Sturm Samuel bringt die Kanaren in Alarmbereitschaft: Orkanböen und schwerer Seegang in den nächsten Tagen

Wenn Sie heute Morgen vor die Tür gegangen sind und diese feuchte, unangenehme Luft gespürt haben, haben Sie sich das nicht eingebildet. Die Kanaren bereiten sich auf Sturm Samuel vor, und die Wetterdienste haben bereits den gesamten Apparat in Gang gesetzt. Dies ist keine gewöhnliche Warnung: Wir sprechen hier von einem Unwetter, das uns das ganze Wochenende über und wahrscheinlich auch noch in den ersten Tagen der nächsten Woche in Atem halten wird.
Wir beobachten seit Jahren, wie sich solches Wetter zusammenbraut, und der Sturm, der jetzt auf uns zukommt, trägt zwar einen altmodischen Namen, benimmt sich aber wie ein aufsässiger Teenager. Samuel wird ordentlich runterkommen. Die Meteorologen sind sich absolut sicher: Ab heute Nachmittag wird sich das Wetter auf dem Archipel generell verschlechtern. Der Wind wird mit Böen wehen, die in den Gipfellagen und an den Nordwesthängen der gebirgigeren Inseln über 100 Kilometer pro Stunde erreichen können. Und Vorsicht, denn der Seegang wird sehr ungemütlich: Es sind Wellen von 7 oder 8 Metern Höhe möglich. Das ist kein Tag für einen Spaziergang an der Promenade oder für ein Selfie mit der tosenden See; besser, man schaut sich das von zu Hause aus bei einer schönen heißen Tasse Kaffee an.
Welche Inseln wird Samuel am stärksten treffen?
Als alter Hase, der schon so manches Unwetter miterlebt hat, kann ich Ihnen sagen: Alle werden etwas abbekommen, aber einige werden besonders hart getroffen. Den Modellen zufolge werden die Inseln mit dem ausgeprägtesten Relief die Hauptlast des Windes und Regens tragen müssen. Die Rede ist von Teneriffa, La Palma, Gran Canaria und La Gomera, vor allem in den Hochlagen und mittleren Höhenstufen. Dort können die Niederschläge lokal stark und anhaltend ausfallen, besonders zwischen Dienstag und Mittwoch. Der Rest des Archipels kommt nicht ungeschoren davon: bedeckter Himmel, aufgewühltes Wetter und dieses Schaukeln, das so manchem den Magen umdreht.
Und das ist noch nicht alles. Die Meteorologen haben mal wieder Frauennamen aus der Versenkung geholt. Es stellt sich heraus, dass hinter Samuel bereits einige den Namen Teresita ins Spiel bringen. Ja, richtig gehört. Eine neue Störung, die sich westlich der Inseln bilden und die Lage Ende nächster Woche noch weiter verkomplizieren könnte. Im Moment ist das nur ein Gerücht, aber wenn in der Meteorologie erst einmal Eigennamen auftauchen, ist es besser, Regenschirm und Regenjacke parat zu haben.
Empfehlungen für die Unwettertage
Niemand hier will Ihnen vorschreiben, was Sie zu tun haben, aber wer schon einmal erlebt hat, wie ein Ast runterkommt, weiß, dass es ratsam ist, ein paar kleinen Ratschlägen zu folgen. Die örtlichen Behörden haben zusammen mit den Meteorologen die Warnungen aktiviert, also merken Sie sich Folgendes:
- Meiden Sie Spaziergänge in Küstennähe. Der Wellengang kann tückisch sein, und so eine Welle verzeiht nichts. Wenn Sie in Küstennähe wohnen, sichern Sie Fenster und räumen Sie Blumentöpfe oder andere Gegenstände weg, die wegfliegen könnten.
- Im Straßenverkehr ist äußerste Vorsicht geboten. Windböen können das Fahrzeug destabilisieren, besonders in höheren Lagen und an Tunnelausgängen. Fahren Sie besser langsamer und vergrößern Sie den Sicherheitsabstand.
- Bleiben Sie informiert. Die Vorhersagen können sich ändern, und obwohl wir Ihnen hier die neuesten Entwicklungen schildern, achten Sie auf die offiziellen Kanäle der Wetterdienste und die Anweisungen des Zivilschutzes.
- Unterschätzen Sie den Regen nicht. Wenn Sie rausmüssen, tragen Sie eine Regenjacke und geeignetes Schuhwerk. Die Straßen können rutschig werden und die Gehwege zu einer Rutschbahn.
Das Gute daran, in diesen Breitengraden zu leben, ist, dass sich der Himmel nach dem Unwetter klärt und das Licht wieder dieses Wunder ist, das wir so lieben. Aber bis dahin heißt es, den Regenguss auszuhalten. Und mit Verlaub von Samuel, wir müssen diese Teresita, die dort am Horizont auftaucht, im Auge behalten. Sie wissen ja, beim Wetter darf man niemals unachtsam sein.
Wir lesen uns nach dem Unwetter wieder, mit der frischen Luft und der Gewissheit, dass die Kanaren auch dieses Mal widerstehen. Aber bis dahin: Ziehen Sie sich warm an, machen Sie die Fensterläden gut zu und bleiben Sie, wenn möglich, zu Hause. Lassen Sie sich den Wind nicht die Laune verderben.