Lazio vs Sassuolo: Maldini-Traumstart beschert den Biancocelesti in Rom Luft zum Atmen
Was für ein Genuss, Leute. Vor einer guten halben Stunde ist im Olympiastadion der Schlusspfiff ertönt, und bei mir vibriert's immer noch. Das war so ein Spiel, das man sich vorknöpft und denkt: "Schwierig einzuschätzen." Lazio, seit vier Meisterschaftsspielen ohne Sieg, gegen diesen Wirbelwind von einem Sassuolo, den Tabellenneunten, der in den letzten Wochen nur am Gewinnen ist. Aber wie so oft im Fussballgeschäft kommt die Lösung manchmal aus einer unerwarteten Ecke. Und die Ecke hiess heute Abend Daniel Maldini.
Ein Blitzstart: Der Traum eines Mittelfeldspielers
Wir waren gerade mal vom Schiedsrichter angepfiffen, der Kaffee im Presseraum war noch nicht mal verdaut, da explodierte das Stadion. Zwei Minuten, höchstens drei, zeigte die Uhr an. Ein Ball, der vorne hängen bleibt, etwas Gefummel von Isaksen, der seinen Gegenspieler bindet, und dann dieser Ball, der vors Tor rollt. Wer steht da goldrichtig? Genau. Daniel Maldini. Mit rechts schiebt er ihn aus absolut spitzem Winkel rein. 1-0. Der Sohn von..., hört man sie dann flüstern. Aber das war einfach ein Stürmer-Tor, purer Instinkt für die richtige Position. Es war genau die Medizin, die diese Mannschaft nach wochenlanger Frustration brauchte. Man sah der Elf von Baroni buchstäblich eine Last von den Schultern fallen.
Das taktische Duell: Ein Abnutzungskampf
Nach diesem Schock musste Sassuolo, das in den letzten Wochen so eiskalt konterte, ja wohl kommen. Aber so richtig durch kamen sie für den Rest der ersten Halbzeit kaum. Das Mittelfeld war ein einziger Abnutzungskampf. Auf der einen Seite Cataldi, der wie ein alter Hase bei Lazio die Fäden zog, und auf der anderen Seite dieser junge Wildfang Lipani, der bei den Gästen überall gleichzeitig sein wollte. Es war kein hochklassiges Ballbesitzspiel, nein. Es war Kampf, Zweikämpfe führen, und vor allem keine Räume preisgeben. Genau, wie man es von einem italienischen Mittelfeld-Team erwarten darf.
Auffällig war aber, wie Lazio versuchte, den Schaden nach diesem frühen Tor zu verwalten. Sie verkrochen sich nicht in der Schale, sondern blieben über die Aussenbahnen gefährlich, mit Nuno Tavares, der wie ein junger Hund nach vorne schoss. Bei Sassuolo wartete man vor allem auf einen genialen Moment von Berardi, aber der wurde von der Lazio-Abwehr mit zwei Mann abgeschirmt, sobald er sich der Sechzehner-Grenze näherte.
Verletzungen und Sperren: Der unsichtbare Gegner
Man kann nicht über dieses Spiel reden, ohne einen Blick auf diejenigen zu werfen, die nicht auf dem Platz standen. Für Lazio war es seit Wochen ein Puzzlespiel mit einem Lazarett, das sich gewaschen hat. Provedel, Gila, Rovella; alles Leistungsträger, die an der Seitenlinie schwitzen mussten. Und als ob das nicht genug wäre, musste auch Sassuolo ordentlich umstellen. Kein Pinamonti im Sturm, der hatte sich gegen Atalanta Rot abgeholt, und auch der erfahrene Matić fehlte. Das ist für einen Aufsteiger, denn vergessen wir nicht, dass Sassuolo erst gerade wieder in der höchsten Spielklasse ist, ein Aderlass. Das hat die Schärfe in ihrem Spiel schon ein wenig genommen, fand ich. Vor allem in den letzten zwanzig Metern fehlte ihnen einer, der die Bälle reinmachen kann.
Das Pressing von Sassuolo und die Antwort von Lazio
Trotzdem will ich die Mannschaft von Grosso nicht abschreiben. In der zweiten Halbzeit sahen wir ein Team, das an seine Stärke glaubte. Sie schoben höher, sie jagten, und Lazio geriet kurzzeitig in Bedrängnis. Vor allem über links mit Laurienté wurde es brenzlig. Aber was mir bei Lazio auffiel, war die Abgeklärtheit, mit der sie diese Phase überstanden. Sie liessen sich nicht verrückt machen, schalteten schnell um und suchten selbst den Angriff. Die 1-0-Führung hielt, auch dank einer starken Parade des jungen Torhüters Motta, der für den verletzten Provedel eingewechselt wurde und sein Debüt so schnell nicht vergessen wird.
Für alle, die eine ausführliche Lazio - Sassuolo-Analyse suchen: Das hier war eine vom obersten Regal. Nicht wegen des Kombinationsfussballs, sondern wegen der Spannung, dem Einsatz und der puren Bedeutung für die Tabelle. Drei Punkte für Lazio bedeuten, dass sie Anschluss ans Mittelfeld halten und endlich diese Negativserie abgeschüttelt haben. Für Sassuolo ist es ärgerlich, aber mit dieser Spielweise bleiben sie einfach in der linken Tabellenhälfte mit dabei.
Dein Kurzguide zu diesem Klassiker
Falls du das Spiel verpasst hast oder es später noch einmal anschauen willst, hier ist deine Kurz-Lazio - Sassuolo-Vorschau für die Nachbetrachtung:
- Man of the Match: Daniel Maldini. Nicht nur wegen des Tores, sondern auch wegen seiner unermüdlichen Laufarbeit in die Tiefe. Er war ein Dorn im Auge der Sassuolo-Abwehr.
- Schlüsselmoment: Das 1-0 in der 2. Minute. Es brachte Lazio sofort auf die Siegerstrasse und zwang Sassuolo in eine Rolle, die sie nicht mögen: die des Jägers.
- Taktische Erkenntnis: Lazio entschied sich, das Mittelfeld zuzunageln und auf Konter zu lauern. Sassuolo hatte stundenlang Ballbesitz, kam aber durch die Mauer Romagnoli/Gila nicht durch.
- Was bedeutet das? Lazio holt dringend benötigte Punkte und zeigt Moral. Sassuolo verliert zum ersten Mal seit vier Spielen, spielte aber gar nicht mal schlecht.
Ich räume jetzt mein Notizbüchlein wieder weg. Das war pure, ungefilterte Serie A. Kein Schnickschnack, einfach ums Überleben kämpfen. Und denk dran: In Rom wird erst gepfiffen, wenn der Schiri Schluss macht. Lazio - Sassuolo, ein Termin, den du dir nächstes Mal einfach im Kalender blocken musst.