Alexandra Eala glänzt in Indian Wells: Gauffs Aufgabe ebnet Teenager-Sensation den Weg
Wenn Sie Alexandra Eala bisher noch nicht auf dem Zettel hatten, wird es jetzt höchste Zeit. Die 20-jährige philippinische Linkshänderin hat bei der BNP Paribas Open ein Ausrufezeichen gesetzt, das weit über das nackte Ergebnis hinausgeht. In einer packenden Drittrunden-Partie auf dem Stadium 2 führte Eala bereits mit 7:5, 2:0, als die Weltranglistendritte Coco Gauff aufgrund einer Verletzung am linken Arm aufgeben musste – der Youngster steht damit zum ersten Mal in ihrer Karriere im Achtelfinale eines WTA-1000-Turniers.
Seien wir ehrlich – so will niemand ein Match zu Ende gehen sehen. Gauff, sichtlich angeschlagen und nicht mehr in der Lage, voll aufzuservieren, ließ nach dem verlorenen ersten Satz den Physio rufen. Man konnte die Frustration in ihrem Gesicht ablesen, als sie versuchte, die Schmerzen abzuschütteln, aber der Arm machte einfach nicht mit. Nach einer kurzen Beratung ging sie ans Netz, gab Eala die Hand und winkte dem Publikum zu. Ein Moment mit einem Beigeschmack, aber im gnadenlosen Profisport nimmt man den Sieg mit und zieht weiter. Und für Eala ist das ein riesiger Schritt nach vorne.
Was mich am meisten beeindruckt hat, war nicht nur der Spielstand, sondern wie Eala sich gegen eine Top-Gegnerin behauptet hat. Sie ist nicht eingeknickt, als Gauff früh versuchte, das Niveau anzuheben; sie hat dem Druck standgehalten, ihr Spiel mit der linken Vorhand variiert und Gauff jeden Punkt abverlangt. Sie hat eine Abgeklärtheit, die man ihr in diesem Alter kaum zutraut – zweifellos eine Frucht ihrer harten Arbeit an der Rafa Nadal Academy auf Mallorca. Sie wurde auf Momente wie diesen vorbereitet.
Ealas kometenhafter Aufstieg in Zahlen
- US-Open-Siegerin 2022 (Juniorinnen) – mit dem Titelgewinn in Flushing Meadows kündigte sie sich auf der Juniorenbühne an.
- Absolventin der Rafa Nadal Academy – sie wurde in einer der besten Tennisschmieden der Welt geformt und lernte vom Team des spanischen Meisters.
- Geschichtsschreiberin – sie ist nun die erste philippinische Spielerin (sowohl bei den Herren als auch Damen), die in Indian Wells das Achtelfinale erreicht hat. Eine Statistik, die in ihrer Heimat noch lange nachhallen wird.
Gauffs Aufgabe wirft einen Schatten auf die obere Tableauhälfte. Viele hatten die Amerikanerin auf der Rechnung, hier weit zu kommen, aber man merkte früh, dass etwas nicht stimmte. Sie umklammerte zwischen den Punkten immer wieder ihren linken Unterarm, und ihr sonst so explosives erstes Service hatte an Biss verloren. Schade für die Fans und für Coco selbst – aber wenn es ein Trostpflaster gibt, dann, dass wir nun mehr von Alexandra Eala auf dieser großen Bühne sehen werden.
Und wie geht's weiter? Eala wartet nun auf die Siegerin der Partie zwischen der an 23 gesetzten ehemaligen Turniersiegerin. Doch egal, wer ihr gegenübersteht, sie wird mit dem Bewusstsein auf den Platz gehen, dass sie hier hingehört. Dass sie mit der Elite mithalten kann, hat sie bereits bewiesen – fragen Sie einfach Magda Linette, die sie in der Runde zuvor klar in zwei Sätzen bezwungen hat. Das Selbstvertrauen wird jetzt durch ihren linken Arm fließen.
Für uns Tennis-Fans hat es etwas Besonderes, wenn ein junger Außenseiter auf der großen Bühne Fuß fasst. Wir lieben Kämpferherzen, und Eala verkörpert diesen Kampfgeist. Ob sie jetzt einen Traumlauf hinlegt oder in der nächsten Runde scheitert – diese Indian-Wells-Kampagne hat ihre Ankunft in der Weltspitze verkündet. Merken Sie sich diesen Namen – Alexandra Eala – denn sie ist nicht nur auf Durchreise im Tennis-Paradies; sie richtet sich dort häuslich ein.