Stefan Raab als Ken: Warum er an Donald Trump erinnert und die Rückkehr des Lagerfeuers
Also, Leute, wir müssen mal ganz ehrlich über Stefan Raab reden. Da sitzt man am Wochenende vor der Glotze, schaltet „Wer weiß wie wann was war?“ ein, und plötzlich hat man so ein Gefühl: Ist das jetzt der Rückblick auf die 90er, oder haben wir gerade einen Ausflug in die amerikanische Politik gemacht? Ich sags euch, der Raab in seiner aktuellen Rolle – dem völlig überdrehten, blondierten Ken –, der hat was. Und ich hab da so einen Gedanken, den ich mit euch teilen muss.
Der Dipl.-Med. und der Big Head: Eine Hommage an die Bekloppten
Für alle, die vielleicht erst seit gestern in Österreich fernsehen: Dieser Typ, der da neuerdings in der Quizshow als wandelndes Meme rumhüpft, das ist der Stefan Raab. Der Mann, der uns mit „TV total“ die Nächte um die Ohren geschlagen hat. Der Mann, der uns den „Big Head“ beschert hat. Der Mann, der als „Dipl.-Med. Stefan Raabe“ die deutsche Sprache um eine weitere, völlig unnötige aber grandiose Doktorwürde bereichert hat. Und genau das ist der Punkt: Dieser neue Ken, den er da spielt, der ist kein Abfall. Das ist eine Meisterklasse in Sachen Selbstironie. Er nimmt das ganze Format, dieses Generationenduell, und kippt es einfach mit seiner Anwesenheit um. Wenn er da steht, in diesem Plastikmänner-Outfit, dann schwingt immer die ganze Historie mit: die „Bekloppten“, die legendären Boxkämpfe gegen Regina Halmich, die absolute Gewissheit, dass man bei ihm „Du gewinnst hier nicht die Million bei Stefan Raab“ zu hören kriegt, bevor der Abend auch nur ansatzweise langweilig wird.
Das Lagerfeuer brennt wieder: Mit Schöneberger und dem alten Spirit
Wie man hinter vorgehaltener Ohren hört, haben sich die beiden kürzlich unterhalten – Raab und Schöneberger. Und dabei fiel ein Begriff, der bei mir sofort gezündet hat: „Die Rückkehr des Lagerfeuers“. Genau das ist es! Dieses Gefühl, dass man sich damals als Teenager oder junger Erwachsener vor den Fernseher gesetzt hat und wusste: Da passiert jetzt was. Da ist jemand, der nicht die glatte, perfekte Fernsehwelt bedient, sondern der sich hinstellt und einfach mal den Kasperl macht. Und das ist genau das, was er jetzt wieder macht. Er spielt den Ken so übertrieben, so penetrant gut, dass es fast schon unangenehm ist – aber im besten Sinne. Es ist dieses gewisse Etwas, das einem in der heutigen TV-Landschaft oft fehlt.
- Die Frisur: Dieser perfekt geformte Plastik-Haarschopf ist natürlich eine direkte Anspielung an den „Big Head“ aus seinen früheren Sketchen. Eine Hommage an die eigene Karriere.
- Die Attitüde: Dieses selbstbewusste, fast schon arrogante Grinsen? Da hat er tatsächlich ein bisschen was von Donald Trump. Nicht politisch, versteht sich, sondern in dieser Art von: „Ich bin hier der Chef, ich hab den Durchblick, und wenn nicht, dann ist das halt auch egal.“
- Die Stimme: Wenn er als Ken die Moderation übernimmt, diese leicht monotone, aber unglaublich präsente Art – das ist reines „Raab & Die Bekloppten“-Niveau. Einfach zeitloser Blödsinn auf hohem Niveau.
Für uns in Österreich ist das ja immer ein besonderes Verhältnis mit den deutschen Entertainern. Entweder sie kommen bei uns nicht an, oder sie werden zu Kulturgütern. Stefan Raab gehört klar in die zweite Kategorie. Ob der „Bundesvision Song Contest“, die Duelle mit den Pro7-Kollegen oder eben jetzt diese Rückkehr als Ken – wir sind dabei. Und ehrlich? Ich bin froh, dass er wieder da ist. Nicht weil wir unbedingt einen weiteren Quizmaster brauchen, sondern weil dieses „Lagerfeuer“, diese unbekümmerte, intelligente Albernheit, einfach Balsam für die Seele ist. Es tut gut zu wissen, dass der Dipl.-Med. Stefan Raabe noch immer die Lizenz zum Blödsinn hat – und sie mit voller Absicht und einer Prise Trump'scher Unverfrorenheit auch ausübt. Auf die nächsten Wochen, Herr Raab. Wir haben die Fernbedienung gezückt.