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Oscars 2026: «Sinners»-Kamerafrau Autumn Durald Arkapaw schreibt Geschichte – und wir lieben die Überraschungen

Unterhaltung ✍️ Manaia Te Kahika 🕒 2026-03-16 04:24 🔥 Aufrufe: 1
Autumn Durald Arkapaw an den Oscars 2026

Seien wir ehrlich: Wir schalten die Oscars nicht immer wegen der historischen Momente ein – manchmal will man einfach nur sehen, wer über die eigene Schleppe stolpert. Aber letzte Nacht hat uns das Dolby Theatre einen Augenblick beschert, der wirklich etwas bedeutet. Autumn Durald Arkapaw gewann die Goldstatue für die beste Kamera für ihre Arbeit an Sinners und ist damit die erste Frau überhaupt, die diesen Preis erhalten hat. Achtundneunzig Jahre, Leute. Es hat achtundneunzig Jahre gedauert.

Man hörte richtig, wie der Saal nach Luft schnappte, als ihr Name aufgerufen wurde – dieser Moment, der dann in tosenden Applaus übergeht. Und als sie die Treppe hinaufging, wusste man: Das war nicht nur ein persönlicher Sieg. Es war ein Sieg für all die Frauen, denen man gesagt hat, die Kamera sei Männersache. Arkapaws Bildsprache in Sinners ist pure Poesie; sie bannt nicht einfach eine Szene, sie hüllt sie in Stimmung und Kraft. Falls ihr den Film noch nicht gesehen habt: tut euch selber einen Gefallen und holt euch ein Ticket fürs Wochenende.

Ich weiss, was einige von euch heute Morhen bei Google eingegeben haben. Vielleicht habt ihr nach dem Tennisspieler Jannik Sinner gesucht, nachdem ihr den Filmtitel gehört habt. Oder der Begriff «Sinners Anonymous» ist euch in den Kopf geschossen – was durchaus nach einem Kult klingt, dem man in Thailand versehentlich beitritt. Und ja, Bella Jewels Romane haben ihre eigene treue Fangemeinde. Aber letzte Nacht zählte nur die eine Sinners-Version: die auf der grossen Leinwand, mit Arkapaw, die den Trophäe in den Händen hielt.

Der Abend war vollgepackt mit Überraschungen, aber diese Momente sind mir besonders im Kopf geblieben:

  • Die Jahrhundert-Überraschung in der Kategorie Bester Film – ein Low-Budget-Indie, mit dem niemand gerechnet hat, genau darum lieben wir dieses Geschäft.
  • Die beste Hauptdarstellerin hielt eine so rohe Rede, dass man fünf Blocks weiter in der Bar eine Stecknadel hätte fallen hören.
  • Der Sieger für den besten internationalen Film erinnerte uns daran, dass die besten Geschichten nicht immer auf Englisch erzählt werden.
  • Und natürlich Arkapaws historischer Sieg – derjenige, der von jetzt an in jeder Filmvorlesung vorkommen wird.

Hinter der Bühne machte die Runde, dass selbst die alten Hasen emotional waren. Ein Regisseur der alten Schule, der seit den 70ern im Geschäft ist, soll gesagt haben: «Es wurde aber auch verdammt nochmal Zeit, dass sie eine Frau zeigen lassen, wie's geht.» Solche Gespräche hört man gerne – nicht verbittert, einfach ehrlich. Und genau diese Energie brauchen wir mehr in dieser Stadt.

Für uns hier in der Schweiz fühlt es sich besonders an, wenn eine Kamerafrau endlich die Anerkennung bekommt, die ihr zusteht. Auch wir haben unser eigenes Korps an talentierten Bildgestalterinnen und -gestaltern, die auf der Weltbühne über sich hinauswachsen, und Nächte wie diese ebnen den Weg ein Stück weiter. Es geht nicht nur um rote Teppiche und Designerkleider; es geht darum, wer die Geschichte erzählen darf und wie sie eingerahmt wird.

Also, schenkt euch noch einen Kaffee ein und lasst es wirken. Autumn Durald Arkapaw hat soeben eine Decke durchschlagen, die fast ein Jahrhundert lang undurchlässig war. Und wenn ihr mich fragt: Die Scherben sehen wunderschön aus.