haben mitgefiebert.
Die Helden von Cardiff: Wer hat das Ding gedreht?
Um ehrlich zu sein, die erste Halbzeit war nichts für schwache Nerven. Wales hatte das Spiel im Griff, die Führung war verdient. Aber in der Kabine muss der Trainer genau die richtigen Worte gefunden haben. Nach dem Seitenwechsel kam ein komplett verwandeltes Team aus dem Tunnel. Plötzlich stand die Defensive, das Mittelfeld fand die Lücken, und vorne wurde endlich die Kaltschnäuzigkeit ausgepackt. Es war ein Sieg der Mannschaft, aber die entscheidenden Momente hatten zwei Namen drauf.
Für diejenigen, die nicht jede Woche den Bosnisch-herzegowinischen Fußballpokal verfolgen, mögen die Namen vielleicht überraschend gekommen sein. Aber in der Heimat wissen wir längst, dass dort Charakterköpfe heranwachsen. Dieser Sieg ist nicht nur ein Erfolg für die Nogometni/Fudbalski Savez Bosne i Hercegovine, sondern vor allem eine Bestätigung für die ganze Arbeit in den Nachwuchsabteilungen.
Die nächste Hürde: Azzurri statt Underdog-Rolle
Jetzt ist aber nicht Zeit zum Ausruhen. Die Euphorie ist riesig, klar. Aber die Reise geht weiter, und sie führt nach Italien. Die Squadra Azzurra ist natürlich ein anderes Kaliber. Die werden uns nicht unterschätzen, nachdem sie gesehen haben, wie wir Wales in der letzten Minute ausgehebelt haben. Was erwartet uns also?
- Ein Duell der Mentalitäten: Italien ist der Meister des defensiven Umschaltspiels. Wir müssen geduldig bleiben.
- Die Schlüsselspieler: Unsere Jungs aus der Ersten Liga der Republika Srpska und der Premijer Liga haben gezeigt, dass sie mit Druck umgehen können. Das wird jetzt wichtiger sein als jeder taktische Kniff.
- Die Chance: Wir sind der Außenseiter. Diese Rolle hat uns gegen Wales schon gelegen. Niemand gibt uns eine Chance – das ist unser größter Trumpf.
Ich habe mir das Spiel gegen Wales noch mal in Ruhe angeschaut. Da sieht man, wie die Laufbereitschaft in den letzten 20 Minuten explodiert ist. Keiner war mehr müde, das war purer Wille. Das ist die Energie, die wir auch in Mailand brauchen werden. Es wird nicht schön, es wird nicht einfach, aber es ist möglich. Und genau das macht diesen Fußball aus Bosnien-Herzegowina aus: die Unberechenbarkeit.
Vom Underdog zum Herausforderer
Die Playoffs sind eine harte Schule, das wissen wir. Aber diese Mannschaft hat gezeigt, dass sie gelernt hat. Sie zittert nicht mehr, sie spielt. Mit dem Rücken zur Wand wurde plötzlich befreit aufgespielt. Wenn wir diese Leistung bestätigen, dann ist selbst die alte Fußball-Großmacht Italien schlagbar. Ich freu mich riesig auf dieses Spiel. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Ausgerechnet jetzt, wo alle von einer schweren Gruppe sprachen, stehen wir eine Partie vor dem großen Traum. Kopf hoch, Brust raus – wir haben noch ein Wort mitzureden!