Rory McIlroy zerreißt Jon Rahm wegen Ablehnung der DP World Tour: "Eine verdammte Schande"
Der Sport der Gentlemen bekommt plötzlich eine gehörige Portion Schärfe. Rory McIlroy, viermaliger Major-Sieger und eine Art selbsternannter Sheriff im Fahrerlager der PGA Tour, schoss sich diese Woche auf Jon Rahm ein. Und um es klar zu sagen: Das war nicht nur eine versteckte Spitze – er hat das Stadionflutlicht angemacht. Worum geht es in diesem Eklat? Rahms kategorische Weigerung, einer neuen Vereinbarung mit der DP World Tour zuzustimmen – ein Schritt, der laut McIlroy das Fundament des Ryder Cups zerstören könnte.
Wir verfolgen dieses Drama zwischen LIV und dem Rest der Golfwelt nun seit ein paar Jahren, aber diese neueste Episode fühlt sich anders an. Es wird persönlich. Es geht um zwei Männer, die einst das Herzstück des europäischen Ryder-Cup-Teams waren. Und laut McIlroy ist Rahms Entscheidung, sich von einem vorgeschlagenen Deal mit der DP World Tour abzuwenden, nicht nur eine Geschäftsentscheidung – es ist ein Verrat an dem System, das ihn groß gemacht hat.
Die "Schande", die um die Golfwelt ging
McIlroy nahm sich kein Blatt vor den Mund, als ihm das Mikrofon hingehalten wurde. Er kritisierte Rahm direkt und nannte es eine "verdammte Schande", dass der spanische Dampfwalze das Rahmenabkommen ausgeschlagen hat, das LIV-Golfern erlaubt hätte, ihre DP World Tour-Mitgliedschaft mit einem reduzierten, aber dennoch verbindlichen Spielplan zu behalten. Das war keine drakonische Strafe; es war ein Kompromiss. Bestreite ein paar Turniere, behalte deine Spielberechtigung und bleib für die wichtigen Wettkämpfe qualifiziert.
Doch Rahm sah das anders. Er konterte fast umgehend und beschuldigte die DP World Tour, zu versuchen, Spieler, die den Sprung zur saudisch finanzierten Liga gewagt hatten, zu "erpressen". Die Auflage? Sechs DP World Tour-Turniere pro Jahr, um sich die Ryder-Cup-Träume zu bewahren. Rahm nannte das eine Einschüchterungstaktik, um Spieler für ihre Karriereentscheidungen zu bestrafen.
- Rorys Standpunkt: "Man kann nicht alles haben wollen. Die DP World Tour hat einen Weg angeboten. Jon hat sich das angesehen und die Tür zugeschlagen. Das ist eine Schande für die Fans und es ist eine Schande für den Ryder Cup."
- Rahms Konter: "Hier geht es nicht um Loyalität; es geht um Kontrolle. Sie versuchen, uns mit dieser Sechs-Turniere-Auflage in die Enge zu treiben. Das ist keine Verhandlung; das ist Erpressung."
Der Ryder Cup – der Elefant im Raum
Lassen wir das Beiwerk beiseite und sprechen wir darüber, was das wirklich bedeutet: Bethpage Black, 2027. Das Publikum in New York wetzt schon jetzt die Messer. Wenn Rahm nicht in der Maschine nach Long Island sitzt, weil er sich weigerte, ein paar Turniere in Dubai oder Südafrika zu spielen, wäre das eine Katastrophe für Team Europa. McIlroy weiß das. Verdammt, jeder Golf-Fan in den USA leckt sich heimlich die Finger nach einem rahmgroßen Loch im europäischen Aufgebot.
Rahms Argument hat durchaus Substanz – Spieler, die ohnehin schon privat um die Welt jetten, mit sechs zusätzlichen Stopps zu belasten, ist ein logistischer Albtraum. Aber McIlroys Punkt wiegt schwerer: Der Ryder Cup ist kein Recht, sondern ein Privileg. Er baut auf den nationalen Touren auf. Du willst den Kontinent vertreten? Dann musst du dich auch auf der Tour des Kontinents blicken lassen.
McIlroy: Das Gewissen der Tour?
Man mag ihn oder nicht, aber Rory hat sich als derjenige positioniert, der ausspricht, was andere nur denken. Er ist der lautstärkste Kritiker der LIV-Abspaltung – nicht weil er um sein eigenes Auskommen fürchtet (der Typ ist fürs Leben versorgt), sondern weil er wirklich an das Ökosystem des Profi-Golfs glaubt. Er sieht die DP World Tour als Brutstätte für zukünftige europäische Stars. Wenn sich Typen wie Rahm verabschieden, welches Signal sendet das an die Jungs, die sich auf der Challenge Tour den Arsch aufreißen?
Das ist jetzt nicht mehr nur ein "Hinz sagte, Kunz sagte". Das ist ein Riss, der das nächste Jahrzehnt des Herrengolfs prägen könnte. Rory hisst die Flagge für Tradition und Zugang. Jon hisst die Flagge für Spielerfreiheit und wehrt sich gegen das, was er als letzten Atemzug eines Monopols ansieht.
Eines ist sicher: Wenn die beiden das nächste Mal zusammentreffen – falls das überhaupt noch einmal passiert –, dann wird der Smalltalk auf der ersten Abschlagseiszeit herrschen. Und als Fan? Ich freue mich auf jede peinliche Sekunde davon.