«Nicht schwul genug»: Der bizarre Launch des Mittelalter-Spiels 1348 Ex Voto
Wenn du dich diese Woche auch nur annähernd in Gaming-Kreisen bewegt hast, ist dir das Geplapper über 1348 Ex Voto garantiert nicht entgangen. Dieser Mittelalter-Ausflug, der zur Zeit der Pest spielt, versprach ein düsteres narratives Erlebnis. Stattdessen liefert es einen der bizarrsten Shitstorms der letzten Zeit – die Steam-Rezensionen gleichen einem einzigen Zirkus. Die Spieler sind nicht nur enttäuscht; sie sind stinksauer, und das aus Gründen, bei denen man echt zweimal hinschaut.
Die Kritiken der Community gehen kreuz und quer, aber im Grossen und Ganzen lassen sie sich auf ein paar Kernprobleme herunterbrechen:
- Kampfsystem, das sich anfühlt wie nasser Sack: Ein User beschrieb es als «wie Kämpfen mit einem nassen Lappen».
- Eine Story, trockener als ein Bündner Bergfex im August: Für ein Spiel, das während einer Pandemie spielt, die halb Europa ausgelöscht hat, ist es seltsam frei von jeder echten Spannung oder emotionalen Wucht.
- Der eigentliche Knackpunkt: es ist «nicht schwul genug». Ein erstaunlicher Teil der Kritik zielt darauf ab, dass das Spiel die von vielen erwarteten LGBTQ+-Themen nicht einlöst.
Und hier wird’s so richtig schräg. Man munkelt, dass das Spiel ursprünglich voll auf seine queeren Narrative gesetzt hat – es wird wild spekuliert, dass das nur gemacht wurde, um Fördergelder oder Steuervergünstigungen abzugreifen. Aber das Endprodukt? Fehlanzeige. Ein Rezensent brachte es perfekt auf den Punkt: «Mir wurden mittelalterliche Schwule versprochen, und alles, was ich kriege, ist diese lausige Pest.» Ein anderer postete einfach: «Wo zum Teufel bleibt die Homosexualität?» – und das ist inzwischen einer der Top-Kommentare. Es ist einer der seltenen Fälle, wo ein Spiel nicht wegen zu viel «Wokeness» abgestraft wird, sondern weil es nicht woke genug ist. Die Ironie ist zum Schneiden dick.
Die Kritiken der Fachpresse fallen genauso vernichtend aus. Sie bemängeln ein zusammenhangloses Gameplay und ein Setting, das völlig verschenkt wirkt. Der allgemeine Tenor: 1348 Ex Voto ist ein Paradebeispiel für ein Spiel, das es allen recht machen wollte und am Ende niemandem gerecht wird. Eigentlich schade, denn die Grundzutaten für ein gutes Spiel wären da gewesen. Mit einem strafferen Drehbuch und einem weniger hakeligen Kampfsystem hätte es ein echter Geheimtipp werden können. So ist es eher eine Warnung geworden.
Kann eine Golden Edition oder Limited Edition den Karren noch aus dem Dreck ziehen? Schon komischere Dinge passiert, aber die Entwickler haben zuerst mal eine Menge zu erklären. Für den Moment: Wenn du auf der Suche nach einem Mittelalter-Spiel bist, das seine Versprechen auch hält, würde ich hier besser einen grossen Bogen machen. Aber wenn dir nach einem Lacher ist und du eine der verwirrendsten Gaming-Kontroversen 2026 live mitverfolgen willst, schnapp dir ein kühles Getränk und stürz dich in die Steam-Rezensionen. Die Kommentarspalte ist eine absolute Goldgrube.