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Radio erobert die Straße: Chronik des X. Palique-Treffens, das die Kanaren bewegt

Medien ✍️ Javier Martín 🕒 2026-03-11 23:51 🔥 Aufrufe: 2

Ein Radiostudio mitten in Triana

Wenn du neulich durch die Calle Triana in Las Palmas de Gran Canaria geschlendert bist, bist du vielleicht auf ein Bild gestoßen, das man nicht alle Tage sieht. Mikrofone, Kabel, die sich über das Kopfsteinpflaster schlängeln, und eine Menschentraube, die sich um ein Mischpult drängt. Nein, das waren keine Dreharbeiten für einen Film. Das war Radio Canaria, das sein Studio auf die Straße verlegt hatte, um etwas Großes zu feiern: das zehnte Jubiläum von Palique, diesem Projekt, das seit einem Jahrzehnt beweist, dass Radio viel mehr ist als nur ein Transistor.

Plakat zum X. Jubiläum von Palique, dem Radio, das bildet und bewegt

Ich schwöre dir, die Atmosphäre war greifbar. Leute blieben stehen, lehnten sich aus ihren Fenstern oder setzten sich auf die Terrassen, um zu lauschen, was da geboten wurde. Denn dieser Live-Rundfunk, direkt und persönlich mit den Leuten, hat einen ganz besonderen Zauber. Man vergisst schnell, dass Radio auch das sein kann: ein Sprachrohr für das Viertel, für das Lachen der Kinder und die Geschichten derer, die schon etwas älter sind.

Zehn Jahre Palique: Bilden, Bewegen und Berühren

Palique ist keine Erfindung von heute. Seit zehn Schuljahren bringen sie das Mikrofon in die Bildung. Lehrer, Schüler, Familien – alle waren schon in ihren Studios (oder auf den Schulhöfen) und haben gezeigt, dass Radiokommunikation nach wie vor ein fantastisches Werkzeug ist. Nicht nur, um das Sprechen zu üben oder die Angst vor dem Auftritt zu verlieren, sondern um Gemeinschaft zu stiften. In diesen zwei Tagen wurde Triana zum Zentrum dieser Philosophie.

Es gab alles Mögliche:

  • Spezielle Live-Sendungen mit Radio Canaria, die eine Verbindung zu den Bildungseinrichtungen aller Inseln herstellten.
  • Workshops für Lehrkräfte, in denen Tipps und Erfahrungen zum Einsatz von Radio im Unterricht ausgetauscht wurden. Die Leute kamen nicht nur zum Zuhören, sie packten richtig mit an.
  • Straßeninterviews mit den wahren Protagonisten: den Schülern, die erzählten, was es für sie bedeutet, "Radio zu machen". Einer gestand, dass ihm das Auflegen von Musik am besten gefällt, und ich musste sofort daran denken, wie ich früher für meine Freunde Kassetten mit den besten Songs von Radiohead aufnahm.
  • Spontane Musikauftritte, die direkt aus den Straßenlautsprechern kamen und den Geräusch der Umgebung mit den Radiowellen vermischten.

Das Allerbeste war die Mischung der Generationen. Großeltern, die nach den "Röhren" von früher fragten, und Kinder, die ganz selbstverständlich mit den digitalen Mischpulten umgingen. Das Radio gehört allen, und in Triana wurde klar, dass es kein Altersdenken kennt.

Das Radio, das berührt

Als der Freitagabend anbrach und die Technik langsam abgebaut wurde, saßen immer noch Leute um die Lautsprecher herum und unterhielten sich. Man spürte, dass hier mehr passiert war als nur eine offizielle Veranstaltung. Palique hat in zehn Jahren etwas geschafft, was nur wenigen Bildungsprojekten gelingt: Die Leute fühlen, dass es ihres ist. Dass ein Teenager dir sagt, er habe dank des Radios verstanden, was Teamarbeit bedeutet. Oder dass ein erfahrener Lehrer dir gesteht, er habe seine Schüler noch nie so motiviert erlebt wie mit einem Mikrofon vor der Nase.

Denn darum geht es letztendlich beim Rundfunk. Nicht nur um Frequenzen und Geräte, sondern um geteilte Emotionen. Um ein "Guten Morgen", das in Tausenden von Haushalten beim Frühstack ankommt. Um ein Lied, das dich in eine andere Zeit versetzt. Wie damals, als 'Creep' von Radiohead aus den Straßenmonitoren erklang und alle, Jung und Alt, für ein paar Sekunden still wurden, weil dieser Text davon handelt, sich fehl am Platze zu fühlen – etwas, das wir alle schon einmal erlebt haben. Ganz anders als in Triana in diesen Tagen: Dort fühlten wir uns alle als Teil von etwas.

Lang lebe Palique. Lang lebe das Radio.