Vålerenga Hockey rettet die Saison: – Das riecht nach Aufholjagd
Die Jordal Amfi hat im Laufe der Jahre viel erlebt, aber die Stimmung an diesem Donnerstagabend war etwas ganz Besonderes. Es roch nach Rauch, Schweiß und purer, nackter Panik – aber auch nach jener Art von Verzweiflung, aus der Helden geboren werden. Vålerenga Hockey stand im Playoff-Kampf gegen den Erzrivalen Frisk Asker mit dem Rücken zur Wand, und da mussten die alten, urtümlichen Instinkte wieder zum Vorschein kommen. Das hier war kein Spiel; das war ein existenzieller Krieg für jene "Bauern", die Woche für Woche die Ränge füllen.
Das Weckmoment, das alles änderte
Wer das Spiel über den vereinseigenen Digitalkanal verfolgte, konnte nach dem ersten Drittel leicht in Panik geraten. Frisk Asker kam wie eine Naturgewalt, und plötzlich standen wir vor einem Albtraumszenario. Es sah so aus, als würde die Saison zu Hause in einer ernüchternden Enttäuschung enden. Aber diese Mannschaft, angeführt von ihrem Captain, hat die besondere Fähigkeit, sich in den Schützengräben zu verkriechen. Sie kamen noch vor der Pause zum Anschlusstreffer, und im zweiten Drittel gab es keinen Zweifel darüber, wem das Eis gehörte. Es war die klassische "Welle" auf dem Jordal, die zurückkehrte; jene Welle, die im Pub um die Ecke die Barthaare zu Berge stehen lässt.
Hier sind die drei Momente, die den Abend prägten:
- Der Ausgleich: Mitten im zweiten Drittel war es so weit. Ein abgefälschter Schuss von der blauen Linie ließ das Netz zappeln, und die ganze Jordal Amfi explodierte.
- Der Anschlusstreffer in der Serie: Mit diesem Sieg verkürzte Vålerenga Hockey - Frisk Asker Elite in der Serie auf 1:2. Plötzlich schien das Unmögliche nicht mehr ganz so unmöglich.
- Die Entscheidung in der Verlängerung: Ein Konter, eine Täuschung und ein eiskalter Abschluss versetzten alle 3000 Zuschauer im Saal in ausgelassene Ekstase. Da war die Wende perfekt.
Mehr als nur Eis und Puck
Abseits des Eises lebt diese Fan-Gemeinschaft ihr ganz eigenes Leben. Mir ist aufgefallen, dass mehrere treue Anhänger beim Warmmachen den dunkelblauen Bauer Vålerenga Hockey FLC Core Genser trugen. Das ist typisch für diesen Verein: Selbst wenn es schwer läuft, erscheinen die Leute in voller Montur. Das ist nicht einfach nur ein Pullover; es ist eine Uniform für all jene, die glauben, dass es nie vorbei ist, bis es vorbei ist.
Wir haben das schon einmal gesehen. Letztes Jahr war es ein anderer Gegner, dieses Jahr ist es Frisk Asker, der im Weg steht. Aber dieser Sieg, der nach diesem Weckmoment errungen wurde, hat ein ganz besonderes Gewicht. Jetzt gilt es, diesen Schwung mitzunehmen. Mit einem Goalie, der in dramatischen Momenten über sich hinauswächst, und einer ersten Sturmreihe, die endlich ihren Rhythmus gefunden hat, würde sich niemand aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass diese Serie abrupt endet. Mach dich bereit für das nächste Kapitel, Oslo. Das hier ist Vålerenga Hockey, so wie wir es lieben: brutal, dramatisch und unberechenbar.