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Juliane Snekkestad erwägt Beschwerde: „Für mich ist dieser Fall noch nicht abgeschlossen“

Nachrichten ✍️ Kari Olsen 🕒 2026-03-11 19:02 🔥 Aufrufe: 2

Es ist ein paar Tage her, seit die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Marius Borg Høiby eingestellt hat, doch für Juliane Snekkestad ist die Angelegenheit noch lange nicht vorbei. Ganz im Gegenteil. Die junge Frau, die sich mit ihren Erlebnissen an die Öffentlichkeit wandte, befindet sich nun mitten in der Prüfung ihrer nächsten Schritte. „Für mich ist dieser Fall noch nicht abgeschlossen“, sagt sie.

Letzte Woche entschied die Staatsanwaltschaft Oslo, die Ermittlungen gegen Høiby einzustellen. Die Entscheidung kam für viele überraschend, und ganz besonders für Snekkestad selbst. Sie wollte von Anfang an, dass der Fall vor Gericht verhandelt wird, und reagiert stark darauf, dass die Staatsanwaltschaft nun einen Schlussstrich zieht.

Nun erhält sie Unterstützung von dem renommierten Anwalt John Christian Elden, um die Möglichkeiten einer Beschwerde zu prüfen. „Wir prüfen, ob es Gründe für eine Beschwerde gegen die Verfahrenseinstellung gibt, und erwägen auch, ob eine Zivilklage in Frage kommen könnte“, sagt Elden. Er betont, dass sie sich Zeit nehmen, die Unterlagen gründlich zu prüfen, bevor sie eine Schlussfolgerung ziehen.

Juliane Snekkestad

Reaktion auf Aussagen

Im Nachgang der Verfahrenseinstellung gab es zudem mehrere Aussagen, die Snekkestad für unangemessen hält. Unter anderem haben einige kommentiert, der Fall „hätte nicht in den Medien landen dürfen“. Das bringt sie auf die Palme. „Es tut weh zu hören, dass Leute das, was ich durchgemacht habe, verharmlosen. Hier geht es um mehr als nur eine Schlagzeile“, sagt sie.

Sie empfindet, dass viele den Ernst der Lage nicht verstehen und dass es eine große Belastung war, an die Öffentlichkeit zu gehen. „Ich wusste, dass es hart werden würde, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich mich zusätzlich gegen Angriffe im Nachhinein verteidigen müsste“, fügt sie hinzu.

Prüfung mehrerer Optionen

Laut Snekkestad selbst ist sie fest entschlossen, weiterzukämpfen. Sie möchte ihrer Meinung nach bestehende Schwachstellen in den Ermittlungen und der Bewertung der Staatsanwaltschaft aufzeigen. Gemeinsam mit Elden prüft sie nun mehrere Ansätze:

  • Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft: In erster Linie erwägen sie, Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens bei der Generalstaatsanwaltschaft (Riksadvokaten) einzulegen, in der Hoffnung, dass der Fall wieder aufgenommen werden kann.
  • Zivilklage auf Schadensersatz: Sollte die Beschwerde keinen Erfolg haben, könnte eine Zivilklage in Betracht gezogen werden, um Schadensersatz für die mutmaßlichen Rechtsverletzungen zu fordern.
  • Veröffentlichung von Dokumenten: Snekkestad erwägt auch, Einsicht in alle Ermittlungsdokumente zu beantragen, um Vorwürfen entgegentreten zu können, die in der Öffentlichkeit erhoben wurden.

„Ich habe nichts zu verbergen, und ich möchte, dass die Leute sehen, worum es hier eigentlich geht. Es ist mir wichtig, die Wahrheit ans Licht zu bringen“, sagt sie entschlossen.

Unterstützung aus unerwarteter Ecke

Während die Kritik niedergeprasselt ist, hat Snekkestad auch von verschiedenen Seiten Unterstützung erhalten. Mehrere Frauenrechtsorganisationen und Einzelpersonen haben sich gemeldet und ihr Mitgefühl ausgedrückt. „Es wärmt mir das Herz zu wissen, dass es Menschen gibt, die mich sehen und mir glauben. Das gibt mir die Kraft, das durchzustehen“, sagt sie.

Sie erzählt, dass sie nun versucht, eine Balance zu finden zwischen dem Kampf für ihre Sache und der Sorge um ihre eigene Gesundheit. „Es ist anstrengend, aber ich habe gute Menschen um mich herum. Ich weiß, was ich will, und ich gebe nicht auf.“

Für Juliane Snekkestad ist dies noch lange nicht vorbei. Mit Elden im Rücken und einem klaren Plan für den weiteren Weg blickt sie nun nach vorne. „Ich hoffe, dass wir dadurch dazu beitragen können, dass andere in ähnlichen Situationen sich ebenfalls trauen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Es ist den Kampf wert“, schließt sie ab.