Reform UK: Ein schwelendes Feuer bedroht Farage, während die Partei rebelliert

Es waren wilde Wochen in der Welt von Reform UK. Was als leises Gemurmel über Spenden und lokale Parteiregeln begann, hat sich schnell zu einem ausgewachsenen Führungsdrama entwickelt, das sich weniger wie Politik anfühlt, sondern eher wie eine besonders angespannte Folge einer Reality-Show. Und mittendrin? Nigel Farage, der Mann, der sein Leben damit verbracht hat, durch das politische Unterholz zu brechen und sich nun in einem von ihm selbst geschaffenen Brennnesselfeld verfangen hat.
Seit Monaten glimmt unter der Haube von Reform UK ein schwelendes Feuer. Es ist eine Geschichte der Entzündung – nicht des Körpers, sondern des Staatskörpers. Unmut über die Auswahl der Kandidaten, Flüstereien über finanzielle Misswirtschaft und die Art von täglichen Dramen, die jeder Partei übel aufstossen würden. Und jetzt, wo die Wahlkommission schnüffelt und Zia Yusuf, der millionenschwere Spender und Parteivorsitzende, wegen einer Wahlspende von 2019 unter Beschuss geraten ist, schlagen die Flammen schliesslich hoch.
Der Sonnenkönig und sein Hofstaat
Yusufs Probleme sind mehr als nur ein administrativer Aussetzer. Es wird behauptet, er habe gegen das Wahlgesetz verstossen, indem er der Partei spendete, bevor er überhaupt im Wahlregister eingetragen war – ein klassischer Fall von tiefen Taschen, die auf oberflächliche Formalitäten treffen. Doch Eingeweihte flüstern, dies sei nur die Spitze des Eisbergs, ein willkommener Vorwand für die alte Garde, gegen das neue Geld vorzugehen, das hereingeschwappt kommt. Farage, der selbsternannte Sonnenkönig, der jahrzehntelang die populistische Bühne beherrschte, sieht nun seinen Hofstaat in offener Rebellion.
- Nigel Farage – Der «Sonnenkönig» persönlich, der sich im Glanz jüngster Umfragen sonnte, jetzt aber die Quittung bekommt, während sein innerer Zirkel sich gegenseitig zerfleischt.
- Zia Yusuf – Der vermögende Vorsitzende, dessen Grosszügigkeit gegenüber der Partei nun unter der Lupe liegt. Ihm wird vorgeworfen, durch Spenden vor seiner Eintragung ins Wahlregister gegen das Wahlgesetz verstossen zu haben.
- Die alte Garde gegen das neue Geld – Eine klassische Geschichte von Insidern, die sich gegen Aussenseiter sträuben, die glauben, sie könnten sich Einfluss erkaufen.
Wenn man die Wendungen verfolgt hat, weiss man: Das kommt für Reform wie ein Wolkenbruch über eine bis vor kurzem noch relativ sonnige Aussicht. Die Partei war in Umfragen hochgekommen und hatte sowohl den Tories als auch Labour Stimmen abgejagt. Aber wie jeder alte Hase in Westminster einem sagen wird: Popularität ist ein launischer Freund. Interne Zwistigkeiten haben die unangenehme Angewohnheit, den Glanz wegzuspülen.
Jenseits des Meeres
Wo also geht der Weg für Reform hin? Vielleicht irgendwo jenseits des Meeres – jenes fernen Ufers, wo Macht und Einfluss warten, knapp unter dem Horizont. Aber um dorthin zu gelangen, muss Farage diese aufgewühlten Gewässer navigieren, ohne seine Mannschaft zu verlieren. Die Gefahr ist, dass die Partei zur Karikatur ihrer selbst wird, ein Paradebeispiel dafür, wie man einen politischen Laden nicht führt. Es ist fast so, als würde man Immobilieninvestitionen für Dummies folgen, während man eigentlich einen Wolkenkratzer bauen will – vereinfachte Strategien, die die Komplexität der realen Welt ignorieren.
Vorerst schwimmt das Schiff von Reform UK noch, aber unter Deck gibt es ein böses Leck. Ob Farage es vor der nächsten Wahl abdichten kann, oder ob dieses schwelende Feuer den Sonnenkönig schliesslich doch verschlingt, kann niemand sagen. Eines ist sicher: Die britische Politik ist gerade ein ganzes Stück interessanter geworden.