Yau Yau-nam: Nach 27 Jahren im Geschäft die erste Nominierung als bester Nebendarsteller – Sein Leben für die Schauspielerei von „The Red Van“ bis „Over My Dead Body“
Wenn man sagt, das Showgeschäft sei ein Marathon, dann ist der Name Yau Yau-nam ganz sicher ein Begriff, der viele Hongkonger auf ihrem Weg begleitet hat. Kürzlich wurde er für seine Rolle in „Over My Dead Body“ für den Hong Kong Film Award als „Bester Nebendarsteller“ nominiert. Es ist das erste Mal in seinen 27 Jahren im Geschäft, dass er eine persönliche Nominierung erhalten hat. Als die Nachricht bekannt wurde, freute sich die gesamte Unterhaltungsbranche für ihn, denn jeder weiß, dass sein Weg nicht einfach war. Diese Anerkennung hat er sich mit Jugend und so mancher Narbe verdient.
Vom jugendlichen Idol zum Filmschauspieler: Die Shine-Ära war erst der Anfang
Wenn man über Yau Yau-nam spricht, kommt man am Duo Shine nicht vorbei. Anfang der 2000er Jahre eroberten er und Tse You-yu mit ihrer sonnigen Ausstrahlung und dieser authentischen Jugendlichkeit im Handumdrehen die Musikszene. Welcher Jugendliche in Hongkong konnte damals nicht „Swallowtail Butterfly“ mitsingen? Wer summte nicht „祖與占“ („Zum & Jun“)? Der Name Shine war fast zum Synonym für die kollektiven Erinnerungen dieser Generation geworden.
Doch der Glanz einer Boyband ist nicht für die Ewigkeit. Als sich die Musiklandschaft änderte, gingen sie getrennte Wege, und Yau-nam verlagerte seinen Fokus zunehmend auf den Film. Von anfänglichen, unbeholfenen Cameo-Auftritten bis hin zu Rollen, die ihm Gestaltungsspielraum boten, bewies er mit der Zeit, dass er mehr als nur der Glorienschein eines Idols war – er war ein Schauspieler, der wirklich spielen wollte.
„Ah Chi“ aus „The Red Van“ – schauspielerische Reife auf einem neuen Level
Wenn Kenner über Yau-nams Paraderollen im Film sprechen, denken viele sofort an „The Midnight After“. In diesem Kultklassiker, der auf einem Internetroman basiert, spielt er „Ah Chi“, einen jungen Mann, der scheinbar ständig nur auf sein Handy starrt und wenig Anteil an seiner Umgebung zu nehmen scheint. Doch mit fortschreitender Handlung erkennt man in seinen Augen die Angst, die Verwirrung und schließlich den ausbrechenden Überlebenswillen. Diese Figur war nicht der Protagonist, aber ihre Präsenz war enorm. Yau-nam verkörperte erfolgreich die Ohnmacht der jungen Generation dieser Zeit. Viele sagten damals, dass Yau Yau-nam von diesem Moment an nicht mehr das Kind von Shine war, sondern ein Schauspieler mit Hand und Fuß.
In all den Jahren hat er in vielen Filmen mitgespielt, in den unterschiedlichsten Genres. Ob Kunstfilm, Thriller oder sogar Jiang-Shi-Filme (Geister-/Vampirfilme) – er war immer bereit, Neues auszuprobieren, in der Hoffnung, dem Publikum eine andere Seite von sich zu zeigen. Vielleicht liegt es daran, dass er selbst in einer Sozialbausiedlung aufgewachsen ist, sich durchgekämpft hat, dass seine Darstellungen von einfachen Leuten oder Außenseiterfiguren so besonders überzeugend wirken.
Sich bis zur Erschöpfung gekämpft: Die kleinen Augen und das Grübchen als Markenzeichen
Seine Karriere verlief nicht immer reibungslos. Er durchlebte Tiefpunkte, hatte sogar wirtschaftliche Probleme und trug einen Berg Schulden mit sich herum. Um diese so schnell wie möglich abzubezahlen, gab er alles, übernahm gezielt Actionrollen und führte alle gefährlichen Stunts selbst aus. Der Lohn dafür war ein ramponierter Körper. In einem Interview erwähnte er einmal beiläufig, dass er nach einer Verletzung kurzzeitig nur noch weiße Flecken vor Augen sah. Diese Leere, glaube ich, war nicht nur der körperliche Schmerz, sondern auch die Verzweiflung angesichts seiner Zukunft.
Doch wenn man ihn heute sieht, hat er immer ein Lächeln auf den Lippen. Seine kleinen Augen und sein markantes Grübchen sind zu seinen unverwechselbaren Markenzeichen geworden. Dieser Optimismus und diese Widerstandsfähigkeit sind vielleicht wertvoller als jeder Schauspielpreis.
Erneute Anerkennung für „Over My Dead Body“ – Distanz und Wohlwollen für den alten Weggefährten
Die diesjährige Nominierung als bester Nebendarsteller für „Over My Dead Body“ ist eine Bestätigung seiner stillen, aber hartnäckigen Arbeit der letzten Jahre. In einer schwarzen Komödie nicht über das Ziel hinauszuschießen und gleichzeitig die Absurdität und Hilflosigkeit der Figur für das Publikum spürbar zu machen, ist eine hohe Kunst. Yau-nam ist das gelungen, daher ist die Nominierung mehr als verdient.
Wenn von Yau-nam die Rede ist, denken viele automatisch an seinen langjährigen Partner Tse You-yu. Die beiden, die sich seit ihrer Kindheit kennen, sind im Laufe der Jahre, jeder mit seinen eigenen Verpflichtungen, seltener gemeinsam in der Öffentlichkeit aufgetreten. Vor einigen Jahren wurde in Berichten sogar das Wort „Beziehungsabbruch“ verwendet. Aber wir Außenstehenden sollten anstatt zu spekulieren lieber glauben, dass sie einfach各自的 Wege gehen. Wer länger in dieser Branche ist, weiß: Manche Freundschaften müssen nicht ständig nach außen getragen werden. Es reicht, wenn man dem anderen nur Gutes wünscht und ihn still unterstützt. Angesichts von Yau-nams heutigem Erfolg bin ich sicher, dass Tse You-yu, als damaliger Weggefährte an seiner Seite, sich mit ihm freut.
27 Jahre Traum vom Film – Die Läuterung vom Idol zum Schauspieler
27 Jahre – nicht wirklich lang, aber ganz sicher auch nicht kurz. Von dem jugendlich-frischen Burschen, der einst „18相送“ sang, bis zum heute vom Leben gezeichneten, schauspielerisch gereiften Anwärter auf den besten Nebendarsteller – Yau Yau-nams Weg war jeder Schritt solide. Vom Teenie-Idol zum heutigen Schauspieler, dessen Werkliste Genres von Kunstfilm über Thriller bis hin zur schwarzen Komödie umspannt und der sogar Nischenthemen wie den Jiang-Shi-Film annahm, nur um sich selbst zu übertreffen – er hat es allen gezeigt. Wir reden immer davon, dass wir Hongkongs Schauspieler und Hongkongs Filme unterstützen sollen. Yau-nam ist ein lebendes Beispiel dafür: Mit Beharrlichkeit, so zeigt er uns, kann selbst ein Kindheitstraum hell erstrahlen, solange das Feuer in einem brennt.
Egal, wie die endgültige Entscheidung bei den Film Awards ausfällt, in den Herzen vieler Hongkonger Zuschauer hat Yau Yau-nam längst den „Preis für die meiste Mühe“ gewonnen.
Ein Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine in Yau Yau-nams Schauspielkarriere:
- Musik-Ära: Gründung des Duos Shine mit Tse You-yu. Hits wie „Swallowtail Butterfly“ und „祖與占“ wurden zu Erkennungsmerkmalen der Jugend der 2000er Jahre.
- Schauspielerischer Durchbruch: In der Kultfilm-Perle „The Midnight After“ spielte er „Ah Chi“ und zeigte ein schauspielerisches Niveau, das ihn vom reinen Idol-Image abhob.
- Die Zeit des riskanten Einsatzes: Um Schulden abzuzahlen, nahm er gezielt Actionrollen an, führte Stunts selbst aus und ruinierte sich dabei körperlich – sein Einsatz war bewundernswert.
- Vielseitigkeit: Sein Repertoire ist breit gefächert, von Thriller-Kultfilmen bis zu schwarzen Komödien. Er wagte sich sogar an Genres wie den Jiang-Shi-Film, stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen.
- Erneute Bestätigung: Für seine Rolle in der schwarzen Komödie „Over My Dead Body“ erhielt er seine erste Nominierung als „Bester Nebendarsteller“ bei den Hong Kong Film Awards – die erste persönliche Nominierung nach 27 Jahren im Geschäft.