Gerti Drassl im Beziehungs-Chaos: Neue Komödie «So haben wir dich nicht erzogen» heute Abend im Fernsehen
Also ehrlich, Leute, wer hat sich nicht schon einmal gwünscht, en Tag i de Huut vo de Gerti Drassl z stäcke? Hüt Abig chönt me fascht nidisch wärde – aber nume fascht. Denn während d' gebürtigi Südtirolerin uf em Bildschirm enä echte Beiziehigskrise duremacht, dörfe mir üs gemütlich dehei zrügglehne und s grosse Ganze gniesse. Die neu TV-Komödie «So haben wir dich nicht erzogen» hüt um 20.15 Uhr Premiere und stellt das Läbe vo zwei Müeter ganz schön uf e Chopf.
Einä Familie, ei Maa und es einzigs Chaos
Regisseur Michael Kreihsl und Drahbuechautor Uli Brée – dr Meister vom öschtriichische Humor – händ sech da öppis ganz Fyins usdänkt: Gerti Drassl schpilt d' Inka, wo zäme mit ihrer Partnerin Balbina (grossartig: Brigitte Hobmeier) sit über 20 Jahr enä Bilderbuch-Familie füehrt. Die beide Feministinne, dömols no mit Samespändi und viu Idealismus, händ iri Tochter Hedwig (Alina Schaller) zu emä politisch korräkte Muschterchind erzoge. Funktionier jo au alles wunderbar – bis d'Hedwig anä schöne Tag hei chunnt und verchündet, dass si nöd nume enä Maa kenneglehrt het, sondern dä Andreas (Julian Pichler) au no hürote will.
Ja, genau: Enä Maa! Bimäne Tochter, wo nie en Vatterrolle bruucht het! Das isch für d'Inka und d'Balbina denn doch es bizli viu. Und wär jetzt dänkt, das isch's gsi, dä het d' Rächnig ohni dr beschte Fründ Edgar (Thomas Mraz), d' Schwiegereltere in spe us Tirol und de grantig Beiswirt Toni (Wolfgang Böck) gmacht. Die gänd denn au no ihre Senf dezue, und s Chaos nimmt si Lauf.
«Nid um Gschlächter, sondern um Machtstrukture»
Was sich nachere klassische Verwechsligskomödie aahört, het aber dureus Tüüfgang. Gerti Drassl het neulich verrate, worum's ihre i de Rolle würkli geit: «Mir stiige i enä Beiziehig ii, wo scho 25 Jahr alt isch, und plötzlich pralle ganz underschidlichi Bedürfnis an eim einzige Namittag ufenand. Ich ha als Inka nie en Widerspruch zwüsche Feministin und Huusfrau gseh – ich ha mich als Mueter sehr akunnt gfüehlt.»
Und dä wunderschbar Satz vo ihre, wo me sich hinder d'Ore schrybe sött: «Es geit nid um Gschlächter, sondern um Machtstrukture. Me cha nach langer Zyt de Respekt vor enand verliere – egall, ob gliichgschlächtlich oder nid.» Brigitte Hobmeier ergänzt troche: «D' Vorstellig, homogeni Beziehige seige harmonischer, isch nume en Annahm. Mir alli kämpfe mit Eifersucht, Verletzige und Verlassenheitsgfühl.»
E Südtirolerin z Wien
Wär Gerti Drassl scho länger verfolgt, weiss: D' 1978 z Eppan geboreni Schauspilerin het sech längscht i d' Härze vom öschtriichische Publikum gspilt. Nach em Kunschtgschichtsstudium isch's ans Max-Reinhardt-Seminar gange, denn direkt is Ensemble vo de Josefstadt. Ob Theater, Film oder Fernseh – si macht eifach alles. Und wie! De Dütsch Schauspiilpreis het si glich abgrümt wie de Öschtriichisch Filmpreis, zletscht 2023 für «Märzengrund».
Privat isch si ganz z Wien dehei, redt näb Dütsch flüssig Italienisch und het sogar en südtrolerische Dialäkt drauf. Aber was viu nid wüssed: Gerti Drassl isch au es bizli musikverrückt. In emä Radio-Interview het si mal iri «Lieblingsstück» vorgstellt – vo Tracy Chapman über David Bowie bis zu Muse. Und si het sogar enä ganz bsundrigi Erinnerig an ihre Vatter: «Er het irä Bank gschaffet, isch aber enä liideschaftliche Schauspiler gsi. Mir händ zäme in emä bekannte Wiener Theater gspilt.»
Was üs hüt Abig erwartet
D'Komödie isch übrigens bereits 24 Stund vorab online verfüegbar, aber für alli Traditionaliste git's hüt um 20.15 Uhr s' geballte Vergnüge uf em Bildschirm. Wär also Luscht het uf:
- enä ghörigi Portion Wiener Schmäh (trocke, bitte!),
- zwei Schauspilerinne, wo me eifach muess liebe,
- Familiegeheimnis, wo ans Liecht chömed,
- und Wolfgang Böck, wo als Beiswirt Toni so richtig derfe grantle,
dä sött sech de Termin rot im Kaländer aastriiche. Denn eins isch sicher: Wenn Gerti Drassl und Brigitte Hobmeier zäme uf de Liinwand stönd, wird's nie langwilig. Und wenn denn no d' Frog im Ruum stoht, wär eigentli d'Hedwig ire biologische Vatter isch – na servus, denn isch s' Popcorn furt, bev de Film überhaupt richtig agfange het.
In dem Sinn: Film ab!