Thiago Silva: Die herzzerreißende Hommage des FC-Porto-Verteidigers an seine verstorbene Mutter
Es gibt Bilder, die sind unmissverständlich. Das von Thiago Silva, der mit finsterer Miene diese Woche überstürzt das Training des FC Porto verließ, sprach Bände über die Schwere des Augenblicks. Der brasilianische Koloss, den man wegen seiner Unerschütterlichkeit hinten "O Monstro" nennt, hat einen Schlag in die Magengrube bekommen, wie ihn nur das Leben austeilen kann. Seine Mutter, Angela Maria da Silva, ist im Alter von 70 Jahren gestorben und hat ihn in eine unermessliche, bestürzende Trauer gestürzt.
"Du wirst mir so fehlen": Der herzzerreißende Abschied von seiner "mãezinha"
Auf seinem Instagram-Account, dem Millionen Fans weltweit folgen, entschied sich der 41-jährige Verteidiger, seinen rohen, ungefilterten Schmerz zu teilen. "Meine kleine Mama, ich kann es nicht fassen. Es ist unvorstellbar. Wie kann das sein? Du wirst mir so fehlen", schrieb er und versah die Worte mit einem Archivfoto, das die Vertrautheit zwischen Mutter und Sohn zeigte. Ein Beitrag, der sofort eine weltweite Welle der Anteilnahme auslöste – von Rio über Porto bis nach Paris, wo man ihn nicht vergessen hat.
Für den ehemaligen Kapitän des Paris Saint-Germain und des FC Chelsea kommt der Schlag umso härter, da die Familie Silva bereits in Trauer war. Wie ihm Nahestehende berichten, war der Vater seiner Frau Belle erst fünf Tage zuvor gestorben. Dieses doppelte Leid zwang den Spieler, für das Meisterschaftsspiel gegen Moreirense am Wochenende kurzfristig abzusagen. Er flog sofort nach Rio, um die Beerdigung zu organisieren und bei seinen Angehörigen zu sein. Der Fluminense, sein Herzensklub, dem er so viel gegeben hat, war einer der Ersten, der ihm eine Unterstützungsbotschaft zukommen ließ: "Wir wünschen dir, deiner Familie und den Freunden von Angela viel Kraft."
Porto, die Rückkehr zu den Wurzeln, um die Wunden zu lecken?
In Zeiten persönlicher Stürme sucht man oft einen sicheren Hafen. Für Thiago Silva heißt dieser Hafen jetzt Porto. Eine paradoxe Situation, wenn man seine Geschichte kennt. Denn bevor er zu dem Helden wurde, den man heute feiert, durchlebte der Junge 2004 in genau dieser Stadt einen wahren Leidensweg. Als junges Talent gekommen, wurde sein europäischer Traum zum Albtraum: Er wurde in die zweite Mannschaft versetzt und erkrankte dann an Tuberkulose, die ihn fast das Leben und seine Karriere gekostet hätte. Er verließ Portugal, ohne jemals das Trikot der ersten Mannschaft getragen zu haben.
Zweiundzwanzig Jahre später ist er wieder da. Das Schicksal hat "O Monstro" eine zweite Chance gegeben. Im Winter im Alter von 41 Jahren von Francesco Farioli, dem italienischen Trainer, der ein glückliches Händchen bewies, verpflichtet, kehrte er an den Ort zurück, an dem fast alles zu Ende gewesen wäre. Farioli spart nicht mit Lob über den Beitrag des alten Haudegens – nicht nur für seine Führungsstärke in der Meisterschaft, sondern auch für dieses Stellungsspiel, das er täglich weitergibt. In der Kabine schwören junge Spieler wie Seidou Guéro Barazé oder andere Abwehrtalente auf ihn.
Ein Vermächtnis, das über den Platz hinausgeht
Während Thiago Silva diese Prüfung durchmacht, glänzen andere Thiagos anderswo auf dem Fußballplaneten. In Brasilien türmt der Stürmer von Red Bull Bragantino, Thiago Borbas, weiterhin Tore an und verunsichert Abwehrreihen, während der Olympia-Stabhochspringer Thiago Braz seine Saison mit dem Ziel vorbereitet, eine weitere Medaille zu holen. Aber im Herzen der französischen und portugiesischen Fans gibt es nur einen.
Dieses persönliche Drama erinnert uns daran, dass hinter dem Spieler mit 122 Länderspielen, hinter dem Fels, der mit dem PSG, dem AC Mailand oder dem FC Chelsea alles gewonnen hat, ein Sohn steht. Ein Sohn, der heute die schwerste Prüfung durchlebt. Aber wer die Geschichte von Thiago Emiliano da Silva ein bisschen kennt, der weiß eines: Er hat sich immer wieder aufgerappelt. Er wird auf die Plätze zurückkehren, vielleicht schon in den nächsten Spielen der Liga Portugal, mit schwerem Herzen, aber erhobenen Hauptes. Denn das ist es auch, was es bedeutet, ein "Monstro" zu sein.
- Der FC Porto hat seine unerschütterliche Unterstützung für seinen Rückennummer-6 offiziell bekundet.
- Der PSG würdigte ihn durch die Stimmen seiner ehemaligen Teamkollegen.
- Die Familie bleibt in diesem Sturm sein einziger Zufluchtsort.
Ruhe in Frieden, Angela Maria da Silva. Und halt durch, Thiago. Wir warten im Estádio do Dragão auf dich, wenn du bereit bist.