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Mikael Frisell: "Deutsche müssen auf einen dreijährigen Krieg vorbereitet sein – jetzt ist Ernsthaftigkeit gefragt"

Nachrichten ✍️ Erik Andersson 🕒 2026-03-08 02:02 🔥 Aufrufe: 1

Mikael Frisell

Es ist kein gewöhnlicher Dienstag bei der Behörde für zivile Verteidigung. Als ich Mikael Frisell treffe, den Direktor für Notfallvorsorge mit über zwanzig Jahren Erfahrung im Krisenmanagement, wird mir klar, dass die Lage ernster ist als seit Langem. Seine Botschaft ist glasklar: Wir müssen uns auf einen langwierigen Krieg einstellen – von bis zu drei Jahren – und die Vorbereitung beginnt zu Hause im Küchenschrank.

– Es geht nicht darum, Panik zu erzeugen, sondern uns aus dem Schlaf zu reißen. Wir leben in einer neuen Zeit, sagt Mikael Frisell und beugt sich über den Besprechungstisch.

Die Berichte aus dem Ausland der letzten Wochen, mit erhöhten Spannungen in der Ostsee und dem Krieg in der Ukraine, der sich nun ins dritte Jahr zieht, haben die Behörde veranlasst, den Ton zu verschärfen. Gemeinsam mit der Bundeswehr ergeht nun ein Aufruf an die Bevölkerung: Die Deutschen müssen mindestens eine Woche lang für sich selbst sorgen können – aber eigentlich geht es darum, langfristig zu denken.

„Vergessen Sie 72 Stunden – jetzt gelten drei Jahre“

Früher sprachen wir von 72 Stunden. Aber laut Mikael Frisell reicht das nicht mehr aus. Er verweist auf aktuelle Geheimdienstanalysen, die in hohen Sicherheitskreisen zirkulieren: Ein moderner Krieg ist langwierig, zermürbend und betrifft die gesamte Gesellschaft.

  • Wasser und Lebensmittel: Mindestens zwei Wochen Vorrat an Trockenprodukten und Getränken, idealerweise baut man jedoch nach und nach einen Vorrat auf, der mehrere Monate reicht.
  • Wärme und Strom: Halten Sie Alternativen bereit – Campingkocher, Petroleumlampe, Batterien und vielleicht einen Holzofen, falls möglich.
  • Medikamente und Hygiene: Sorgen Sie für einen Vorrat Ihrer verschreibungspflichtigen Medikamente und einen gut ausgestatteten Erste-Hilfe-Kasten.
  • Information und Kommunikation: Ein batteriebetriebenes Radio (mit UKW-Empfang) ist Gold wert, wenn das Netz ausfällt.
  • Sicherheit für Kinder und Ältere: Sprechen Sie mit der Familie, üben Sie den Alltag ohne Strom und schauen Sie, wie es den Nachbarn geht.

– Das klingt vielleicht überwältigend, aber fangen Sie mit einer Sache nach der anderen an. Wenn Sie das nächste Mal einkaufen, werfen Sie einfach eine Extra-Packung Haferflocken und ein paar Kanister Wasser in den Wagen, sagt Mikael Frisell mit einem schiefen Lächeln.

Nachbarschaftshilfe wird zum Schlüssel

Eines wird mir beim Zuhören klar: Die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft basiert im Kern auf Beziehungen. Mikael Frisell erzählt, dass die Behörde derzeit daran arbeitet, Eigentümergemeinschaften und Dorfgemeinschaften zu unterstützen, eigene Notfallpläne zu erstellen.

– Wir können nicht überall gleichzeitig sein. Es ist der Nachbar, der sieht, ob du Hilfe brauchst, oder du, der bemerkt, dass der alte Herr im dritten Stock seit zwei Tagen kein Licht mehr angemacht hat. Daraus entsteht die Durchhaltefähigkeit.

Vor dem Gebäude treffe ich einige Anwohner, die bereits angefangen haben, umzudenken. „Ich habe am Wochenende einen Wasserkanister und ein Kurbelradio gekauft. Fühlt sich etwas unwirklich an, aber gleichzeitig ist es ein gutes Gefühl, vorbereitet zu sein“, sagt eine Mutter von Kleinkindern Ende dreißig. Ein älterer Herr mit Hund erinnert sich an die Zeit des Kalten Krieges: „Damals hatten alle einen Keller mit Schutzraum und Konserven. Das haben wir verschludert, aber jetzt ist es Zeit, dieses Wissen wieder auszugraben.“

Was sagen Sie jemandem, der das für übertrieben hält?

– Ich verstehe dieses Gefühl. Es ist angenehm zu denken, dass das Schlimmste nicht eintritt. Aber gleichzeitig: Unser Umfeld hat sich rasant verändert, und unser Auftrag ist es, sicherzustellen, dass Deutschland stabil dasteht, egal was kommt. Vorbereitet zu sein bedeutet nicht, Angst zu haben – es bedeutet, stark zu sein.

Mikael Frisell steht auf und bedankt sich für das Gespräch. Er muss weiter zu einem Treffen mit Vertretern der Lebensmittelbranche und des Energiesektors. Die Arbeit, Deutschland widerstandsfähiger zu machen, läuft auf Hochtouren – sowohl auf Behördenebene als auch in den heimischen Küchen.

Für alle, die mehr erfahren möchten: Die Behörde für zivile Verteidigung hat ihre Webseiten mit konkreten Checklisten aktualisiert, und im Herbst ist eine nationale Informationskampagne geplant. Bis dahin gilt Mikael Frisells einfache Devise: „Fangen Sie klein an, aber fangen Sie jetzt an.“