Barry Keoghan: Erst neckt er Cillian Murphy, dann ist er von Jessie Buckley zu Tränen gerührt

Wenn es eines gibt, worauf man sich bei Barry Keoghan verlassen kann, dann dass er uns alle auf Trab hält. Der Dubliner hat diese Woche eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt – erst brachte er die Nation auf die Palme, indem er unseren anderen Nationalheiligen, Cillian Murphy, aufs Korn nahm, und dann bewies er, dass er ein Herz so groß wie die Liffey hat, als er im Theater sichtlich gerührt war. Man könnte es sich nicht ausdenken.
Der Mann, der uns gerne mal ärgert
Angefangen hat es, wie die besten Scherze nun mal sind, mit einem Witz. Keoghan, der sich selbst nie zu ernst nimmt, machte eine beiläufige Spitze gegen Cillian Murphy, die im Internet genau das bewirkte, was er beabsichtigt hatte: Es regte sich auf. "Klar, ich hab's nur gesagt, um die Leute zu ärgern", zuckte er Berichten zufolge hinterher mit diesem schelmischen Glitzern in den Augen, das wir an ihm so kennen und lieben gelernt haben, die Achseln. Ob es nun darum ging, wer der bessere Schauspieler aus der Hauptstadt ist, oder um etwas ganz anderes – die Reaktion war reine Lehrbuch-Keoghan: Er weiß genau, welche Knöpfe er drücken muss, und er drückt sie mit der Finesse eines Kleinkindes im Fahrstuhl.
Vom Provokateur zum Weichherz
Aber gerade wenn man glaubt, den Dubliner als Klassenclown abgestempelt zu haben, dreht er den Spieß um. Am Wochenende wurde er bei einer Aufführung von Hamnet in Dublin gesichtet, und diesmal war nicht seine übliche schelmische Seite zu sehen. Im Publikum sitzend, wurde er dabei gefilmt, wie er sich Tränen wegwischte, völlig hingerissen von Jessie Buckleys atemberaubender Darbietung. Die Frau aus Cork, die für ihre Rolle in der Bühnenadaption gerade überschwängliche Kritiken erntet, hat Barry offensichtlich tief berührt. Es ist eine Erinnerung daran, dass hinter all der Aufschneiderei und den Neckereien ein Kerl steckt, der Dinge tief fühlt – und keine Angst hat, das zu zeigen.
Eine Karriere voller wandlungsfähiger Rollen
Diese emotionale Bandbreite ist es genau, die Keoghan in den letzten Jahren zu einem der aufregendsten Schauspieler Irlands gemacht hat. Von seinem Durchbruch in Giorgos Lanthimos' The Killing of a Sacred Deer, wo er einen Teenager spielte, dessen unheimliche Ruhe einem unter die Haut ging, bis zum herzzerreißenden The Banshees of Inisherin, wo er als der Junge, der einfach nur in Erinnerung bleiben wollte, leise die Szenen für sich stahl – Barry hat noch nie den einfachen Weg gewählt. Und es sind nicht nur die großen Leinwand-Projekte – Gerüchten zufolge ist er an einem Projekt basierend auf Don Winslows Crime 101 dran, einer Novelle, für die es bereits eine Filmoption gibt. Wenn das klappt, dürfen wir uns auf eine weitere Meisterklasse in Sachen Spannung und Verletzlichkeit freuen.
Warum wir einfach nicht genug von ihm bekommen können
Es gibt einen Grund, warum Barry Keoghan hierzulande zu einem Begriff geworden ist, und es liegt nicht nur an der Golden-Globe-Nominierung oder dem Oscar-Tamtam. Es ist die Tatsache, dass er unverkennbar einer von uns ist – ein Junge aus Summerhill, der es geschafft hat, der immer noch in seiner Stammkneipe auftaucht, der einen Tag Cillian Murphy ärgert und am nächsten bei Jessie Buckley weint. Er verkörpert diesen irischen Widerspruch: das Lachen, das den Schmerz verbirgt, der Stolz, der den Kummer nicht zeigen will, bis das Licht ausgeht.
Hier sind nur ein paar Gründe, warum wir alle insgeheim (oder auch nicht so insgeheim) auf ihn abfahren:
- Der Schalk: Er nimmt unsere anderen Ikonen aufs Korn, ohne mit der Wimper zu zucken – und wir lieben ihn dafür.
- Die Verletzlichkeit: Von The Killing of a Sacred Deer bis zu den Hamnet-Tränen – er hat nie Angst, dorthin zu gehen.
- Die Bandbreite: Er kann im selben Atemzug von beunruhigend zu herzzerreißend wechseln – schaut euch nur nochmal The Banshees of Inisherin an.
- Die Loyalität: Er kommt immer wieder nach Dublin zurück, unterstützt die Kunstszene und erinnert uns daran, dass er immer noch derselbe Typ ist.
Also, auf Barry Keoghan – den Mann, der uns ärgert, der uns zum Weinen bringt und der uns verdammt stolz macht, Ire zu sein. Was auch immer er als nächstes tut (und ich drücke fest die Daumen für diese Crime 101-Verfilmung), ihr könnt sicher sein, wir werden zuschauen. Vielleicht haltet ihr einfach ein Taschentuch bereit.