Wolves - Liverpool: Darum ging es für Arne Slots Mannschaft in der Wolfsgrube schief
Ich stand heute Abend im Molineux, und ich muss zugeben, die Stimmung war elektrisierend. Aber es waren nicht nur die Fans der Heimmannschaft, die für Spannung sorgten. Was wir im Spiel zwischen Wolves und Liverpool sahen, war eine taktische Meisterklasse der Hausherren – und eine seltene Frustration für eine ansonsten so gut spielende Liverpool-Mannschaft.
Lassen Sie mich eines klarstellen: Der Punktverlust war kein Zufall. Jeder, der Taktik respektiert, konnte voraussehen, dass Wolves' tief stehende Abwehr ein Schlüsselfaktor sein würde. Aber es in der Realität sich entfalten zu sehen, war noch einmal etwas ganz anderes. Liverpool hatte, wie gewohnt, mehr Ballbesitz, aber es war, als würde man mit dem Kopf gegen eine Wand rennen. Jedes Mal, wenn sich ein rotes Trikot dem Strafraum näherte, waren drei oder vier Wölfe bereit, um den Raum zu schließen.
Ein Leitfaden zum Niederreissen einer defensiven Festung
Für diejenigen, die einen richtigen Leitfaden zur Analyse von Premier League-Taktiken suchen, ist dieses Spiel eine perfekte Fallstudie. Liverpool versuchte alles: schnelle Umschaltmomente, Flanken von den Flügeln und tiefe Läufe aus dem Mittelfeld. Nichts funktionierte optimal. Der Trainer der Wolves hatte sein gegnerisches Team offensichtlich perfekt studiert. Sie liessen Liverpool den Ball zwischen den Innenverteidigen spielen, aber sobald er nach vorne zu Mohamed Salah oder Darwin Núñez gespielt wurde, trafen diese auf eine Mauer aus schwarzen Trikots.
Schlüsselmomente, die das Spiel entschieden
- Wolves' kompakte 5-4-1-Formation: Es war für Liverpool fast unmöglich, die Räume zu finden. Jedes Mal, wenn ein Mittelfeldspieler versuchte, nach vorne zu dringen, wurde er von zwei Gegenspielern angegangen.
- Darwin Núñez' vergebene Chance: In der 32. Minute bekam er aus kurzer Distanz den Kopf an den Ball, aber José Sá im Tor der Wolves machte eine Parade des Jahrhunderts. Das war der absolute Wendepunkt des Spiels. Hätte er dort getroffen, wäre das Spiel ganz anders verlaufen.
- Matheus Cunha im Konter: Er war konstant ein Dorn im Auge der Liverpooler Abwehrkette. Seine Schnelligkeit und Stärke führten dazu, dass Liverpool nie zu viele Spieler nach vorne schicken traute.
Betrachtet man den Spielverlauf genauer, wird klar, dass es genau die Art von Spiel war, in der Liverpool in Schwierigkeiten geraten kann. Ihnen fehlte der kreative Funke eines verletzten Spielers, und Wolves nutzte das gnadenlos aus. Es war genau die Achillesferse, die ich früher in der Woche aufgezeigt hatte: Dass Mannschaften, die sich zurückziehen und auf Konterstösse setzen, ihnen gefährlich werden können.
Die Frage ist nun, wie man dieses Spiel für die Zukunft nutzen kann. Für Liverpool-Fans ist es ein Weckruf: Sie sind anfällig gegen Teams, die sich zurückziehen und auf Konter setzen. Für uns Analysten ist es eine Bestätigung, dass die Premier League dieses Jahr taktischer ist als je zuvor. Man kann nicht einfach auftauchen und gewinnen – man braucht einen Spielplan, der den Spielplan des Gegners durchkreuzen kann.
Im grossen Ganzen bedeutet dieses Ergebnis, dass der Meisterschaftskampf immer noch völlig offen ist. Liverpool verlor wichtige Punkte, aber bei so vielen verbleibenden Spielen ist nichts entschieden. Die Wolves hingegen haben gezeigt, dass sie gegen die Besten punkten können, und das könnte im Abstiegskampf entscheidend sein. Es sind solche Spiele, die die Premier League zur spannendsten Liga der Welt machen.
Meine Einschätzung: Liverpool wird zurück in die Spur finden, aber sie müssen einen Weg finden, mit den Mannschaften umzugehen, die sich komplett einigeln. Bis dahin freue ich mich darauf zu sehen, wie Arne Slot und sein Team die Strategie anpassen. Denn wir alle wissen, dass es an der Spitze darum geht, aus seinen Fehlern zu lernen – und dieses Spiel war eine wertvolle Lehrstunde.