Eid-Gebet: Ein vollständiger Leitfaden für die korrekte Durchführung, Etikette und Sunna-Handlungen
Liebe Geschwister, der Eid steht vor der Tür, und ich wünsche euch bereits jetzt alles Gute. Die festliche Stimmung macht sich breit, und die schönen Traditionen werden wieder lebendig. Das Wichtigste am Eid-Tag, nach der Freude über das Fasten oder den Tag von Arafa, ist das Eid-Gebet. Viele Leute fragen genau nach der Methode des Eid-Gebets: Was ist Pflicht und was ist empfohlen? Heute möchte ich es euch von Herzen erklären, eine einfache und verständliche Erklärung, damit ihr beruhigt zum Gebetsplatz gehen könnt.
Zeit und Ort des Eid-Gebets
Zunächst einmal: Das Eid-Gebet findet nicht im Morgengrauen statt, nein. Seine Zeit beginnt etwa eine Viertelstunde nach Sonnenaufgang und dauert bis kurz vor dem Mittagsgebet (Dhuhur). Man soll also nicht überstürzen, sondern frühstücken, sich vorbereiten und in Ruhe losgehen. Der Prophet (Frieden sei auf ihm) pflegte es am Musalla zu verrichten, einem offenen Platz ausserhalb der Moschee, damit alle Menschen zusammenkommen konnten: Jung und Alt, Männer und Frauen. Hier bei uns, in unserem Land, öffnen die grossen Moscheen und Gebetsplätze ihre Tore für die Betenden. Es wird in der Gemeinschaft gebetet, und der Lohn ist gewaltig.
Die Durchführung des Eid-Gebets Schritt für Schritt
Kommen wir nun zum Kernpunkt, der Gebetspraxis im Islam im Allgemeinen und speziell dem Eid-Gebet. Das Eid-Gebet besteht aus zwei Rak'at (Gebetseinheiten), enthält jedoch zusätzliche Takbīr (Gott-ist-groß-Sprüche) im Vergleich zu den normalen Gebeten. Lassen Sie es uns der Reihe nach erklären:
- Die Absicht (Nīya): Das Herz ist die Grundlage. Ihr fasst im Herzen die Absicht, das bestätigte Sunna-Gebet zum Eid zu verrichten.
- Erste Rak'a: Ihr beginnt mit dem Takbīr al-Ihrām (Allāhu akbar). Dann lest ihr das Bittgebet zur Eröffnung (Istiftāh) (im Stillen). Danach sprecht ihr sechs weitere Takbīr, zusätzlich zum Eröffnungs-Takbīr, also insgesamt sieben Takbīr. Ihr hebt bei jedem Takbīr die Hände und sprecht "Allāhu akbar". Zwischen den Takbīr könnt ihr sagen: "Subhānallāhi wal-hamdu lillāhi wa lā ilāha illā llāhu wallāhu akbar" (Gepriesen sei Gott, und Lob sei Gott, und es gibt keinen Gott außer Gott, und Gott ist groß).
- Nach den Takbīr sucht ihr Zuflucht bei Gott (vor dem Satan) und lest die Fātiha (die Eröffnungssure) und dann eine kurze Sure wie z.B. die Sure "Al-A'lā" (Der Allerhöchste) oder "Qāf", oder der Imam liest sie laut vor.
- Zweite Rak'a: Ihr erhebt euch aus der Niederwerfung und sprecht den Takbīr für den Übergang (zum Aufstehen). Dann sprecht ihr fünf Takbīr, zusätzlich zum Takbīr des Aufstehens. Ihr sprecht also fünf Mal hintereinander Takbīr und hebt bei jedem die Hände. Danach lest ihr die Fātiha und z.B. die Sure "Al-Ghāschiya" (Die bedeckende), dann verneigt ihr euch (Rukū'), werft euch nieder (Sujūd), verrichtet den Taschahhud (Sitzend mit Zeugnis) und gebt den Friedensgruß (Salām).
Dies ist die anerkannte Methode bei vielen Gelehrten und sie ist die einfachste und umfassendste. Wichtig ist, dass ihr dem Imam folgt und keine zusätzlichen Takbīr aus eigener Willkür hinzufügt.
Etikette und Sunna-Handlungen am Eid-Tag vor dem Gebet
Was das Gebet und die rituelle Waschung lernen und ihre Regeln betrifft, so ist die rituelle Waschung (Wudū') für das Eid-Gebet verpflichtend wie für jedes Gebet. Es gibt jedoch spezielle Sunna-Handlungen für den Eid, die ihr lernen und euren Kindern beibringen solltet:
- Der Ganzkörperwaschung (Ghusl): Es ist Sunna, dass ihr euch mit der Absicht der Reinigung vorsorglich komplett wascht (Ghusl), bevor ihr hinausgeht.
- Das Essen vor dem Gebet: Am Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) ist es empfohlen, eine ungerade Anzahl Datteln zu essen, bevor man zum Gebet geht, um zu zeigen, dass man das Fasten gebrochen hat. Am Opferfest (Eid al-Adha) ist es Sunna, erst nach dem Gebet vom Opfertier zu essen.
- Die Kleidung: Ihr tragt eure schönsten Kleider, sie müssen nicht neu sein, aber sauber und gepflegt. Ihr parfümiert euch und zeigt eure Freude.
- Hin- und Rückweg: Nehmt zwei verschiedene Wege: Geht auf dem einen Weg hin und kehrt auf einem anderen zurück, damit ihr viele Muslime treffen und ihnen Frieden grüßen könnt.
- Takbīr (Gott preisen): Der Takbīr am Eid-Tag ist eine Sunna, man hört ihn überall. Sprecht nach: "Allāhu akbar, Allāhu akbar, lā ilāha illā llāh, wallāhu akbar, Allāhu akbar, wa li-llāhi l-hamd" (Gott ist groß, Gott ist groß, es gibt keinen Gott außer Gott, und Gott ist groß, Gott ist groß, und Gott gebührt alles Lob).
Häufige Fehler, die wir vermeiden sollten
Manche Leute beeilen sich nach dem Gebet und gehen, bevor sie die Predigt (Chutba) gehört haben. Die Predigt ist nicht verpflichtend, aber eine Sunna, und sie enthält viel Gutes. Achtet darauf, sie anzuhören. Ebenso versäumen einige Brüder das Eid-Gebet mit der Ausrede von Arbeit oder Schlaf. Es ist eine bestätigte Sunna, die man nicht vernachlässigen sollte. Und was die Frauen betrifft, liebe Geschwister, hindert sie nicht daran, zum Gebetsplatz zu gehen – mit der islamischen Kleidung (Hijab) und fern von auffälliger Zurschaustellung, alles Gute liegt im gemeinsamen Zusammenkommen.
Zusammenfassung
Das Eid-Gebet ist Freude und Glück, es ist ein Dank an Gott für den Abschluss des Gehorsams. Lernt die Methode des Eid-Gebets und lehrt sie euren Familienmitgliedern, erneuert die Absicht und geht hinaus, während ihr in euren Herzen Liebe und Vergebung tragt. Möge Gott uns und euch allen den Eid mit Güte, Segen und Wohlstand schenken.