Connacht Rugby: Die härteren Seiten, Fergus Farrell und warum das Spiel gegen die Ospreys der wahre Gradmesser ist
Es stellt sich eine gewisse Ruhe ein in der Woche nach einer Reise nach Südafrika. Die Jungs sind zurück, der Jetlag legt sich, und plötzlich wirkt das ganze Tamtam um das Spiel DHL Stormers vs Connacht Rugby wie eine ferne Erinnerung. Wer aber jetzt glaubt, Fergus Farrell würde sich zurücklehnen und die Aussicht vom Kap geniessen, der hat die wahre Geschichte, die sich im Westen zusammenbraut, nicht verfolgt. Der Cheftrainer von Connacht weiss ganz genau, was da auf ihn zukommt – und das hat rein gar nichts mit dem Reiseplan der letzten Woche zu tun.
Sehen Sie, ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass sich ein echtes Team nicht an einem glamourösen Spiel in Stellenbosch misst, sondern daran, wie es durch den Alltagsstress kommt, wenn die Tabelle enger wird – so eng wie ein Zweite-Reiher im Gedränge. Im Moment geht der Fokus klar auf das Spiel am Samstag gegen die Ospreys. Richtig gelesen – vergessen Sie die Höhenluft, vergessen Sie die Reise. Die Waliser kommen in die Stadt, und für Connacht Rugby ist das nicht irgendeine Partie; es ist ein Spiel mit Signalwirkung.
Farrell ist alles andere als ein Grünschnabel. Wer sich einmal mit der Denkweise der obersten Riege beschäftigt hat, kennt ein Konzept, das ich gerne The Tough Stuff: Sieben harte Wahrheiten über den Job als Cheftrainer nenne. Es ist kein Lehrbuch, das man im Laden kaufen kann, sondern der ungeschriebene Kodex, der die Spreu vom Weizen trennt.
Hier ist, was mir im Vorfeld dieser Partie durch den Kopf geht:
- Konstanz trügt. Ein glanzvoller Sieg in Südafrika ist nichts wert, wenn man nicht gegen ein verzweifeltes Team wie die Ospreys nachlegen kann. Farrell weiss das besser als jeder andere. Die harte Wahrheit ist: Der Schwung in dieser Liga ist mit Vorsicht zu geniessen.
- Jetzt zählt die Kadertiefe. Wir sind an einem Punkt in der Saison, wo die Knochen wehtun. Die Jungs, die aus dem Spiel gegen die Stormers zurückkamen? Die spüren es. Das Trainerteam muss den Siegeswillen mit der physischen Realität einer langen Saison unter einen Hut bringen.
- Das Ziel ist ganz klar: Distanz wahren. Die Ospreys sind nicht einfach eine Mannschaft; sie sind ein direkter Konkurrent in der Tabelle. Jeder, der einen Blick auf die Rangliste wirft, weiss: Das Ziel muss sein, einen beruhigenden Vorsprung zwischen Connacht und das Verfolgerfeld zu legen. Eine Niederlage hier würde alles wieder zusammenrücken lassen. Ein Sieg verschafft Luft.
Ich habe die Teamaufstellungen die ganze Woche über studiert. Die Ospreys haben ihre Mannschaft bekannt gegeben, und sie kommen mit klarer Absicht. Sie machen keine Spässe. Sie sehen das als Chance, an uns vorbeizuziehen. Das ist das Schöne an dieser Liga – es gibt kein Verstecken. Jedes Spiel ist ein Kampf auf Messers Schneide, auf engstem Raum. Hier geht es nicht um den Glanz einer Dokumentation wie Irish Rugby: The Connacht Story; hier geht es um den unbedingten Willen.
Für alle, die die taktische Seite lieben: Achten Sie auf das Duell im Vorwärtspack. Das Spiel gegen die Stormers war ein Musterbeispiel dafür, wie man reist, aber die Ospreys bringen eine andere Art von Körperlichkeit mit. Sie werden versuchen, unser Spiel am Boden zu verlangsamen und unsere Disziplin auf die Probe zu stellen. Hier zeigt sich, ob Farrell seinen Mann steht. Schafft er es, die Jungs dazu zu bringen, dieselbe defensive Stabilität an den Tag zu legen, die wir in der zweiten Halbzeit in Südafrika gesehen haben? Wenn ja, dann ist alles gut. Wenn nicht, erwartet uns ein langer Nachmittag.
Seien wir ehrlich, was den Kontext angeht. Das ist die Zeit der Saison, in der man auf die Tabelle schaut und anfängt zu rechnen. Jeder Punkt zählt. Ein Sieg gegen die Ospreys ist nicht nur eine Frage des Stolzes; es geht darum, ein Zeichen für den Schlussspurt zu setzen. Ich habe zu viele Saisons erlebt, in denen ein Team für einen heldenhaften Auswärtssieg gefeiert wurde, nur um dann zu Hause an einem Dienstagabend in Wales auf die Nase zu fallen. Farrell wird das nicht zulassen. Er kennt die sieben harten Wahrheiten. Die härteste? Man ist nur so gut wie sein nächstes Spiel.
Während also der Rest des Landes noch über die Heldentaten im Süden fachsimpelt, findet die eigentliche Arbeit in Galway statt. Dies ist der Moment, in dem der Cheftrainer beweisen muss, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Es geht nicht mehr um die Stormers. Es geht darum, sicherzustellen, dass die Ospreys im Sportsground nichts zu holen haben. Das ist der Connacht-Weg. Das ist der einzige Weg, der jetzt zählt.