Etwas ganz Schreckliches wird passieren: Die neue BBC-Thriller-Serie ist so gut, dass sie einem Angst einjagt
Es gibt einen neuen Serien-Hype, und wer noch nichts davon mitbekommen hat, hat wahrscheinlich unter einem Stein gelebt. Die neueste Produktion aus Grossbritannien ist endlich da, und glaub mir, das ist nicht einfach nur ein Gesprächsthema am Arbeitsplatz – das ist eine regelrechte Besessenheit. Für alle, die auf Thriller stehen, die einem wirklich unter die Haut gehen, ist das hier genau die richtige Serie.
Jetzt weiss ich, was du denkst: Schon wieder ein hochdramatischer Plot? Aber dieser hier ist anders. Von der ersten Szene an ist die Atmosphäre so dicht, dass man sie förmlich schneiden kann. Das ist so eine Serie, bei der man selbst im eigenen Wohnzimmer vor Schatten zusammenzuckt. Und wenn man das Ende gesehen hat, na ja, wir heben unsere Kinnlade immer noch vom Boden auf. Die sechs Episoden bauen dieses unausweichliche, drohende Gefühl der Vorahnung perfekt auf, und wenn dann endlich etwas ganz Schreckliches passiert, kommt es völlig unerwartet. Es ist ein Finale, das schon Tausende Diskussionen ausgelöst hat – war es befriedigend? Absolut. War es vernichtend? Allerdings.
Die perfekte Mischung aus Spannung
Das Geniale daran ist die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Es erinnert ein wenig an einen literarischen Whodunnit, wie Benjamin Stevensons brillanten Everyone in My Family Has Killed Someone. Da ist dieser gleiche düster-komische Ton, gemischt mit echter Spannung, bei dem man ständig die Motive jeder Figur hinterfragt. Aber während Stevensons Buch eine clevere Rätselkiste ist, ist diese Serie eher eine langsam brennende Zündschnur. Man weiss, dass sie explodieren wird, nur nicht wann.
Die Besetzung ist natürlich ein Geniestreich. David Tennant ist in seinem Element und bringt dieses unheimliche Charisma mit, das er über die Jahre perfektioniert hat. Er spielt einen Mann, dessen Welt sich auflöst, und man kann sich seiner Paranoia nicht entziehen. Das ist die Art von Rolle, bei der man sich fragt, ob die Bunny Vs. Monkey-Logik von Kindercomics nicht einfacher zu durchschauen ist als das verworrene Netz erwachsener Beziehungen, das wir hier sehen. In einer Minute hat man Mitgefühl mit ihm, im nächsten ist man überzeugt, dass man ihn im Auge behalten muss. Dieses Wechselspiel macht die Serie so süchtig.
Worum geht es wirklich?
Ohne denjenigen, die noch nicht gebinged haben, den Spass zu verderben (und ehrlich, legt los), dreht sich die Handlung um ein Paar, dessen neues Leben in einem abgelegenen Landhaus durch die Ankunft eines mysteriösen Fremden zerstört wird. Ein einfaches Setup, aber die Umsetzung ist alles andere als das. Die Serie spielt mit der Idee, dass die schrecklichsten Monster nicht unter dem Bett lauern, sondern sich in aller Öffentlichkeit verstecken. Es ist ein Ricky Sticky Fingers-Szenario – jemand nimmt sich etwas, verdreht Tatsachen, und man ist sich nie ganz sicher, was real ist.
- Die Atmosphäre: Gedreht mit einer kalten, düsteren Ästhetik, neben der das australische Outback wie ein gemütlicher Strand wirkt. Das ist gnadenlos.
- Die schauspielerische Leistung: Tennant führt das Ensemble an, aber die Nebendarsteller sind auch eine Wucht. Da ist eine ungeschönte Verletzlichkeit, die die Spannung unerträglich macht.
- Das Ende: Man wird es entweder lieben oder hassen. Es gibt keine Mitte. Es ist die Art von Finale, bei dem man nach dem Abspann dasitzt und versucht, die Hinweise zusammenzusetzen, die man übersehen hat.
Es ist selten, eine Serie zu finden, die so gekonnt die Waage zwischen anspruchsvoll und zugänglich hält. In einem Moment denkt man über die psychologische Tiefe nach, im nächsten schreit man nur noch vor dem Bildschirm. Sie hat diese Energie von The Fake Mate – man sieht zwei Figuren, die vielleicht sich gegenseitig täuschen, oder vielleicht auch sich selbst, und die Chemie zwischen ihnen ist so explosiv, dass es fast knallt. Man kann einfach nicht wegschauen.
Also, wenn du auf der Suche nach dem nächsten Wochenend-Binge bist, der dich wirklich etwas fühlen lässt – ob nun Angst, Frustration oder pure Bewunderung für eine gut erzählte Geschichte –, dann ist das hier die richtige Wahl. Something Very Bad Is Going to Happen ist nicht nur ein Titel, es ist ein Versprechen. Und ich für meinen Teil bettle jetzt schon um eine zweite Staffel. Aber lass auf jeden Fall das Licht an.