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Rob Reiner bei den Oscars geehrt: Billy Crystals herzliche Hommage und das Vermächtnis von «Spinal Tap»

Unterhaltung ✍️ Lachlan Murdoch 🕒 2026-03-16 02:20 🔥 Aufrufe: 1
Rob Reiner an den Oscars

Es gibt nicht viele Standing Ovations, die sich wirklich von Herzen anfühlen, aber als Billy Crystal die Bühne betrat, um Rob Reiner bei diesjährigen Oscar-Verleihung zu ehren, tobte das Dolby Theatre. Man konnte es spüren – ein Raum voller Kollegen, Freunde und Bewunderer, die mit den Filmen des Mannes, der einige der beliebtesten Werke der amerikanischen Filmgeschichte geschaffen hat, gelacht, geweint und sind erwachsen geworden. Und wie Conan O’Brien bereits im März vorhergesagt hatte, war es tatsächlich «sehr bewegend».

Crystal, der bekanntlich 1989 in Reiners Klassiker Harry und Sally die Hauptrolle spielte, zählte nicht einfach nur Errungenschaften auf; er erzählte Geschichten. Er erinnerte sich an die Anfänge bei All in the Family, an die Entstehung von This Is Spinal Tap und daran, wie Reiner aus einer einfachen Szene etwas Zeitloses schaffen konnte. Besonders die Anekdote, wie Reiner seinen eigenen Vater, Carl Reiner, bei Ocean’s Eleven Regie führte, brachte den Saal zum Lachen. Es war eine Ehrung, die sich weniger wie eine formelle Auszeichnung anfühlte, sondern vielmehr wie eine warme Umarmung eines alten Freundes.

Eine Karriere, die Generationen verbindet

Reiners Filmografie liest sich wie ein Lehrplan für alle, die Komödie und Drama gleichermassen lieben. Vom Mockumentary-Genie Spinal Tap über die einfühlsame Coming-of-Age-Geschichte Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers bis hin zum Märchenroman Die Braut des Prinzen – er hat immer wieder bewiesen, dass er die Menschen versteht. Selbst weniger bekannte Perlen wie Rumor Has It – ...steht nicht gut für Fräulein – die Komödie von 2005, die an Die Reifeprüfung anknüpft – zeigen seine Bereitschaft, mit Stimmung und Erwartungen zu spielen.

  • This Is Spinal Tap (1984): Die Blaupause für jede Rock-Mockumentary, die danach kam.
  • Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986): Eine ergreifende Adaption der Stephen-King-Novelle.
  • Die Braut des Prinzen (1987): Kultklassiker, der eine Generation prägte.
  • Harry und Sally (1989): Die Liebeskomödie, die die Messlatte legte.
  • Eine Frage der Ehre (1992): «Sie wollen die Wahrheit? Sie können die Wahrheit nicht vertragen!»

Und dann ist da noch A Fine Line Between Stupid and Clever: Die Geschichte von Spinal Tap, die neue Dokumentation, die die Entstehung des Originals beleuchtet. Dieser Satz könnte leicht auf Reiners eigenen Ansatz zutreffen: Er wandert auf diesem schmalen Grat mit der Zuversicht eines Mannes, der genau weiss, wann er aufdrehen und wann er sich zurücknehmen muss. Die Doku tourt derzeit durch die Festivals und ist ein Muss für alle, die jemals zu «Big Bottom» Luftgitarre gespielt haben.

Die nächste Generation und ein Kommentar von Tim Lammers

Reiners Vermächtnis beschränkt sich nicht nur auf die Leinwand. Sein Sohn, Rob Reiners Sohn – Schauspieler und Musiker –, hat sich leise seinen eigenen Weg gebahnt, tritt in Independent-Filmen auf und setzt sich ab und zu selbst auf den Regiestuhl. Der Apfel fällt, wie man so schön sagt, nicht weit vom Stamm. Auf dem Governors Ball nach den Oscars traf ich den erfahrenen Unterhaltungsjournalisten Tim Lammers, der es auf den Punkt brachte: «Rob’s Arbeitsmoral und sein Blick für Charaktere sind Dinge, die man nicht lehren kann. Das liegt ihm im Blut.» Lammers berichtet seit Jahrzehnten über Reiner und erinnert sich an ein Interview während der Pressekonferenz zu Rumor Has It. «Selbst wenn ein Film nicht gerade die Welt aus den Angeln hob, war Rob stets grosszügig und immer einsichtsvol.»

Was kommt als Nächstes für den Regisseur?

Mit 79 Jahren zeigt Reiner keine Anzeichen, kürzerzutreten. Es gibt Gerüchte über eine weitere Zusammenarbeit mit Crystal, und er entwickelt gerade ein Projekt über das goldene Zeitalter des Fernsehens. Wenn die Oscar-Hommage eines bewiesen hat, dann, dass Hollywood noch nicht bereit ist, ihn in den Hintergrund treten zu lassen. Und wir auch nicht.

Also, auf dich, Rob Reiner – Regisseur, Schauspieler, Mensch. Mögest du noch viele Jahre lang diesen schmalen Grat zwischen dämlich und genial finden.